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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Geschenkgutschein oder Gutscheingeschenk? Vorsicht Umsatzsteuerfalle!

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Urheber: Vielfalt21 | Fotolia

Von Midia Nuri,

Egal ob zu Weihnachten, zu Geburtstagen oder zu Hochzeiten: Gutscheine als Geschenkersatz sind sehr beliebt. Steuerlich gibt es bei Gutscheinen allerdings einiges zu beachten.

Diese Gutscheine sollten Sie kennen:

  • ein Gutscheingeschenk: Mit einem Gutschein anstatt eines Werbegeschenks erfreuen Sie Ihre Kunden und sorgen dafür, dass sie gern wieder zu Ihnen kommen.
  • ein Geschenkgutschein: Sie helfen Ihren Kunden bei der Geschenksuche – und gewinnen vielleicht den Beschenkten als Kunden hinzu.

Geschenkgutschein oder Gutscheingeschenk: Das ist der steuerliche Unterschied

  • Das Gutscheingeschenk geben Sie kostenlos an Ihre Kunden für den nächsten Einkauf aus. Im Gegensatz dazu zahlt Ihr Kunde für den Geschenkgutschein, den er danach selbst jemandem schenkt.
  • Der Betrag für den kostenlos ausgegebenen Gutschein wird steuerlich erst wirksam, wenn der Kunde ihn einlöst, zumindest ist das derzeit noch rechtlicher Stand der Dinge.

Keine Rückstellung für Gutscheingeschenke möglich

Gerade bei einer größeren Zahl von Gutscheinen wäre es plausibel, hierfür eine bilanzielle Rückstellung zu bilden oder die ausgeschriebenen Beträge als Verbindlichkeit zu passivieren. Doch nach jetziger Rechtslage dürfen Sie das nicht tun, hat das Finanzgericht Niedersachsen entschieden (Az. 9 K 547/05) und der Bundesfinanzhof (BFH) auch bestätigt (BFH, Az.: IV R 45/09).

Sonderregeln für die Umsatzsteuer bei Geschenkgutscheinen

Für kostenpflichtig ausgegebene Geschenkgutscheine gelten bei der Umsatzsteuer Sonderregeln. Allerdings gelten diese Sonderregeln nicht einheitlich für alle Gutscheine – das wäre ja einfach. Die Sonderregeln unterscheiden sich – je nachdem, worauf Sie den Gutschein ausstellen.

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Variante 1: Sie lassen dem Kunden die Wahl

Sie verkaufen oder verschenken einen Gutschein, der es dem Einlösenden ermöglicht, sämtliche Waren und Dienstleistungen Ihres Unternehmens zu beziehen.

Das gilt dann für die Umsatzsteuer: Bei einem solchen Gutschein über das gesamte Sortiment wird die Umsatzsteuer erst fällig, wenn Ihr Kunde oder der Beschenkte den Gutschein eingelöst hat.

Achtung: Das hört sich gut an. Doch gerade in Zeiten blanker Staatskassen sollten Sie mit Gutscheinen über das gesamte Sortiment sehr vorsichtig sein – schon wegen der langen Gültigkeitsdauer.

Mindestens ein Jahr sollte Ihr Gutschein schon gültig sein

Denn zwar dürfen Sie auf dem Gutschein eine Frist vermerken, bis wann der Gutschein eingelöst sein muss. Doch die darf nicht zu knapp bemessen sein, hat das Oberlandesgericht München entschieden (Urteil vom 17. Januar 2008, AZ 29 U 3193/07) festgestellt. Die Richter legten fest, dass eine einjährige Befristung zu knapp sei, weil sie den Verbraucher unangemessen benachteilige.

Das ist Ihr mögliches Risiko bei der Umsatzsteuer: Wenn Ihr Kunde den Gutschein zu Weihnachten geschenkt bekommt und ihn im Januar, März oder gar noch später bei Ihnen einlöst und dann bereits ein neuer Umsatzsteuersatz gilt, bleiben Sie auf der Umsatzsteuererhöhung sitzen.

Variante 2: Der Gutschein bezeichnet Ware oder Dienstleistung konkret

Natürlich können Sie in Ihrem Gutschein auch die Wahl einengen und ihn auf eine konkret bezeichnete Dienstleistungen oder Ware ausstellen.

Das gilt für die Umsatzsteuer: Bei einem solchen Warengutschein wird die Umsatzsteuer sofort beim Verkauf des Gutscheins fällig.

Das ist Ihre mögliche Chance bei der Umsatzsteuer: Wenn Ihr Kunde oder der Beschenkte den Gutschein innerhalb der nächsten 2 Jahre nicht einlöst, sollten Sie die bereits an das Finanzamt abgeführte Umsatzsteuer korrigieren. Denn wenn Sie die Leistung letztlich nicht erbracht haben, fällt auch keine Umsatzsteuer an.

Variante 2 ist bei der Umsatzsteuer günstiger

Nur mit Blick auf die Umsatzsteuer ist die zweite Gutscheinvariante also günstiger. Aber: Natürlich kennen Sie Ihre Kunden besser und sollten noch andere Kriterien in Ihre Entscheidung einbeziehen, welche Gutscheinvariante in Ihrem speziellen Fall die bessere Variante ist.

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