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Während der Geschäftsreise den Hotelparkplatz nutzen: Das kostet 19 % Umsatzsteuer

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Umsatzsteuer
Urheber: bierwirm | Fotolia

Von Heinz-Wilhelm Vogel,

Bei Geschäftsreisen stellen Sie Ihren Dienstwagen über Nacht auf dem Parkplatz des Hotels ab, in dem Sie übernachten? Dann interessiert sich dafür auch das Finanzamt, und zwar im Rahmen der Reisekostenabrechnung. Dabei geht es darum, ob für die Parkgebühren 7 oder 19 % Umsatzsteuer fällig werden.

Nutzung eines Parkplatzes zählt nicht zur Übernachtung

Der BFH hat jetzt klargestellt, dass für diese Parkgebühren der Regelsteuersatz von 19 % Umsatzsteuer gilt (Urteil vom 1.3.2016, Az. XI R 11/14, veröffentlicht am 29.6.2016). Die Übernachtungs­ kosten unterliegen bekanntlich dem ermäßigten Steuersatz von 7 %.

Der gesplittete Steuersatz von 7 bzw. 19 % bedeutet: Bei einem Pauschalpreis müssen die Hotelleistungen„aufgedröselt“ werden. Das gilt auch dann, wenn das Hotel für einen Kfz­Stellplatz kein gesondertes Entgelt berechnet. Der entschiedene Fall dreht sich um ein Hotel mit Restaurant sowie Well­ness­, Beauty­ und Fitnessbereichen. Für die Gäste standen am Hotel Park­ möglichkeiten zur Verfügung. Sie durften die Kfz­-Stellplätze unabhängig davon nutzen, ob sie im Hotel über­nachteten oder nur das Restaurant oder den Sauna­ und Wellnessbereich besuchten.

Pauschalpreise haben steuerlich immer einen Nachteil

In diesen Fällen lässt sich nicht feststel­len, welcher Anteil auf die Leistungen entfällt, für die der Steuersatz von 7 bzw. 19 % Umsatzsteuer gilt. Dann müssen die Kostenanteile im Wege der Schät­ zung ermittelt werden. Schätzungsmaß­stab kann beispielsweise der kalkulatorische Kostenanteil zuzüglich eines angemessenen Gewinnaufschlags sein. Dies ist für Sie als Hotelgast aber über­haupt nicht nachvollziehbar und allein schon deshalb nicht praktikabel.

Diese Vereinfachungsregel erleichtert Ihnen die Arbeit

Den Ausweg aus diesem Dilemma bil­det die Vereinfachungsregel, die die Finanzverwaltung jetzt zulässt. Sie ver­weist auf Abschn. 12.16 Abs. 12 Um­satzsteuer­ Anwendungserlass. Danach gilt Folgendes:

An sich müssten auch alle Leistungen, für die der ermäßigte Steuersatz nicht gilt, gesondert in der Rechnung ausgewiesen werden, und zwar lückenlos. Aber: Die Finanzverwaltung lässt es zu, dass einige nicht begünstigte Leistungen in einem Pauschalangebot zu einem Sammel­ posten zusammengefasst werden (z. B. „Business ­Package“, „Servicepauschale“). Der darauf entfallende Entgeltanteil wird in einem Betrag ausgewiesen.

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Dieser Sammelposten umfasst u.a. auch die Überlassung von Kfz­-Stellplätzen. Welche Leistungen darüber hinaus im Sammelposten berücksichtigt werden dürfen, zeigt die Übersicht, die Sie unter www.rechnungswesen-aktuell.org abru­fen können.

Empfehlung: Sie können zusätzlich noch von einer weiteren Vereinfachungsregelung profitieren: Es ist generell zulässig, wenn der auf das Business-Package bzw. die Servicepauschale entfallende Entgeltanteil mit 20 % des Pauschalpreises angesetzt wird.

Beispiel: Während einer Geschäfts­ reise übernachten Sie an 3 Tagen in einem Hotel in Hamburg. Sie handeln einen Pauschalpreis von 150 € (brut­to) pro Nacht aus, einschließlich Busi­ness ­Package, bestehend aus Frühstück, Saunanutzung und Kfz­-Stellplatz in der Tiefgarage des Hotels. Dann ist es zu­ lässig, den Gesamtbetrag in Höhe von 450 € wie folgt aufzusplitten: Übernach­tungskosten in Höhe von 360 € und das Business ­Package in Höhe von 90 €.

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