Einnahmenüberschussrechnung – ein Schritt in die richtige Richtung

Als Unternehmer in Deutschland hat man es nicht leicht, insbesondere wenn es um die umfangreichen gesetzlichen Vorgaben geht, wie die wirtschaftliche Geschäftstätigkeit mittels Buchführung dargestellt werden muss. Da ist es eine große Erleichterung für Freiberufler, kleine Gewerbetreibende und landwirtschaftliche Betriebe, dass sie die Einnahmenüberschussrechnung zur Gewinnermittlung einsetzen dürfen.

Und auch hier: Keine Regel ohne Ausnahme

Sind Sie kein Freiberufler dürfen Sie diese Form der Gewinnermittlung allerdings nur dann anwenden, wenn Ihr Unternehmen bestimmte Gewinn- beziehungsweise Umsatzgrenzen einhält. Sie dürfen den Gewinn Ihres Unternehmens als Überschuss der Betriebseinnahmen ermitteln, soweit Sie nicht gesetzlich verpflichtet sind, Bücher zu führen und Abschlüsse zu erstellen. Überschreitet Ihr Gewinn 50.000 € jährlich oder liegt Ihr Umsatz über 500.000 €, haben Sie keine Möglichkeit auf die vereinfachte Einnahmenüberschussrechnung zurückzugreifen.

Als Einnahmen-Überschuss-Rechner nutzen Sie das vom Bundesfinanzministerium 2005 eingeführte Formular für die Auflistung Ihrer Einnahmen und Ausgaben. Lediglich Betriebe deren Einnahmen weniger als 17.500 € jährlich betragen, haben weiterhin die Möglichkeit, eine formlose Gewinnrechnung aufzustellen.

Unterschied von Einnahmenüberschussrechnung und Bilanz

Im Gegensatz zur Bilanzierung dürfen Sie bei der vereinfachten Gewinnermittlung Einnahmen erst dann erfassen, wenn sie auch tatsächlich zugeflossen sind und Ausgaben nach ihrem Abfluss. Es gilt also das Zu- und Abflussprinzip.

Bei Neuanschaffungen kommen Sie auch im Rahmen der Einnahmenüberschussrechnung nicht um das Führen eines Anlageverzeichnisses herum. Anschaffungen dürfen nicht sofort als Aufwand erfasst werden, sondern werden auch über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben. Die jeweiligen Abschreibungsbeträge erfassen Sie als Betriebsausgabe.

 

 

Verkaufen Sie Anlagegüter müssen Sie auch hier eine gesonderte Auflistung der veräußerten Güter erstellen. Den Verkaufserlös erfassen Sie erst bei Gutschrift als Einnahme und den noch nicht abgeschriebenen Teil des veräußerten Anlageguts als Betriebsausgabe.

Auch bei der vereinfachten Form der Gewinnermittlung müssen Sie alle Einnahmen und Ausgaben in einer chronologischen Aufstellung aufzeichnen, zur Führung eines Kassenbuches sind Sie jedoch nicht verpflichtet. Es empfiehlt sich aber zumindest bei bargeldintensiven Betrieben, bei denen auch eine Geschäftskasse erforderlich ist, ein Kassenbuch zu führen und aufzubewahren.

Bei den Aufzeichnungspflichten halten sich die Erleichterungen gegenüber bilanzierenden Unternehmen in engen Grenzen. So müssen Sie neben allen Belegen von Ihren Einnahmen und Ausgaben, auch die Belege über Privateinlagen und Privatentnahmen aufbewahren.

Vorteile der Einnahmenüberschussrechnung

Die Einnahmenüberschussrechnung ist gleichzeitig Ihr Jahresabschluss und stellt damit auch die Basis für die Berechnung der Steuerlast dar. Wenn diese Form der Gewinnermittlung zwar auch weiterhin strenge Vorgaben für Sie als Unternehmen macht, so ist sie doch einfacher und schneller als eine Bilanz zu erstellen und ermöglicht Ihnen größeren steuerlichen Spielraum bei Geschäften zum Ende des Geschäftsjahres.

 

 

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