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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Umsatzsteuer: Die böse Vorsteuer-Falle

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Steuer Umsatzsteuer

Von Midia Nuri,

Eine der ärgerlichsten und teuersten Steuerfallen ist die Vorsteuerfalle. Darum geht es: Die Umsatzsteuer aus Rechnungen, die Sie selbst erhalten und bezahlen, können Sie als Vorsteuer geltend machen.

Das heißt, Sie ziehen diese bereits an andere Unternehmen gezahlten Umsatzsteuerbeträge von Ihrer Umsatzsteuer ab, die Sie vierteljährlich oder monatlich voranmelden und ans Finanzamt abführen. Der Vorsteuerabzug ist jedoch nur möglich, wenn die Eingangsrechnungen nach § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) eine ganze Liste von Pflichtangaben enthalten. Überprüft das Finanzamt Ihre Eingangsrechnungen, aus denen Sie die Vorsteuer geltend gemacht haben, und findet einen Fehler darin, macht es den Vorsteuerabzug sofort rückgängig und Sie müssen den entsprechenden Betrag nachzahlen.

Achtung! Fehler fallen schnell auf!

Viele Selbstständige wiegen sich in Sicherheit und überprüfen nicht jede Rechnung ganz genau, aus der sie Vorsteuer geltend machen. Oder sie meinen, dass eventuelle Fehler nur bei einer Betriebsprüfung auffallen könnten. Und Betriebsprüfungen bekommen doch nur die großen Unternehmen, so der Irrglaube. Doch Vorsicht: Bedenken Sie: Oft fordern die Finanzämter stichprobenartig Belege an – z. B. dann, wenn Sie in einem Monat oder einem Quartal eine größere Investition getätigt haben und deshalb Umsatzsteuer erstattet bekommen. In diesem Fall lassen sich die Beamten gern einmal alle Rechnungen und Belege des Monats oder Quartals vorlegen – eine Prüfung ist dazu gar nicht notwendig!

Auf einen Blick: die häufigsten Fehler

Die häufigsten Gründe, warum eine Rechnung nicht anerkannt wird, sind diese:

  • Das Entgelt wird falsch oder gar nicht angegeben.
  • Der Name und die Anschrift des Rechnungsempfängers fehlen.
  • Der Name und die Anschrift des Rechnungsausstellers fehlen.
  • Der Rechnungsaussteller ist nicht identisch mit dem leistenden Unternehmer.
  • Der Steuerbetrag wird falsch aufgeführt.
  • Der Zeitpunkt der Leistung wird nicht angegeben.
  • Die im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts (Boni, Rabatte) ist nicht berücksichtigt.
  • Die Rechnung nennt einen falschen Steuersatz.
  • Die Rechnung nennt keinen Steuersatz.
  • Die Rechnung weist Leistungen bzw. Lieferungen aus, die gar nicht erbracht wurden.
  • Die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird nicht mitgeteilt.

Was tun, wenn Sie eine fehlerhafte Rechnung bekommen?

Um sich den Vorsteuerabzug zu sichern, sollten Sie in jedem Fall umgehend eine korrigierte Rechnung anfordern. Nutzen Sie für Ihre Aufforderung den folgenden Musterbrief:

Musterbrief

Vorsteuerabzug aus Ihrer Rechnung vom 1.9.2010

Sehr geehrter Herr Mustermann,

in der Anlage sende ich Ihnen Ihre Rechnung zurück, die in dieser Form nicht den umsatzsteuerlichen Vorschriften entspricht. Einen Vorsteuerabzug kann ich nur in Anspruch nehmen, wenn Sie die beigefügte Rechnung wie folgt ändern bzw. ergänzen:

  • Angabe Ihres vollständigen Namens einschließlich Anschrift und meinen vollständigen und korrekten Namen einschließlich Anschrift als Abnehmer bzw. Empfänger der Lieferung oder Leistung
  • Angabe Ihrer Steuernummer bzw. Ihrer USt-Identifikationsnummer
  • Angabe des Rechnungsdatums
  • Angabe des Zeitpunkts (Monats) der Lieferung oder sonstigen Leistung
  • Angabe der laufenden Rechnungsnummer
  • Mengenangabe bzw. handelsübliche Bezeichnung der Liefergegenstände bzw. der sonstigen Leistung
  • Angabe des Nettoentgelts bzw. Aufschlüsselung des Entgelts nach Steuersätzen
  • Angabe des Steuersatzes und Betrag der Umsatzsteuer, der auf das Entgelt entfällt, und Angaben zu den zwischen uns bestehenden Rabattvereinbarungen

Bitte senden Sie mir eine berichtigte Rechnung zusammen mit diesem Vor- druck innerhalb von 14 Tagen zurück. Ich weise darauf hin, dass ich die Umsatzsteuer erst zahlen werde, wenn mir eine korrigierte Rechnung vorliegt, die mir den Vorsteuerabzug ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen

Halten Sie sich an diese Grundsätze:

  • Warten Sie mit der Bezahlung, bis die korrekte Rechnung bei Ihnen eingetroffen ist.
  • Schickt Ihnen das leistende Unternehmen trotz Ihrer entsprechenden Aufforderung keine korrigierte Rechnung, zahlen Sie lediglich den Betrag ohne Umsatzsteuer.

 

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