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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Umsatzsteuer: So umgehen Sie 2011 die 3 gemeinsten Fallen beim Vorsteuerabzug

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Von Midia Nuri,

Die Umsatzsteuer aus Rechnungen, die Sie im Unternehmen bezahlen, kann als Vorsteuer geltend gemacht werden. Das heißt, die Buchhaltung zieht die bereits an andere Unternehmen gezahlten Umsatzsteuerbeträge von Ihrer Umsatzsteuer ab, die Sie vierteljährlich oder monatlich voranmelden und ans Finanzamt abführen.

Der Vorsteuerabzug ist jedoch nur möglich, wenn die Eingangsrechnungen nach § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) eine ganze Reihe von Pflichtangaben enthalten – wie die folgende Übersicht zeigt:

 

  Rg. bis 150 Euro Rg. darüber
Name und Anschrift des leistenden Unternehmens

Wichtig:
Sie sollten überprüfen, ob das Unternehmen an der angegebenen Adresse tatsächlich existiert!
Pflicht Pflicht
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer   Pflicht
Name und Anschrift des Leistungsempfängers Pflicht Pflicht
Ausstellungsdatum Pflicht Pflicht
Fortlaufende Rechnungsnummer   Pflicht
Zeitpunkt der Lieferung/Leistung   Pflicht
Menge und Bezeichnung der Ware und/oder Art und Umfang der Leistung.

Wichtig:
Beschreibung der Leistung muss nachvollziehbar sein! Es müssen z. B. genaue Beschreibungen der ausgeführten Arbeiten enthalten sein.
Pflicht Pflicht
Nettobetrag   Pflicht
Umsatzsteuersatz oder Hinweis auf Steuerbefreiung Pflicht Pflicht
Umsatzsteuerbetrag   Pflicht
Bruttobetrag Keine Pflicht, aber sinnvoll Pflicht
Hinweis auf im Voraus vereinbarte Skonti oder Rabatte   Pflicht

Überprüft das Finanzamt Ihre Eingangsrechnungen, aus denen Sie die Vorsteuer geltend gemacht haben, und findet einen Fehler darin, macht es den Vorsteuerabzug sofort rückgängig und Sie müssen den entsprechenden Betrag nachzahlen.

Die gefährliche Entwicklung: Betriebsprüfer und Finanz-Richter legen die Regeln immer pingeliger aus und fordern immer häufiger solche Nachzahlungen. Worauf besonders geachtet wird:

Falle 1: Lieferzeitpunkt nicht genannt
Die Gefahr: Auf jeder Rechnung muss der Zeitpunkt der Lieferung auch dann zwingend angegeben sein, wenn er mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist (BFH, Urteil vom 17.12.2008, Az. XI R 62/07).
Nun kommt es gerade bei Barbelegen häufig vor, dass der Zeitpunkt der Lieferung nicht explizit genannt wird.

Beispiel:
Sie kaufen im Büromarkt einen Drucker für 200 € plus Umsatzsteuer von 38 €. Sie zahlen in bar. Auf dem Kassenbeleg ist aber nur das Datum angegeben, nicht ein konkreter Liefertermin – dann kann es passieren, dass dieser Beleg nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt!
So schützen Sie sich: Überprüfen Sie jeden Beleg – am besten schon bei Ausstellung – daraufhin, ob darauf das Lieferdatum vermerkt ist. Schauen Sie sich die Barbelege genau an! Hier ist die Gefahr am größten.
Fordern Sie eine korrigierte Kopie mit Lieferdatum, wenn dieses nicht vermerkt ist!

Bei den so genannten Kleinbetragsrechnungen bis 150 € (netto, also ohne Umsatzsteuer) ist die Angabe des Lieferdatums nicht erforderlich. Hier brauchen Sie sich also keine zusätzliche Arbeit zu machen, wenn die Angabe fehlt
Falle 2: Bonus oder Preisnachlass nicht vermerkt
Die Gefahr: Sie haben mit einem Lieferanten vereinbart, dass Sie einen Bonus oder Preisnachlass erhalten, wenn Sie gewisse Abnahmemengen überschreiten. Schreibt der Lieferant eine Zwischenrechnung und vermerkt die Bonus-Vereinbarung nicht darin, wird der Vorsteuerabzug nicht anerkannt (Finanzgericht Münster, Urteil vom 13.1.2009, Az. 5 K 5721/04 U). So schützen Sie sich: Haben auch Sie eine solche oder ähnliche Bonusvereinbarung mit Ihrem Lieferanten, achten Sie darauf, dass der Lieferant auf den Rechnungen darauf hinweist.

Mögliche Formulierungen:

"Es ergibt sich eine Entgeltminderung aufgrund unserer Rabattvereinbarung vom ..."
"Wir verweisen auf unsere Bonusvereinbarung vom ..."
Falle 3: Falsche Steuernummer
Die Gefahr: Das Unternehmen, das Ihnen eine Rechnung ausstellt, gibt eine falsche Steuernummer an. Finanzbeamte können das zum Anlass nehmen, den Vorsteuerabzug nicht anzuerkennen, auch wenn das Unternehmen unter der angegebenen Adresse existiert. So schützen Sie sich: Sind Sie betroffen, verweisen Sie auf ein Urteil des Finanzgerichts Köln (vom 22.10.2008, Az. 4 K 1367/05). Danach ist es Ihnen nicht möglich, die Korrektheit einer Steuernummer zu überprüfen. Wenn alle anderen Pflichtangaben in Ordnung sind, muss der Vorsteuerabzug anerkannt werden.

 

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