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Die Umsatzsteuererklärung ist nicht nur ein „Abfallprodukt“ des Jahresabschlusses!

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Jahresabschluss
Urheber: DOC RABE Media | Fotolia

Von Heinz-Wilhelm Vogel,

Die Tücke steckt bekanntlich im Detail. Für die Regelungen über die Umsatzsteuer gilt das ganz besonders. Dennoch hält sich in den Geschäftsleitungen vieler Unternehmen vehement das Vorurteil, die Umsatzsteuererklärung sei nur ein „Abfallprodukt“ des Jahresabschlusses.

Ihre Zahlen würden sich aus der Buchführung und der Gewinn- und Verlustrechnung ja schon zwangsweise ergeben und müssten dann nur noch an der richtigen Stelle in den amtlichen Formularen eingetragen werden. Ein paar Additionen und schon sei die Umsatzsteuererklärung fertig. Dass dem nicht so ist, wissen Sie und alle, die damit zu tun haben, natürlich besser.

Speziell die Umsatzsteuer ist ein Minenfeld, durch das nur erfahrene Steuerverantwortliche ohne Schaden hindurchfinden. Das zeigt sich schon an den vielen Urteilen der Finanzgerichte und den Erlassen der Finanzverwaltung, die allein zu den Formvorschriften für Rechnungen ergangen sind. Lassen Sie und Ihre Mitarbeiter die gesetzlichen Vorgaben bei den Eingangsrechnungen außer Acht, hat dies gravierende Auswirkungen auf die abzugsfähigen Vorsteuerbeträge und damit auf die Umsatzsteuerschuld Ihres Unternehmens und so letztendlich auf das Unternehmensergebnis.

Noch gravierender sind die Auswirkungen bei den innergemeinschaftlichen Warenlieferungen. Wenn Sie hier die umfassenden Beleg- und Buchnachweise nicht beachten, ist Ihr Unternehmen schneller in der Umsatzsteuerhaftung, als Ihnen lieb sein kann.

In diesen 3 Fällen sieht das Finanzamt besonders genau hin

1. Erwerbe innerhalb der EU

Der dafür einschlägigen Anlage UR zur Umsatzsteuererklärung kommt wegen der zunehmenden europaweiten Geschäftstätigkeit – vor allem von Mittelständlern – große Bedeutung bei. Denn: Im sogenannten innergemeinschaftlichen Warenverkehr gilt der Grundsatz der steuerfreien Belieferung zwischen EU-Unternehmen. Doch dieser Grundsatz birgt Spielraum für Betrug. Das wissen die Finanzbehörden in den EU-Mitgliedstaaten nur zu gut.

Regelmäßige Kontrollmitteilungen zwischen den Finanzbehörden der einzelnen EU-Mitgliedstaaten, zumeist sogar in elektronischer Form, führen zu einer (fast) lückenlosen Überwachung der Warenströme innerhalb der EU.

Ein grenzüberschreitender Umsatz lässt sich mithilfe leistungsfähiger Computer heute lückenlos nachvollziehen – vom Lieferanten in dem einen EU-Land bis zum Kunden in dem andern.

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Bedeutung der Anlage UR

Die Anlage UR spielt dabei eine große Rolle: Dieses Formular ist für die Finanzbehörden eine wahre Fundgrube für Informationen rund um alle EU-Geschäfte. Sie sollten daher die darin gemachten Angaben Ihres Steuerberaters genau prüfen.

Ein kleiner Zahlendreher oder eine versehentlich eingefügte Null hat fatale Folgen. Denn: Der Fiskus checkt die in der Anlage UR gemachten Angaben regelmäßig mit den Informationen aus Ihren Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Ihren zusammenfassenden Meldungen sowie mit den beim Bundeszentralamt für Steuern gespeicherten Daten. Fehler fallen so sehr schnell auf.

2. Dreiecksgeschäfte in der EU

Innergemeinschaftliche Dreiecksgeschäfte, auch Reihengeschäfte genannt, kommen im Geschäftsleben immer öfter vor. Dabei werden Geschäfte nicht nur zwischen 2, sondern zwischen 3 und mehr Unternehmen abgewickelt. Doch: Dreiecksgeschäfte gehören zu den kompliziertesten Fällen bei der Umsatzsteuer. Das weiß natürlich auch die Finanzverwaltung und prüft die entsprechenden Angaben im Formular UR meist besonders kritisch. In der Anlage UR müssen EU-weit tätige Unternehmen auch detaillierte Angaben zu Dreiecksgeschäften machen.

Beispiel: Ihr Unternehmen bestellt Ware bei einem französischen Lieferanten. Da diese dort aber nicht vorrätig ist, gibt das französische Unternehmen den Auftrag an eine Firma in Österreich weiter, die die Ware direkt an Sie liefert.

Der deutsche Fiskus prüft Dreiecksgeschäfte besonders penibel. Die notwendigen Daten liefern die ausländischen Finanzverwaltungen den Finanzämtern via Bundeszentralamt für Steuern frei Haus. Auf Knopfdruck kann der Sachbearbeiter sehen, ob die von Ihnen in der Anlage UR gemachten Angaben mit den Angaben Ihrer ausländischen Geschäftspartner übereinstimmen.

3. Institutionelle Kunden

Geschäfte mit institutionellen Kunden in anderen EU-Ländern, z. B. mit Behörden, Ärzten, Krankenhäusern, Banken und Kleinunternehmern, haben es in sich. Der Grund: Hier gelten wiederum ganz besondere Regeln und Ausnahmetatbestände. Diese zu kennen ist eine Ihrer Aufgaben als Umsatzsteuer-Verantwortlicher.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Kontrolle des Steuerberaters, wenn dieser die Umsatzsteuererklärung nebst Anlage UR erstellt hat. Im Folgenden zeige ich Ihnen, worauf Sie bei institutionellen Kunden ein besonderes Augenmerk richten müssen.

Bei Geschäften mit institutionellen Kunden gilt der Grundsatz: Rechnungsstellung inklusive deutscher Umsatzsteuer.

Doch es gibt eine Ausnahme: Ihr Kunde kann eine USt-IdNr. seines Landes vorweisen. Dann dürfen Sie ihm, wie jedem anderen Unternehmen, die Waren umsatzsteuerfrei ins Haus schicken.

Achtung: Spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung will man von Ihnen handfeste Nachweise sehen, dass es mit der Umsatzsteuerfreiheit seine Richtigkeit hatte. Können Sie diese nicht erbringen, tappen Sie in eine Steuerfalle. Denn als Lieferant müssen Sie die zu Unrecht nicht abgeführte Umsatzsteuer übernehmen. Ob Sie diese von Ihrem Kunden jemals erstattet bekommen, steht in den Sternen.

 

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