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Das Gewerbesteuer-Sparmodell „Photovoltaikanlage“ und was Sie darüber wissen müssen

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Gewerbesteuer
Urheber: DOC RABE Media | Fotolia

Von Günter Stein,

Haben Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach Ihres Firmengebäudes installieren lassen? Dann wird Sie dieses Urteil des Finanzgerichts Nürnberg (vom 1.7.2015, Az. 5 K 842/14, veröffentlicht am 6.11.2015) interessieren.

Eigenständiges Wirtschaftsgut oder Teil Ihres Unternehmens?

Im Urteilsfall ging es um den Betrieb eines Autohauses (Kfz-Reparaturwerkstatt, Kfz-Handel und Mietwagen). Auf dem Dach des Autohauses sollte eine Photovoltaikanlage installiert werden. Hier machte das Unternehmen einen Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 Einkommensteuergesetz gewinnmindernd für die geplante Anschaffung einer Photovoltaikanlage geltend.

Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass das Betreiben einer Photovoltaikanlage einen eigenen Gewerbebetrieb „Stromerzeugung“ darstelle mit folgen- der Konsequenz:

Mit der Anschaffung der Photovoltaikanlage entstehe ein neuer Gewerbebetrieb, für den die erhöhten Anforderungen an den Nachweis der Investitionsabsicht zur Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags greifen. Da es sich bei der Photovoltaikanlage zudem um eine wesentliche Grundlage des Gewerbebetriebs handele, sei weiterhin Voraussetzung für den Abzug, dass das Wirtschaftsgut verbindlich bestellt worden sei.

Die Entscheidung des Finanzgerichts

Die Gewährung eines Investitionsabzugsbetrags für die Anschaffung einer Photovoltaikanlage im Rahmen eines „Gewerbebetriebes Autohaus“ kommt nicht in Betracht, da die Erzeugung von Strom und der Verkauf sowie die Reparatur von Kraftfahrzeugen 2 ungleichartige Betätigungen sind, denen der sachliche Zusammenhang fehlt.

Haben Sie mehrere Betriebe, können diese eine wirtschaftliche Einheit bilden, sofern sie


  • sachlich, insbesondere organisatorisch,

  • wirtschaftlich oder ÄÄfinanziell zusammenhängen.

Kriterien hierfür sind die Art der gewerblichen Betätigung, der Kunden- und Lieferantenkreis, die Geschäftsleitung, die Arbeitnehmerschaft, die Betriebsstätte, die Zusammensetzung und Finanzierung des Aktivvermögens sowie die Gleichartigkeit der Betätigung. Den konkreten Fall beurteilten die Richter so:

  • Die Photovoltaikanlage stellt einen eigenen Gewerbebetrieb dar, sodass die Bildung des Investitionsabzugsbetrags für den „Gewerbebetrieb Autohaus“ nicht möglich ist.
  • Für einen einheitlichen Gewerbebetrieb sprechen zwar die räumliche Nähe der beiden Tätigkeiten und die Erfassung in einer einheitlichen Buchführung, es fehlt jedoch insbesondere der hinreichende sachliche Zusammenhang.
  • Auch wenn ein Teil des erzeugten Stroms direkt in der Kfz-Werkstatt verbraucht wird, steht die eigentliche Stromerzeugung nicht in direktem Zusammenhang mit der Kfz-Werkstatt.
  • Die Erzeugung von Strom und der Verkauf sowie die Reparatur von Kraftfahrzeugen sind 2 ungleichartige Betätigungen, denen der sachliche Zusammenhang fehlt, die unabhängig voneinander am Wirtschaftsleben teilnehmen und sich auch nicht ergänzen.
  • Auch organisatorisch besteht kein Zusammenhang der beiden gewerblichen Tätigkeiten, da eine laufende Buchführung einschließlich des Personals für den Betrieb der Photovoltaikanlage nicht erforderlich ist.

Keine Verrechnung der Verluste für die Gewerbesteuer

Auswirkungen hat das Urteil auf die Gewerbesteuer:


1. Liegt ein einheitlicher Betrieb vor, könnten Sie die Verluste (Abschreibung, Investitionsabzugsbetrag etc.) der Photovoltaikanlage mit den Gewinnen Ihres Unternehmens verrechnen.

2. Handelt es sich um 2 getrennte Unternehmen, können Sie die Verluste aus der Photovoltaikanlage nicht mit Gewinnen aus einer anderen gewerblichen Betätigung miteinander verrechnen. Der Verlust kann bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags durch das Finanzamt nicht berücksichtigt werden.

3. Vorteilhaft hingegen ist, dass Sie – als natürliche Person oder als Personengesellschaft – den gewerbesteuerlichen Freibetrag (24.500 €) 2-mal in Anspruch nehmen können (denn irgendwann erwirtschaftet die Photovoltaikanlage ja auch einen steuerlichen Überschuss).

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Fazit: Die Begründung des Gerichts ist schlüssig. Ob die Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten. Sind Sie in einer vergleichbaren Situation, versuchen Sie, die beiden Betriebe einheitlich zu behandeln. Legen Sie gegen eine abweichende Entscheidung Ihres Finanzamts Einspruch ein und beantragen Sie ggf. das Ruhen des Verfahrens.

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