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Subunternehmer: So verringern Sie Ihr Haftungsrisiko

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Von Midia Nuri,

Es gibt viele Gründe, Subunternehmer zu beauftragen: bei größeren Projekten oder weil ein Spezialist Aufträge günstiger und besser ausführen kann als Sie.

Schön für Sie: Sie erhöhen Ihre Gewinnspanne und der Kunde bleibt bei Ihnen.

Vorsicht Versicherungsschutz

Die kritischste Stolperfalle ist der Versicherungsschutz Ihres Subunternehmers. Denn als Auftraggeber auf der einen und Auftragnehmer auf der anderen Seite sind Sie in der Haftung, wenn das von Ihnen beauftragte Subunternehmen über keinen ausreichenden Deckungsschutz verfügt. Gerade dann, wenn es um den Transport hochwertiger Güter geht, kann sonst eine hohe Schadensumme bei Ihnen haften bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Lösung:

Gestalten Sie die Vertragsbeziehung mit einem Subunternehmer so, dass er für Sie quasi zu einem „durchlaufenden Posten“ wird – und Sie im Fall des Falles die eigene Versicherungspolice nicht belasten. Um sich optimal abzusichern, gehen Sie wie folgt vor:

1. Schritt:

Prüfen Sie, wie weit ein Versicherungsschutz bei Ihnen gegeben ist bevor Sie Subunternehmer beauftragen. Überprüfen Sie zuvor, ob Ihr Unternehmen selbst einen ausreichenden Versicherungsschutz für den oder die Transporte hat, die Sie anderweitig weiter vergeben. Prüfen Sie also: „Wäre ich versichert, wenn ich den Transport selbst durchführe“ ist die Frage, die Sie sich stellen müssen. Nur wenn Sie diese mit „Ja“ beantworten können, sollten Sie einen entsprechenden Auftrag annehmen und weiterleiten. Fragen Sie ggf. bei Ihrer Versicherung nach.

Einschub: Achtung Betriebsbeschreibung

Die Betriebsbeschreibung entscheidet über Versicherungsschutz beim Transport durch einen Subunternehmer

Das sollten Sie prüfen

Egal, ob Sie alle Transporte selbst ausführen oder Subunternehmer beauftragen: Überprüfen Sie in diesem Zusammenhang auch, ob die seinerzeit der Versicherung gegenüber mitgeteilte Betriebstätigkeit noch mit den heutigen Tätigkeiten übereinstimmt.

Hintergrund: Ihre Betriebsbeschreibung entscheidet über den Versicherungsschutz, den Sie haben – auch und gerade dann, wenn Sie Subunternehmer beauftragen, deren eigener Versicherungsschutz im Fall der Fälle möglicherweise nicht ausreicht!

Hier gibt es häufig Abweichungen

Die meisten Versicherer bieten heute nur noch eine eingeschränkte Deckung. Wenn also die Angabe, welche Transporte Sie ausführen, um welche Güter es geht und welche Länder von den Transporten berührt werden, im Versicherungsvertrag nicht mehr mit der Realität übereinstimmt, wird es höchste Zeit für ein Gespräch mit dem Versicherer!

2. Schritt: Holen Sie Ihre Versicherung mit ins Boot

Informieren Sie im nächsten Schritt Ihre Versicherung darüber, dass Sie nicht alle Transporte selbst durchführen, sondern dass „eine Spediteurtätigkeit oder Hauptfrachtführertätigkeit mit dem Einsatz Dritter“ in Frage kommt.

Tipp: Lassen Sie sich – unabhängig davon – von Ihrem Subunternehmer zumindest bei der ersten Auftragvergabe und dann idealerweise jährlich eine zeitnahe Versicherungsbestätigung vorlegen.

3. Schritt: Deckungsschutz prüfen

Bei jedem neuen Auftrag sollten Sie eine Haftungsprüfung vornehmen. Immer mit der Frage: „Ist der materielle Schaden, der entstehen könnte, durch (m)eine Versicherung gedeckt?“ Das gilt vor allem für den Fall einer (theoretisch) unbegrenzten Haftung, falls das Gut verloren geht.

In diesem Zusammenhang sollten Sie zwingend auf Folgendes achten:

Der Versicherungsschutz Ihres Subunternehmers ist das A und O Ihrer Absicherung. Genauer gesagt: der ausreichende Versicherungsschutz. Und der unterscheidet sich je nach Wert und Art des Transportguts erheblich. So sind Sie auf der sicheren Seite. Achten Sie auch darauf, was Ihnen die eigene Versicherung an Pflichten auferlegt, wenn Sie Aufträge an Subunternehmen weitergeben!

