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Existenzgründung mit einem Online-Shop – aber richtig! (Teil 4)

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Teil 4: Gründung mit Internetshop – aber richtig!

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

nachdem wir uns in der letzten Ausgabe mit den grundsätzlichen rechtlichen Rahmenbedingungen beschäftigt haben, sehen wir uns heute einige dieser wichtigen Punkte näher an.

 

Das richtige Impressum

Der Gesetzgeber verlangt ein vollständiges Impressum mit allen relevanten Anbieterangaben. Hier gilt es, einige Formalien peinlich genau zu beachten. So darf man nicht als "Firma" auftreten, wenn keine Eintragung im Handelsregister (DAS ist nämlich die Firma) vorhanden ist. Wer nur eine Gewerbeanmeldung hat, muss mit seinem persönlichen Namen auftreten, nicht nur im Internet. Mindestens ein Vorname muss ausgeschrieben sein, also "Hans Muster" und nicht "H. Muster".

Es muss die jeweils zutreffende Firmierung dargelegt werden. Also um welche Unternehmens- bzw. Gesellschaftsform es sich handelt, wer Geschäftsführer oder Vorstand ist, sowie die Handelsregisternummer und das Gericht - sofern vorhanden.

In das Impressum gehören eine vollständige, ladungsfähige Anschrift (kein Postfach), eine Telefon-Nummer und eine gültige E-Mailadresse. Der Gesetzgeber verlangt, dass der Kunde das Unternehmen auf den üblichen Kommunikationswegen erreichen kann.

Außerdem muss eine Person mit vollem Namen, ggf. mit abweichender Anschrift, als Verantwortlicher für die redaktionellen Inhalte benannt werden. Wer Waren anbietet, die nicht an Jugendliche verkauft werden dürfen, muss in gleicher Weise einen geeigneten Jugenschutzbeauftragten benennen. Der kann im eigenen Unternehmen oder extern sein. Manche Anwälte übernehmen dies gegen eine Gebühr.

Wer auch in das EU-Ausland an Unternehmen verkauft, muss eine Umsatzsteuer-Identnummer haben und diese im Impressum anzeigen. Die Nummer hat nichts mit der normalen Steuernummer zu tun und gilt nur für den EU-Binnenhandel. Sie kann hier beantragt werden: www.formulare-bfinv.de/ffw/action/invoke.do

Das Märchen von den Schutztexten (Disclaimer)

Eines gehört auf keinen Fall in Ihr Impressum: "Mit dem Urteil vom 12. September 1998 - 312 0 58/98 – ‚Haftung für Links‘ hat das Landgericht Hamburg entschieden ..." - Dieser leider immer noch benutzte Disclaimer ist völliger Unsinn. Das Urteil wurde nie rechtskräftig und die Urteilsbegründung sagt auch genau das Gegenteil von dem aus, was uns der Disclaimer weismachen will. Außerdem gibt es in Deutschland keine Rechtsgrundlage für solche  "Schutztexte"

Wenn Sie weitere "Schutz"- und Infoklauseln in Ihr Impressum schreiben wollen, kupfern Sie diese nicht einfach anderswo ab. Die fremden Texte könnten fehlerhaft sein und sie haften letztendlich für alles, was Sie veröffentlichen.

Die Feinheiten der richtigen Artikeldarstellung

Dass man Artikel so beschreiben muss, wie es den Tatsachen entspricht, dürfte hinlänglich bekannt sein. Doch steckt die Tücke im Detail. Viele Artikel sind im stationären Handel mit besonderen Auszeichnungen zu versehen. Diese müssen auch im Onlineshop vorhanden sein.

Schauen Sie also genau hin, welche Zusatzinformationen Ihre Artikel auch im stationären Handel haben müssen. Das sind z. B. Textilkennzeichnungen und Energieeffizienzklassen. Als Händler sollten Sie das wissen. Das Weglassen dieser Informationen kann als Wettbewerbsverstoß geahndet werden.

Links: www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/textilkennzg/gesamt.pdf, de.wikipedia.org/wiki/Energielabel

CE-Kennzeichnung

Tragen Artikel eine CE-Kennzeichnung (in der EU praktisch obligatorisch), muss diese auch dargestellt werden. Sie dürfen das CE-Zeichen aber keinesfalls als "Prüfzeichen" benennen, denn es ist kein Prüfzeichen.

Link: de.wikipedia.org/wiki/CE-Kennzeichnung

Prüfzeichen sind nur solche, hinter denen auch eine unabhängige Prüfung, z.B. durch den TÜV, steht. Alles andere sind einfache Zeichen mit mehr oder weniger Aussagekraft. Oft sind Zeichen auch frei erfunden oder gefälscht und Artikel tragen sie zu Unrecht, weil der Hersteller sie einfach drauf getan hat. Hier sind Sie als Händler immer mit in der Verantwortung und sollten ganz genau darauf achten, was sie wie veröffentlichen.

