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Der Abzug der Vorsteuer ist Kernbestandteil des bestehenden Umsatzsteuersystems. Ändern sich die Verhältnisse, die für den ursprünglichen...

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Umsatzsteuerfallen: Wie Sie Ihre Firma 2010 davor schützen

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Steuern Umsatzsteuer

Von Midia Nuri,

Die Gefahr lauert bei jeder Umsatzsteuervoranmeldung, die Sie monatlich oder vierteljährlich abgeben: Das Finanzamt schaut sich Ihre Eingangsrechnungen einmal genauer an und erkennt den Vorsteuerabzug nicht an. Teure Nachzahlungen drohen ...

die Gefahr lauert bei jeder Umsatzsteuervoranmeldung, die Sie monatlich oder vierteljährlich abgeben: Das Finanzamt schaut sich Ihre Eingangsrechnungen einmal genauer an und erkennt den Vorsteuerabzug nicht an. Teure Nachzahlungen drohen ...

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die zur Aberkennung des Vorsteuerabzugs führen. Selbst wenn die Rechnung alle Pflichtangaben enthält, finden die Beamten und Betriebsprüfer immer wieder das Haar in der Suppe.

Existenzgründer stehen dabei unter besonderer Beobachtung des Finanzamts. Der Grund: In der Gründungsphase haben Sie durch die Gründungsinvestitionen oft höhere Ausgaben als Einnahmen. Das führt bei den Umsatzsteuer-Voranmeldungen und -Erklärungen naturgemäß zu Erstattungsbeträgen, die das Finanzamt an den Gründer zahlen muss. Und hier wittert der Finanzbeamte grundsätzlich sofort Betrug und Nachlässigkeit. Er lässt sich folglich die Rechnungen vorlegen – auf schriftliche Bitte hin oder direkt mit einer unangemeldeten Umsatzsteuer-Nachschau. Und dann macht er sich auf die Suche nach kleinsten Verfehlungen, um den Vorsteuerabzug zu streichen oder Nachzahlungen für „unberechtigten Vorsteuerabzug“ einzufordern.

Die 3 häufigsten Umsatzsteuerfallen

Damit Sie sich besser schützen, habe ich hier die 3 häufigsten Fallen zusammengestellt, die immer wieder zur Aberkennung des Vorsteuerabzugs führen.

Falle 1: Lieferzeitpunkt nicht genannt

Die Gefahr: Auf jeder Rechnung muss der Zeitpunkt der Lieferung auch dann zwingend angegeben sein, wenn er mit dem Ausstellungsdatum der Rechnung identisch ist (BFH, Urteil vom 17.12.2008, Az. XI R 62/07). Nun kommt es gerade bei Barbelegen häufig vor, dass der Zeitpunkt der Lieferung nicht explizit genannt wird. Beispiel: Sie kaufen im Büromarkt einen Drucker für 200 € plus Umsatzsteuer von 38 €. Sie zahlen in bar. Auf dem Kassenbeleg ist aber nur das Datum angegeben, nicht ein konkreter Liefertermin – dann kann es passieren, dass dieser Beleg nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt!

So schützen Sie sich: Überprüfen Sie jeden Beleg – am besten schon bei Ausstellung – daraufhin, ob darauf das Lieferdatum darin vermerkt ist. Schauen Sie sich die Barbelege genau an! Hier ist die Gefahr am größten. Fordern Sie eine korrigierte Kopie mit Lieferdatum, wenn dieses nicht vermerkt ist!

Tipp: Bei den so genannten Kleinbetragsrechnungen bis 150 € ist die Angabe des Lieferdatums nicht erforderlich. Hier brauchen Sie sich also keine zusätzliche Arbeit zu machen, wenn die Angabe fehlt.


Falle 2: Ware nicht genau beschrieben

Die Gefahr: Auf jeder Rechnung muss die Menge und die Bezeichnung der gelieferten Ware stehen. Ist die Ware nicht eindeutig beschrieben, droht die Aberkennung des Vorsteuerabzugs. Beispiel: Ein übereifriger Sachbearbeiter im Finanzamt beanstandete, dass in einer Rechnung über elektronische Bauteile die Seriennummern nicht eingetragen worden waren. Deshalb sollte der Kunde die ausgewiesene Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer geltend machen können – obwohl die handelsübliche Bezeichnung und die Menge der gelieferten elektronischen Bauteile ordentlich aufgeführt waren.

So schützen Sie sich: Der beschriebene Fall mit den Seriennummern wurde vor dem Hessischen Finanzgericht verhandelt. Und hier wurde das Finanzamt in seine Schranken verwiesen. Dem Rechnungsempfänger wurde trotz der fehlenden Seriennummern der Vorsteuerabzug gestattet (Urteil vom 18.1.2006, Az. 6 V 3026/05).

Tipp: Die Ware brauchen Sie auf Ihren Rechnungen zwar nicht bis ins kleinste Detail zu beschreiben sein. Achten Sie jedoch darauf, dass die Beschreibung so gestaltet ist, dass die Rechnung einer Lieferung genau zugeordnet werden kann. So vermeiden Sie unnötigen Ärger.

Falle 3: Ungenaue Leistungsbeschreibung

Die Gefahr: Besonders bei Rechnungen für wiederkehrende Dienstleistungen passiert es schnell, dass die Leistung nicht genau nach Art, Umfang und Zeitpunkt beschrieben wird. Beispiel: Ein Unternehmen hatte eine Rechnung über „technische Beratung und Kontrolle“ geschrieben. Weiter war die Leistung nicht beschrieben. Ein Vorsteuerabzug durch den Rechnungsempfänger kommt bei einer so unkonkreten Beschreibung nach höchstrichterlicher Entscheidung nicht in Frage (BFH, Urteil vom 8.10.2008, Az. V R 59/07).

So schützen Sie sich: Fordern Sie vom Absender eine neue Rechnung mit detaillierter Leistungsbeschreibung an, wenn Sie eine Rechnung mit einer lapidaren Beschreibung erhalten. Bestehen Sie darauf, dass die Leistung so beschrieben wird, dass Art, Umfang und Zeitpunkt klar sind. Beispiel:

  • So nicht: „Reinigungsarbeiten“
  • So ist es besser: „Reinigung des Hausflurs und Putzen der Fenster am 10.11.2009, 4 Stunden“

 

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