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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Umsatzsteuer: Kleinste Rechnungsfehler können den Vorsteuerabzug kosten

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Von Midia Nuri,

Als Steuerverantwortlicher werden Sie Ihre Mitarbeiter ohnehin schon darauf hingewiesen haben, die Rechnungseingänge nicht nur auf inhaltliche, sondern auch auf formelle Richtigkeit zu überprüfen.

Dies wird zukünftig noch wichtiger. Denn kleinste formelle Fehler können dazu führen, dass Ihnen der Vorsteuerabzug versagt wird. Die Richter des Bundesfinanzhofs haben mit ihrem Urteil vom 8. 10. 2008, Az. V R 59/07, veröffentlicht am 17. 12. 2008, die Ausgangslage verschärft.

Umsatzsteuer: Leistungsbeschreibung so genau wie eben möglich

In ihrem o. g. Urteil haben die BFH-Richter den Vorsteuerabzug aus einer Eingangsrechnung mit folgender Leistungsbeschreibung nicht akzeptiert: ,,Für technische Beratung und Kontrolle im Jahr 1996“. Die Rechnung enthält keine weiteren Angaben in Bezug auf die Leistungsbeschreibung und dort wird auf Geschäftsunterlagen nicht verwiesen. Der Nettobetrag beläuft sich immerhin auf 50.000. Für die Richter ist diese Formulierung nicht ausreichend, da die damit abgerechnete Leistung nicht identifiziert werden konnte. Sie würden diese Leistungsangabe nur dann akzeptieren, wenn sich weitere Angaben aus der Rechnung oder Ihren Geschäftsunterlagen ergeben würden.

Beispiel: In Ihren Betriebsräumen werden Reparaturarbeiten durchgeführt. Der von Ihnen beauftragte Handwerker erteilt Ihnen für den Monat Dezember 2008 folgende

Rechnung (Ausschnitt), weitere Informationen (z. B. Stundenzettel) sind der Rechnung

nicht beigefügt:

Flickarbeiten, 11 Std. à 33 363,00

19 % Umsatzsteuer 68,97

Summe 431,97

Bei strenger Auslegung der BFH-Kriterien steht Ihnen aus dieser Rechnung kein Vorsteuerabzug zu. Die Rechnung enthält keine Informationen, wann und an welchen Gebäudeteilen Flickarbeiten durchgeführt worden sind. Daher empfehle ich Ihnen, die Rechnung zu beanstanden. Lassen Sie durch den Unternehmer alle ausgeführten Arbeiten so genau wie möglich beschreiben. Denn nur dann können Sie sicher sein, Ihren Vorsteueranspruch nicht zu riskieren.

Umsatzsteuer: Rechnungen besonders von kleinen Dienstleistern prüfen

Die Erfahrung zeigt, dass gerade kleinere Unternehmen oder Ein-Mann-Betriebe ihre eigentliche Dienstleistung hervorragend erbringen, bei der Rechnungsstellung aber mitunter Probleme haben. Der Grund liegt oftmals darin, dass sich Gesetzesänderungen oder Konsequenzen aus Finanzgerichtsurteilen bei diesen Betrieben erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung herumsprechen. Daher ist hier die Rechnungseingangskontrolle enorm wichtig. Dies gilt gerade für die Unternehmen, die ihren Betrieb eingestellt haben. Dann können Sie im Nachhinein keine berichtigten Rechnungen mehr erhalten. Konsequenz: Die Vorsteuer ist verloren, obwohl sie Ihnen eigentlich zustehen würde.

Umsatzsteuer: Prüfer würde Vorsteuerabzug versagen

Die o. g. Rechnung über Flickarbeiten aus Dezember 2008 wird im Rahmen einer Betriebsprüfung im Jahr 2012 vom Prüfer beanstandet. Sofern das Unternehmen dann noch wirtschaftlich aktiv ist, können Sie eine berichtigte Rechnung anfordern.

Die Vorsteuer aus der berichtigten Rechnung können Sie allerdings erst im Voranmeldungszeitraum des Jahres 2012 anmelden. Der Prüfer wird den Vorsteuerabzug für das Jahr 2008 versagen. Umsatzsteuerlich ergeben sich zwar keine Unterschiede, allerdings wird der Zeitraum ab 1. 5. 2010 bis zur Vorlage der berichtigten Rechnung mit 0,5 % je Monat verzinst. Geld, das Sie bei einer Rechnungseingangskontrolle leicht hätten sparen können. Sollten Sie einwenden, dass sich bei einem Vorsteuerbetrag von 68,97 der Aufwand nicht lohnt, haben Sie grundsätzlich Recht. Aber würde der Vorsteuerbetrag 50.000 betragen, sieht die Sache vollkommen anders aus.

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