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Wie viel Steuern wollen Sie zahlen? – Oder: So machen Sie bei Ihrer Inventur alles richtig

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Jahresabschluss
Urheber: Jamrooferpix | Fotolia

Von Markus Kahr,

Ein Steuerberater stellte seinen Mandanten jahrelang die Frage, wie viel Steuern sie für das letzte Jahr zahlen wollten. Ihr Gewinn und damit letztendlich Ihre Steuerbelastung hängt oftmals stark von der Bewertung Ihres Warenbestandes zum Ende Ihres Wirtschaftsjahres ab.

Hier gilt die Regel: Bewerten Sie diesen wenig vorsichtig, steigt Ihr Gewinn und auch Ihre Steuerbelastung. Natürlich führt hingegen eine vorsichtigere Bewertung zu einem niedrigeren Gewinn und damit einer geringeren Steuerbelastung. Insofern war die Frage des Steuerberaters berechtigt.

Inventur ist kein Selbstzweck

Ihre Inventur zum Jahresende ist kein Selbstzweck, sondern ein gesetzlich verpflichtender und darüber hinaus auch wesentlicher Bestandteil Ihrer Buchführung. Sie hilft Ihnen u. a. dabei, die Ertragskraft Ihres Unternehmens zutreffend zu ermitteln. Darüber hinaus können Sie nur durch eine körperliche Bestandsaufnahme feststellen, ob Waren „ver­schwunden“ sind, die eigentlich noch vorrätig sein sollten.

Nehmen Sie die Inventur nicht auf die leichte Schulter, son­dern machen Sie zumindest die Kontrolle der Inventurlis­ten und deren zutreffender Bewertung zur Chefsache.

Einige Steuerverantwortliche machen es sich sehr einfach und schätzen den Warenbestand. Innerhalb von Sekunden­bruchteilen ist die Inventur erledigt. Ordnungsgemäß ist das sicher nicht, und Sie setzen sich dem Risiko aus, dass Ihnen dies vom Prüfer vorgehalten wird. Im schlimmsten Fall nimmt der Prüfer dann auch sogenannte „Zuschätzungen“ vor.

Empfehlung: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihr Warenlager zu fotografieren? Falls nein, sollten Sie es zum Bilanzstichtag einmal machen. So gibt es mit einem Prüfer garantiert keinen Streit darüber, ob Ihr Lager am Inventurstichtag voll oder doch leer gewesen ist. Nehmen Sie die Fotos mit zu Ihren Inventurlisten und drucken Sie auch das Aufnahmedatum mit aus. Dass Sie Ihre Digitalfotos digital speichern und zusammen mit Ihrer Buchführung archivieren, dürfte für Sie selbstverständlich sein.

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Checkliste für Ihre Inventur 2016 (körperliche Bestandsaufnahme) sorgfältig vor

  • Gibt es in Ihrem Unternehmen schriftliche Inventur­richtlinien?
  • Sind diese Informationen allen Beteiligten bekannt? Denken Sie auch an etwaige Aushilfen, die Ihre Bestände zählen.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihnen durchgängig numme­rierte Inventurlisten zur Verfügung stehen. Wichtig: Auf diesen Listen sollten auf keinen Fall die jeweili­gen Soll­Bestände mit ausgedruckt sein!
  • Bestimmen Sie für jeden Aufnahmebereich einen verantwortlichen Aufnahmeleiter und ggf. die not­ wendige Anzahl Ansager und Schreiber. Kontrollieren Sie, ob die einzelnen Aufnahmeberei­che so gegeneinander abgegrenzt sind, dass keine Überschneidungen oder Lücken auftreten. Einzutref­fendes Inventurergebnis erzielen Sie allerdings nur dann, wenn während der Bestandsaufnahme mög­lichst kein Warenverkehr stattfindet. So erstellen Sie eine korrekte Inventur:
  • Achten Sie darauf, dass die Posten in der Reihen­ folge ihrer Lagerung erfasst werden (Vermeidung einer Sprunginventur). Am sinnvollsten in Regalen immer von oben nach unten und von links nach rechts zählen.
  • Lassen Sie die gezählten Positionen nach ihrer Auf­nahme so markieren, dass eine Doppelerfassung ausgeschlossen und eine vollständige Aufnahme gewährleistet ist.
  • Lassen Sie beschädigtes oder nicht vollwertiges Material besonders kennzeichnen. Lassen Sie es fer­ner in den Inventurlisten entsprechend vermerken; das hilft Ihnen hinterher, die Waren zutreffend zu bewerten.
  • Achten Sie darauf, dass in vollem Umfang tatsächlich gezählt, gemessen oder gewogen und dass nicht nur die Lagerkartei abgeschrieben wird.
  • Stellen Sie sicher, dass alle Inventurlisten an Ort und Stelle ausgefüllt (nicht mit Bleistift!), Leerzeilen entwertet (durchstreichen!) und vom Ansager und Schreiber datiert unterschrieben werden.
  • Berücksichtigen Sie Warenzu­- und ­-abgänge während der Bestandsaufnahme, sofern Ihr Lager/Geschäft während der Inventur nicht geschlossen war. Stellen Sie ordnungsgemäße Kontrolle und Auswertung Ihrer Inventur sicher:
  • Überprüfen Sie die Richtigkeit der Bestandsaufnah­me in Stichproben.
  • Lassen Sie die Inventurlisten nach Beendigung der Inventur unverzüglich der Inventurleitung (Mitarbei­ ter, den Sie dazu bestimmen) zukommen und dort auf deren Vollständigkeit hin kontrollieren.
  • Werden auch verschriebene oder leere Aufnahme­ listen (sind durchnummeriert) vollständig zurückgegeben? Bewahren Sie diese gesondert, am besten hinter den fehlerfreien Inventurlisten auf.
  • Haben Sie die Buchbestände aus der Lagerkartei an die Istbestände gemäß körperlicher Bestandsaufnahme angepasst?
  • Gehen Sie größeren Differenzen zwischen Ist­ und Buchbeständen einzeln nach. 
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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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