Links: www.dguv.de/dguv-test/de/produktsicherheit/pruefzeichen/gs-zeichen/index.jsp, www.bmas.de/portal/14110/gpsg.html

Achtung! Fehlerhafte Deklarierung oder Werbung mit „Prüfzeichen“, die keine sind, gelten als Wettbewerbsverstoß!

Link: bundesrecht.juris.de/uwg_2004/anhang_26.html

Preise und Nebenkosten immer genau angeben

Die Preis- und Kostentransparenz ist dem Gesetzgeber und den Verbraucherschützern sehr wichtig. Wer an Verbraucher verkauft, muss immer Preise inkl. Mehrwertsteuer angeben. Nettopreise dürfen bestenfalls zusätzlich und kleiner dargestellt werden.

Preise und Hinweise auf Steuern und Nebenkosten müssen bei jedem Artikel vorhanden sein.

Es müssen stets alle Preisbestandteile deklariert werden. Spätestens im Warenkorb müssen alle Nebenkosten wie Porto und Versandkosten, Versicherungen und was auch immer Sie noch von Ihren Kunden kassieren, angezeigt werden. Ganz unten muss dann der Gesamtbetrag stehen, den der Kunde zu zahlen hat.

Link: bundesrecht.juris.de/pangv/index.html

Achten Sie darauf, dass die Produktbilder auch wirklich das Produkt zeigen, das der Kunde kauft. Das ist nicht nur ehrlicher gegenüber dem Kunden, sondern auch rechtlich korrekt. Wenn Sie kein Produktbild haben, lassen Sie es weg. Wenn ein sehr ähnliches Bild vorhanden ist, können Sie dieses zwar zeigen, müssen aber dazu schreiben, dass es nur eine "Ähnliche Abbildung" ist.

Lieferzeiten und -bedingungen sind wichtig

Informieren Sie Ihre Kunden immer über die Lieferzeiten und mogeln Sie nicht damit. Neben einer Abmahnung oder einem Bußgeld vom Amt kann es auch den Verlust von guten Kunden bedeuten, wenn Sie damit zu kreativ umgehen.

Zeigen Sie die Lieferzeiten bei jedem Artikel im Shop an. Dafür gibt es verschiedene Systeme. Beliebt, aber nur wenig aussagefähig sind die kleinen Ampeln. Viel besser ist es, dem Kunden per Text zu sagen, wann er mit der Lieferung rechnen kann. "Lieferzeit: 2 Tage" ist doch besser zu verstehen, als eine kleine grüne Grafik. Und "Ware ab dem 08. Januar wieder verfügbar", sagt dem Kunden mehr als eine rote Ampel.

Lieferkosten

Die Lieferkosten sind eine komplexe Sache, wenn man sie für jedes Lieferziel explizit vereinnahmen will. Einfacher und für den Kunden verständlicher ist es, eine Pauschale zu nehmen. So kann man die Zahl der Lieferziele minimieren und der Kunde versteht die Kosten besser.

Aber Vorsicht! Sie müssen mit den dargelegten Kosten auch jedes Lieferziel abdecken, das im Shop möglich ist. Wenn ein Kunde aus Timbuktu bei Ihnen bestellen kann, müssen Sie ihm auch die richtigen Versandkosten dorthin anzeigen.

Überlegen Sie sich also genau, wohin sie liefern wollen oder können und passen die Länderfunktion Ihres Shops daran an.

Die von Ihnen akzeptierten Zahlungsarten müssen ebenfalls für jedes Zielgebiet oder jede Kundengruppe explizit beschrieben werden.

Wenn Kunden aus dem Ausland zwar kaufen, aber nicht in ihrer eigenen Währung bezahlen können, müssen Sie darauf hinweisen: "Zahlungen können nur in Euro erfolgen".

Zeitgemäße Shoplösungen können im Admin-Bereich entsprechend konfiguriert werden und zeigen dem angemeldeten Kunden die für ihn vorhandenen Möglichkeiten an. Dennoch müssen ohne Login zugängliche Informationsseiten für Versandoptionen und Zahlungsarten vorhanden sein.

Fazit:

Seien Sie offen und ehrlich zu Ihren Kunden. Geben Sie alle wichtigen und gesetzlich geforderten Informationen an. Sorgen Sie für Transparenz der Angebote, der Vertragsbedingungen und vor allem Ihrer Identität.

Nichts ist für einen Kunden suspekter, als ein Shop, in dem er nicht die Informationen erhält die für seine Kaufentscheidung maßgeblich sind und Vertrauen schaffen.

Wichtiger Hinweis: Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen in diesen Dingen kompetenten Anwalt. Nur dieser kann Ihnen zu Ihrer individuellen Situation passende Empfehlungen geben. Die Kosten dafür sind besser investiertes Geld, als später einen Abmahner und dessen Anwalt zu bezahlen!

Im nächsten Teil meiner Reihe werden wir uns mit der richtigen Präsentation Ihrer Waren beschäftigen.

Herzliche Grüße,

Arthur W. Borens

E-Business Competence
borens.de

 

 

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