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Was steckt eigentlich hinter der Corporate Identity? Alles was Ihre Persönlichkeit als Person ausmacht gilt ebenfalls für Ihr Unternehmen.

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Corporate Identity: Nur typische Berufskleidung ist USt-frei

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Urheber: drubig-photo | Fotolia

Von Heinz-Wilhelm Vogel,

Immer mehr Unternehmen legen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter gegenüber Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern ein einheitliches Erscheinungsbild abgegeben. Was das Image des Unternehmens sichtbar fördert, sorgt gleichzeitig immer wieder für Streit mit dem Finanzamt.

Es geht um die korrekte umsatzsteuerliche Behandlung dieses Imagetransfers gegen geringes Entgelt. Denn den Mitarbeitern wird die Berufskleidung regelmäßig stark verbilligt oder sogar kostenlos überlassen. Das von ihnen zu leistende Entgelt für die Überlassung der Arbeitskleidung liegt meist weit unter den Selbstkosten des Unternehmens.

Das Finanzamt legt dagegen die tatsächlichen Gesamtkosten für die Kleidungsstücke als Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer zugrunde.

Die praktischen Auswirkungen der Mindestbemessungsgrundlage

Bei „Leistungen, die ein Unternehmer an sein Personal aufgrund des Dienstverhältnisses ausführt“, ist für die Ermittlung der Umsatzsteuer das tatsächliche Entgelt zugrunde zu legen, mindestens aber die Kosten, die dem Unternehmen entstanden sind (Mindestbemessungsgrundlage gemäß § 10 Abs. 5 Umsatzsteuergesetz).

Die Finanzgerichte stellen auf diese Kriterien ab

Darauf weisen zwar auch die Finanzgerichte hin, soweit sie sich mit dieser Frage befasst haben. Gleichzeitig ziehen sie aber auch den Vergleich zu Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmen im Betriebsalltag unentgeltlich gegenüber seinen Mitarbeitern erbringt.

Diese Leistungen sind nur dann steuerbar, wenn sie dem privaten Bedarf der Mitarbeiter dienen und keine Aufmerksamkeiten vorliegen. Nur in solchen Fällen wenden die Finanzgerichte auch bei einer verbilligten Überlassung von Arbeitskleidung die Mindestbemessungsgrundlage an.

Unterscheiden Sie diese beiden Fälle:

1. Betriebsausgaben: Typische Berufskleidung

Tragen Sie und Ihre Mitarbeiter typische Berufskleidung, handelt es sich bei den Anschaffungskosten um Betriebsausgaben. Zur typischen Berufskleidung gehören Kleidungsstücke, die

  • als Arbeitsschutzkleidung auf die jeweils ausgeübte Berufstätigkeit zugeschnitten sind (z. B. Blaumann, Kittel, Arbeitsschuhe) oder
  • nach ihrer z. B. uniformartigen Beschaffenheit oder etwa durch ein aufgesticktes Praxis- bzw. Firmenemblem objektiv eine berufliche Funktion erfüllen.

Weitere Voraussetzung in diesen beiden Fällen: Eine private Nutzung der Kleidungsstücke ist so gut wie ausgeschlossen. Normale Schuhe beispielsweise sind keine typische Berufskleidung. Das hat jetzt noch einmal das Finanzgericht Münster klargestellt (Urteil vom 1.7.2015, Az. 9 K 3675/14, veröffentlicht am 3.8.2015). Im entschiedenen Fall gehörte es zu den „Servicestandards“ eines Schuhhauses, dass das Verkaufspersonal „sauber geputzte Schuhe aus eigenem Haus“ trägt.

Dazu die Münsteraner Finanzrichter: Selbst wenn die Verkäufer die Schuhe extra zur Nutzung im Beruf angeschafft haben, handelt es sich bei ihnen nicht um typische Berufskleidung. Die Schuhe können genauso gut auch privat getragen werden.

2. Keine Betriebsausgaben: Bürgerliche Kleidung

Bürgerliche Kleidung ist dadurch gekennzeichnet, dass sie genauso gut auch im Privatleben getragen werden kann. Sie ist nicht als Arbeitsschutzkleidung auf die jeweils ausgeübte Berufstätigkeit zugeschnitten. Auch erfüllt sie keine berufliche Funktion, indem sie uniformartig beschaffen oder mit Praxis- oder Firmenemblemen versehen ist.

Achtung: In diesem Fall sind die Anschaffungskosten selbst dann nicht als Betriebsausgaben steuerlich
berücksichtigungsfähig, wenn die betreffende Kleidung ausschließlich im Betrieb/am Arbeitsplatz getragen und auch dort außerhalb der Arbeitszeit verwahrt wird.

Ersparen Sie sich unnötige Diskussionen mit dem Finanzamt: Diese 3 Argumente zählen generell nicht

Unter Marketinggesichtspunkten gibt es viele gute Gründe, die Mitarbeiter einheitlich mit bürgerlicher Kleidung auszustatten. Zumindest steuerlich zählen folgende Argumente aber überhaupt nicht:

  • Sie wollen nicht nur durch die gute Qualität und das ausgewogene Sortiment Ihrer Dienstleistungen oder Produkte und die Qualifikation Ihrer Mitarbeiter überzeugen, sondern sich auch durch ein ansprechendes einheitliches äußeres Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit präsentieren.
  • Sie wollen die Bindung (das „Wir-Gefühl“) Ihrer Mitarbeiter an Ihre Praxis/Ihr Unternehmen steigern und damit zugleich auch deren Engagement für die Belange Ihrer Praxis/Ihres Unternehmens stärken.
  • Die Zufriedenheit der Kunden sowie ihre Bindung an Ihre Praxis/Ihr Unternehmen sollen erhalten und gestärkt werden.
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