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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Finanzämter auf dem Kreuzzug - Jetzt äußerste Vorsicht beim Vorsteuerabzug der Umsatzsteuer!

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Steuern Vorsteuerabzug

Von Midia Nuri,

Die Finanzämter sind offenbar auf einem neuen Kreuzzug. Die Mission: Möglichst jede Rechnung anzweifeln und den Vorsteuerabzug verweigern.

Zur Erinnerung: Wenn Sie eine Rechnung (zum Beispiel von einem Ihrer Lieferanten) bekommen und bezahlen, dann können Sie die darin enthaltene Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen. Das heißt: Bei Ihrer nächsten Umsatzsteuer-Voranmeldung ziehen Sie diese – schon andere Unternehmen gezahlten – Umsatzsteuerbeträge als Vorsteuer von Ihrer Umsatzsteuerschuld ab. Damit eine Rechnung zu diesem Vorsteuer-Abzug berechtigt, muss sie einen ganzen Katalog von Pflichtangaben haben. Und hier setzen die Beamten immer weiter die Daumenschraube an und legen die Vorschriften immer enger und penibler aus. Folge: Immer häufiger muss die Vorsteuer ans Finanzamt zurückgezahlt werden.

Unternehmen hatte Vorsteuer trotz fehlender Steuernummer geltend gemacht

Und damit sind wir beim neuesten Fall: Hier hatte ein Unternehmen Vorsteuer aus der Rechnung einer beauftragten Reinigungsfirma geltend gemacht. Das Problem nur: Die Reinigungsfirma hatte vom Finanzamt noch keine Steuernummer zugeteilt bekommen, obwohl sie sich schon schriftlich darum bemüht hatte. Also vermerkte die Firma statt der geforderten Steuernummer nur das Aktenzeichen des Schriftverkehrs mit dem Finanzamt auf der Rechnung. Was folgte, können Sie sich jetzt schon denken: Das Finanzamt überprüfte die Rechnung und versagte den Vorsteuerabzug. Das Aktenzeichen aus dem Schriftverkehr könne die geforderte Steuernummer nicht ersetzen – auch wenn das Unternehmen durch das Aktenzeichen zweifelsfrei zugeordnet werden konnte und ansonsten alles mit rechten Dingen zugegangen war. Mit dieser rigorosen Einstellung bekam das Finanzamt jetzt auch vor dem Bundesfinanzhof recht! Und dieses Urteil ist nur das neueste in einer ganzen Reihe von ähnlichen Entscheidungen. Hier zwei weitere Beispiele, die zeigen, dass Sie jetzt jede Rechnung äußerst vorsichtig prüfen sollten:

Vorsteuerabzug für importierte Autos wegen Scheinadresse verweigert

Beispiel 1: In diesem Fall (BFH, vom 6.12.2007, Az. V R 61/05) ging es um einen deutschen Kfz-Händler, der aus Italien importierte Fahrzeuge vertrieb. Die Rechnungen für die importierten Autos stellte eine ebenfalls in Deutschland ansässige Firma. Der Kfz-Händler machte aus diesen Rechnungen Vorsteuer geltend – und dabei kamen größere Summen zusammen: insgesamt mehr als 60.000 €.

Bei solchen Vorsteuerbeträgen werden die Finanzämter grundsätzlich hellhörig. So auch in diesem Fall. Die Behörden überprüften die Sache, und es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Rechnungsabsender, der angeblich in Deutschland ansässigen Lieferfirma, nur um eine Scheinadresse handelte – um die Adresse eines Büroservice, der nur die Post und die Anrufe an den in Wirklichkeit in Italien sitzenden Lieferanten weiterleitete. Ergebnis: Die Rechnungen mit der falschen Adresse der Scheinfirma berechtigten den Kfz-Händler nicht zum Vorsteuerabzug!

Tipp: Eingangsrechnungen auf Vollständigkeit aller Angaben zu prüfen reicht allein nicht mehr aus! Nach diesem Urteil sollten Sie bei größeren Rechnungen, aus denen Sie die Vorsteuer ziehen, überprüfen, ob die Firma tatsächlich unter der angegebenen Adresse existiert.

Kein Vorsteuerabzug bei mangelnder Beschreibung der Leistung

Beispiel 2: Auch an der mangelnden Beschreibung der Leistung auf der Rechnung kann der Vorsteuerabzug scheitern. Wie penibel die Finanzämter bei der Prüfung geworden sind, zeigt eindringlich das jetzt veröffentlichte Urteil des Finanzgerichts Hamburg (vom 9.11.2007, Az. 7 K 240/06). Hier ging es um ein Holz- und Bautenschutzunternehmen, das Arbeiten an ein Subunternehmen weitergegeben hatte. In den Rechnungen des Subunternehmens waren die Leistungen jedoch nicht detailliert beschrieben, sondern eher allgemein mit Beschreibungen wie „ausgeführte Wärmedämmungsarbeiten“ oder „ausgeführte Flachverblendarbeiten“ gekennzeichnet. Folge: Auch für diese Rechnungen konnte das Unternehmen keine Vorsteuern geltend machen und blieb auch vor Gericht erfolglos. Begründung: Die Leistungsbeschreibungen müssen detaillierte Angaben zu Ort, Datum, Umfang enthalten, damit sie eindeutig und leicht prüfbar sind.

Tipp: Bekommen Sie Rechnungen, in denen die Leistung oder Ware nicht detailliert und eindeutig beschrieben ist, fordern Sie umgehend eine neue Rechnung des Lieferanten. Stellt der sich quer, zahlen Sie notfalls nur den Nettobetrag.

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