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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Drei gemeine Fallen bei der Umsatzsteuer

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Steuer Umsatzsteuer

Von Midia Nuri,

Die Gefahr ist gemein und heimtückisch. Und sie lauert bei jeder einzelnen harmlosen Umsatzsteuer-Voranmeldung und bei jeder Umsatzsteuer-Jahreserklärung, die Sie abgeben.

Die Gefahr ist gemein und heimtückisch. Und sie lauert bei jeder einzelnen harmlosen Umsatzsteuer-Voranmeldung und bei jeder Umsatzsteuer-Jahreserklärung, die Sie abgeben: die Gefahr, dass sich Ihr Finanzamt Ihre Eingangsrechnungen anschaut und schon bei Kleinigkeiten den Vorsteuerabzug nicht anerkennt. Mit bitteren Folgen in Form von teuren Nachzahlungen.

Hintergrund: Die Umsatzsteuer aus Rechnungen, die Sie selbst erhalten und bezahlen, können Sie als Vorsteuer geltend machen. Das heißt, Sie ziehen die bereits an andere Unternehmen gezahlten Umsatzsteuerbeträge von Ihrer Umsatzsteuer ab, die Sie vierteljährlich oder monatlich voranmelden und ans Finanzamt abführen. Der Vorsteuerabzug ist jedoch nur möglich, wenn die Eingangsrechnungen nach § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) eine ganze Liste von Pflichtangaben enthalten.

Umsatzsteuer: Beamte legen Regeln zur Vorsteuer immer pingeliger aus

Überprüft das Finanzamt Ihre Eingangsrechnungen, aus denen Sie die Vorsteuer geltend gemacht haben, und findet einen Fehler darin, macht es den Vorsteuerabzug sofort rückgängig und Sie müssen den entsprechenden Betrag nachzahlen. Die gefährliche Entwicklung: Die Beamten und Richter legen die Regeln immer pingeliger aus und fordern immer häufiger solche Nachzahlungen. Es gibt deshalb immer mehr Fallen, die in der Hektik des Alltags schnell übersehen werden.

Umsatzsteuer-Falle 1: Lieferzeitpunkt nicht genannt

Die Gefahr: Auf jeder Rechnung muss der Zeitpunkt der Lieferung auch dann zwingend angegeben sein, wenn er mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist (BFH, Urteil vom 17.12.2008, Az. XI R 62/07). Nun kommt es gerade bei Barbelegen häufig vor, dass der Zeitpunkt der Lieferung nicht explizit genannt wird.

Beispiel: Sie kaufen im Büromarkt einen Drucker für 200 € plus Umsatzsteuer von 38 €. Sie zahlen in bar. Auf dem Kassenbeleg ist aber nur das Datum angegeben, nicht ein konkreter Liefertermin – dann kann es passieren, dass dieser Beleg nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt!

So schützen Sie sich: Überprüfen Sie jeden Beleg – am besten schon bei Ausstellung – daraufhin, ob darauf das Lieferdatum vermerkt ist. Schauen Sie sich die Barbelege genau an! Hier ist die Gefahr am größten. Fordern Sie eine korrigierte Kopie mit Lieferdatum, wenn dieses nicht vermerkt ist!

Tipp: Bei den so genannten Kleinbetragsrechnungen bis 150 € (netto, also ohne Umsatzsteuer) ist die Angabe des Lieferdatums nicht erforderlich. Hier brauchen Sie sich also keine zusätzliche Arbeit zu machen, wenn die Angabe fehlt.

Umsatzsteuer-Falle 2: Bonus oder Preisnachlass nicht vermerkt

Die Gefahr: Sie haben mit einem Lieferanten vereinbart, dass Sie einen Bonus oder Preisnachlass erhalten, wenn Sie gewisse Abnahmemengen überschreiten. Schreibt der Lieferant eine Zwischenrechnung und vermerkt die Bonus-Vereinbarung nicht darin, wird der Vorsteuerabzug nicht anerkannt (Finanzgericht Münster, Urteil vom 13.1.2009, Az. 5 K 5721/04 U).

So schützen Sie sich: Haben auch Sie eine solche oder ähnliche Bonusvereinbarung mit Ihrem Lieferanten, achten Sie darauf, dass der Lieferant auf Rechnungen auf diese Vereinbarung hinweist. Mögliche Formulierungen:

  • Es ergibt sich eine Entgeltminderung aufgrund unserer Rabattvereinbarung vom ...
  • Wir verweisen auf unsere Bonusvereinbarung vom ...

 

Umsatzsteuer-Falle 3: Ware oder Leistung nicht genau beschrieben

Die Gefahr: Auf jeder Rechnung muss die Menge und die Bezeichnung der gelieferten Ware stehen. Ist die Ware nicht eindeutig beschrieben, droht die Anerkennung des Vorsteuerabzugs.

Beispiel: Ein übereifriger Sachbearbeiter im Finanzamt beanstandete, dass in einer Rechnung über elektronische Bauteile die Seriennummern nicht eingetragen worden waren. Deshalb sollte der Kunde die ausgewiesene Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer geltend machen können – obwohl die handelsübliche Bezeichnung und die Menge der gelieferten elektronischen Bauteile ordentlich aufgeführt waren.

So schützen Sie sich: Der beschriebene Fall mit den Seriennummern wurde vor dem Hessischen Finanzgericht verhandelt. Und hier wurde das Finanzamt in seine Schranken verwiesen. Dem Rechnungsempfänger wurde trotz der fehlenden Seriennummern der Vorsteuerabzug gestattet (Urteil vom 18.1.2006, Az. 6 V 3026/05).

Das heißt für Sie: Die Ware brauchen Sie auf Ihren Rechnungen zwar nicht bis ins kleinste Detail zu beschreiben sein. Achten Sie jedoch darauf, dass die Beschreibung so gestaltet ist, dass die Rechnung einer Lieferung genau zugeordnet werden kann. So vermeiden Sie unnötigen Ärger.

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