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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Umsatzsteuer berechnen oder nicht?

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Von Midia Nuri,

Frage: Ich bereite mich gerade auf meine Selbstständigkeit vor. Kann ich selbst entscheiden, ob ich Umsatzsteuer berechne oder nicht? Und: Was ist günstiger?

 

Antwort: Wenn Sie als Existenzgründer im Gründungsjahr voraussichtlich nicht mehr als 17.500 € Umsatz machen, können Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen und brauchen keine Umsatzsteuer zu berechnen (§ 19 Umsatzsteuergesetz).
Entscheidungshilfe:
In diesen Fällen sollten Sie die Kleinunternehmerregelung wählen (keine Umsatzsteuer):

  • Ihre Kunden sind vor allem Privatleute, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind.
  • Ihre Selbstständigkeit ist so angelegt, dass Sie wahrscheinlich dauerhaft unter der 17.500-€-Umsatzgrenze (Bruttogrenze) bleiben.
  • Weniger bürokratischer Aufwand: Nutzen Sie die Kleinunternehmerregelung, brauchen Sie keine Voranmeldungen und keine Umsatzsteuerjahreserklärung abzugeben.

 

 

In diesen Fällen sollten Sie eher die Regelbesteuerung wählen (Sie berechnen und zahlen Umsatzsteuer):

  • Ihre Kunden sind Unternehmer, die umsatzsteuerpflichtig und zum Vorsteuerabzug berechtigt sind. Diesen Kunden ist es egal, wenn sie Umsatzsteuer zahlen, da sie die Beträge über die Vorsteuer zurückbekommen.
  • Sie tätigen in der Gründungsphase große Investitionen. Über die Vorsteuer verrechnen Sie die selbst gezahlte Umsatzsteuer mit Ihrer Umsatzsteuerschuld, die Sie gegenüber dem Finanzamt haben. Bei größeren Investitionen kommt schnell ein Erstattungsbetrag für Sie dabei heraus.

Vorsicht, Falle!
Die Kleinunternehmerregelung, die vor allem Existenzgründer nutzen, birgt eine gefährliche Falle. Prüfen Sie, ob Sie betroffen sind!
Was nur die wenigsten wissen: Die 17.500-€-Grenze wird monatsgenau berechnet. Ein Beispiel macht deutlich, warum das zur unangenehmen Falle bei der Gründung werden kann:
Michael M. hat sich im November 2011 mit einem Online-Shop selbstständig gemacht. In den beiden Monaten hat er je 2.500 € Umsatz gemacht – insgesamt in 2011 also 5.000 €. „Das ist weit unter den 17.500 € – also bin ich in 2012 Kleinunternehmer und brauche keine Umsatzsteuer zu berechnen“, denkt er.
Doch der Fiskus rechnet anders: Die Umsatzgrenze gilt bei Gründung pro Monat. Folge: Michael M. hat die Grenze mit seinen 5.000 € überschritten. Er hätte im November und Dezember maximal 2.916 € einnehmen dürfen, um 2012 weiter die Kleinunternehmerregelung nutzen zu können (17.500 € ÷ 12 × 2). Das wird dem Finanzamt spätestens bei der Abgabe der Steuererklärung auffallen. Wenn Michael M. aus unserem Beispiel seine Steuererklärung für 2011 abgibt, muss er für alle Umsätze des Jahres 2012 Umsatzsteuer nachzahlen – und sich eventuell noch mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung auseinandersetzen!

Tipp: Wenn Sie die Kleinunternehmerregelung nutzen, überprüfen Sie genau, ob Sie die Umsatzgrenze bei monatlicher Betrachtung überschreiten, um sich zu schützen!

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