Achtung: Qualität des Subunternehmers zählt mit

Meist finden sich in den Versicherungsbedingungen Hinweise darauf, dass Sie als Versicherungsnehmer bei der Fremdvergabe die Auflagen aus Ihrem eigenen Versicherungsvertrag beachten dürfen. Die Versicherung verlangt letztendlich damit von Ihnen, dass Sie die Auswahl des Subunternehmens mit der „Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns“ vornehmen.

Im Klartext:

Falls Sie einen Subunternehmer auswählen, der dafür bekannt ist, das seine Fahrzeuge reihenweise im Graben landen, weil weder Fahrer noch Fahrzeuge „in gutem Zustand“ sind, müssen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Versicherung im Schadensfall Schwierigkeiten macht.

4. Schritt: Deckungsgleiche Weitergabe an Subunternehmer

Wenn Sie einen Auftrag weitergeben, achten Sie darauf, dass eine deckungsgleiche Weitergabe erfolgt. Das ist schon deshalb notwendig, damit im Fall eines Schadens bei einem nachfolgenden Frachtführer in der Kette Regress genommen werden kann.

Beispiel:

Mit dem Auftraggeber haben Sie verbindlich vereinbart, dass die zu transportierende Ware bis spätestens 15.11.2007, 15 Uhr, von einem Lkw mit Hebebühne angeliefert wird. In der Vereinbarung mit dem Subunternehmer fehlt eine entsprechende Regelung (z. B. das Wort „spätestens“ und der Hinweis auf die Hebebühne). Dann wird es Ihnen schwer fallen, sich bei Ihrem Subunternehmer „schadlos“ zu halten, wenn Ihr Auftraggeber die Mehrkosten für das manuelle Entladen und möglicherweise für die Verspätung an Sie weiterreicht!

Das ist in diesem Zusammenhang wichtig:

Stellen Sie sicher, dass der Subunternehmer die Musterbedingungen des Deutschen Transport- Versicherungs-Verbands erfüllt. Ihre Versicherung wird beispielsweise bei einem Diebstahl sofort prüfen, ob die Fahrzeuge Ihres Subunternehmers mit 2 unabhängig voneinander funktionierenden Diebstahlsicherungen ausgestattetet sind.

Wenn Sie ausländische Subunternehmer beauftragen

Unternehmer aus Osteuropa, aber auch aus Belgien, den Niederlanden und Großbritannien haben meist keinen Versicherungsschutz für das „qualifizierte“ Verschulden. Nach deutschem Recht bedeutet das „qualifizierte Verschulden“ aber immer eine unbegrenzte Haftung. So regelt es Artikel 29 des Übereinkommens über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr, kurz CMR.

Das sollten Sie tun

Wichtig ist in diesen Fällen, dass Sie sich von Ihrem ausländischen Subunternehmer neben

  • seiner Versicherungsbestätigung auch
  • eine deutschsprachige Übersetzung des Versicherungsvertrags

vorlegen lassen.

Daraus muss vor allem hervorgehen

  • die Deckungssumme insgesamt, aber auch,
  • welche Deckungssumme für qualifiziertes Verschulden besteht und
  • welche Ausschlüsse der Versicherer vorsieht.

Nur so können Sie entscheiden, ob Sie den Auftrag wirklich an den vorgesehenen Subunternehmer weiterleiten können.

Beispiel:

Es gibt tschechische Versicherer, die bei Diebstahl generell gar nichts zahlen. Wird nun ausgerechnet der Lkw „geleert“, der die Waren Ihres Kunden transportiert, kann es schnell passieren, dass Sie plötzlich selbst in der Haftung stehen, weil dem Subunternehmer selber das Geld fehlt, um den Schaden zu ersetzen!

Fremdunternehmerpolice kann sich lohnen

Wenn Sie dennoch aufgrund der günstigen Preise mit einem solchen ausländischen Subunternehmer zusammenarbeiten möchten, fragen Sie Ihren Versicherer nach einer Fremdunternehmerpolice.

Tipp: Das empfiehlt sich immer dann, wenn Ihr Subunternehmer höherwertiges Gut transportiert. Also Gut mit einem Wert, der über der Regelhaftung von 11 € pro Kilogramm liegt

Fazit: Das sollten Sie unbedingt vor dem Auftrag prüfen

1. Prüfen Sie bei Aufträgen mit Subunternehmern immer, und dann regelmäßig, ob deren Versicherungsschutz ausreichend und/oder noch vorhanden ist.
2. Stellen Sie sicher, dass alle Verpflichtungen aus Ihrem Vertrag mit dem Auftraggeber auch wirklich 1:1 an den Subunternehmer weitergegeben werden, also
*Termin,
*Art des Fahrzeugs,
*Art des Transports oder des Transportfahrzeugs usw.
3. Und entscheiden Sie bei Aufträgen mit geringen Margen von 100 oder 200 €, ob es sich da wirklich lohnt, ein Risiko von 50.000, 100.000 € und mehr einzugehen!

 

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