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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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430 € Lohn in einer Stunde! Eine Fake-News – oder doch wahr?

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Lohn
Urheber: Marco Scisetti | Fotolia

Von Michael Jansen,

Der erste und wichtigste Tipp lautet deshalb ohne Wenn und Aber: Prüfen Sie, ob alle Rechnungen und Belege vorhanden sind, die Sie steuerlich geltend machen wollen, und ob diese den strengen Umsatzsteuervorschriften entsprechen, die der Fiskus an umsatzsteuerlich relevante Rechnungen stellt. Die Checkliste gibt Ihnen maximale Sicherheit vor Ärger mit dem Finanzamt!

Wie wichtig ein solcher Check ist, macht das folgende Beispiel deutlich

Angenommen, Sie haben im Jahr 2016 für insgesamt 23.000 € Rechnungen von Lieferanten erhalten und bezahlt. Aus diesen Rechnungen haben Sie insgesamt 3.450 € Vorsteuer geltend gemacht und mit der Umsatzsteuerlast verrechnet, die Sie aufgrund der von Ihnen verkauften Waren und Dienstleistungen zu tragen hatten. Wenn nun ein Betriebsprüfer meint, dass „nur“ ein Viertel der Eingangsrechnungen nicht den steuerlichen Vorschriften entspricht, streicht er Ihnen kurzerhand den Vorsteuerabzug daraus. Also – im vereinfachten Beispiel – mehr als 860 €. Dazu verlangt er unter Umständen noch Zinsen – 6% pro Jahr. Ihr Stundenlohn: 430 €!

Im Umkehrschluss heißt das: Wenn Sie jetzt mithilfe der Checkliste unten Ihre Eingangsrechnungen überprüfen und ggf. korrigierte Rechnungen von Ihren Lieferanten anfordern, verdienen Sie richtig Geld. Angenommen, Ihr Zeitaufwand beträgt 2 Stunden und Sie verhindern damit die 860-€-Nachzahlung aus dem Beispiel oben, entspricht das einem Stundenlohn von 430 €!

So gehen Sie jetzt vor

Prüfen Sie genau, ob alle Eingangsrechnungen den strengen Anforderungen entsprechen und alle Pflichtangaben enthalten. In der Checkliste sehen Sie die 13 kostspieligen Fehler, die bei Rechnungen über 150 € immer wieder auftauchen. Gehen Sie alle Rechnungen, die Sie im Rahmen der Umsatz- und Einkommensteuererklärung 2016 geltend machen, auf diese Punkte hin durch.

Stoßen Sie auf eine fehlerhafte Rechnung, haben Sie 2 Möglichkeiten:

  1. Sie fordern beim ausstellenden Unternehmen eine neue Rechnung an.
  2. Sie korrigieren die Rechnung selbst.

Achtung! Ergänzungen oder Berichtigungen können in der Regel nur von demjenigen vorgenommen werden, der die Rechnung ausgestellt hat. Von diesem Grundsatz gibt es allerdings eine wichtige Ausnahme: Eine Berichtigung oder Ergänzung der Rechnung durch den Leistungsempfänger (also durch Sie selbst) ist nur dann in Ordnung, wenn der Rechnungssteller die Änderungen schriftlich bestätigt. Das heißt für Sie: Senden Sie die korrigierte Rechnung (in Kopie) an das ausstellende Unternehmen, und bitten Sie, die Änderungen mit Datum und Unterschrift abgezeichnet an Sie zurückzuschicken. Bezahlen Sie die Rechnung noch nicht.

Darauf können Sie Ihren Lieferanten so hinweisen: „Ich weise darauf hin, dass ich den Rechnungsbetrag erst zahlen werde, wenn mir eine korrigierte Rechnung vorliegt, die mir den Vorsteuerabzug ermöglicht.“ Reagiert der Lieferant weder auf Ihre Bitte, eine neue Rechnung auszustellen, noch auf Ihre Berichtigung, drohen Sie ihm mit Schadenersatzforderungen: Sollte eine Rechnung durch sein Verschulden nicht anerkannt werden, werden empfindliche Zinszahlungen ans Finanzamt fällig. Diese können Sie gegenüber dem Lieferanten geltend machen.

Tipp! Achten Sie auf diese Falle bei Kleinbetragsrechnungen.

Für Kleinbetragsrechnungen bis 150 € brutto sieht der Fiskus Erleichterungen vor: Damit sie steuerlich geltend gemacht werden können bzw. zum Vorsteuerabzug berechtigen, müssen die folgenden Angaben enthalten sein:

  • Name und Anschrift des Lieferanten oder Dienstleisters
  • Rechnungsdatum
  • Umfang und Bezeichnung der Lieferung/ Leistung
  • Steuersatz für die im Brutto-Entgelt enthaltene Umsatzsteuer
  • Bruttoentgelt

Was jedoch immer wieder übersehen wird: Die 150-€-Grenze, bis zu der eine Rechnung als Kleinbetragsrechnung angesehen wird, gilt brutto – also inklusive der Umsatzsteuer. Rechnungen und Belege über einem Nettobetrag von 126,05 € plus 19% Umsatzsteuer (bzw. 140,19 € bei 7% Umsatzsteuer) sind deshalb keine Kleinbetragsrechnungen mehr und müssen alle ausführlichen Angaben enthalten, die Sie in der Checkliste finden.

Achtung! Die Prüfer des Finanzamts suchen mit Software nach Rechnungen, die über Beträge um 150 € ausgestellt sind, um diesen Fehler gezielt aufzuspüren!

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Checlkste: 13 kostspielige Fehler bei Rechnungen

  • Das Entgelt wird falsch oder gar nicht angegeben.
  • Name und Anschrift des Rechnungsempfängers sind fehlerhaft.
  • Name und Anschrift des Rechnungsstellers sind fehlerhaft.
  • Der Rechnungssteller ist nicht identisch mit dem leistenden Unternehmer.
  • Der Steuerbetrag wird falsch aufgeführt.
  • Der Zeitpunkt der Leistung wird nicht angegeben.
  • Die im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts wird nicht berücksichtigt.
  • Die Rechnung nennt einen falschen Steuersatz.
  • Die Rechnung nennt keinen Steuersatz.
  • Die Rechnung weist Leistungen bzw. Lieferungen aus, die gar nicht oder so nicht erbracht wurden.
  • Die sich aus einer Berichtigung ergebende Änderung weist weder die Rechnung noch ein Begleitdokument aus.
  • Die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird nicht mitgeteilt.
  • Der Bruttobetrag und der Umsatzsteuerbetrag werden nicht genannt.

Fazit

Bleiben Sie vorsichtig und schauen Sie bei jeder Rechnung genau hin – wiegen Sie sich nicht in Sicherheit, auch wenn das Finanzamt Sie bisher in Ruhe gelassen hat! Das Finanzamt kann jederzeit aktiv werden! So kommt es immer wieder vor, dass Eingangsrechnungen „einfach so“ zur Kontrolle angefordert werden. Fallen dann Fehler auf, wird der Vorsteuerabzug gestrichen – und der Ärger ist da. Besser also gleich auf Nummer sicher gehen!

 

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