Gratis-Download

Heutzutage ist Online Marketing in vollem Gange und gewinnt immer weiter an neuen Kommunikations- und Verbreitungsmöglichkeiten. Dabei sollte sich...

Jetzt downloaden

Gründung mit einem Internetshop – aber richtig! (Teil 9)

0 Beurteilungen

Erstellt:

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, behauptet ein altbekanntes Sprichwort.  Daran ist sogar mehr als nur ein Funken Wahrheit. Wir Menschen sind „augenlastige“ Wesen und unser Gehirn nimmt visuelle Informationen besser auf, als Gelesenes oder Gehörtes.

 

 

Gute Produktfotos steigern den Verkauf.

Für Sie als Online-Verkäufer bedeutet dies, Ihren Shop visuell bestens auszustatten. Neben einer gefälligen, Ihre Zielgruppe ansprechende Aufmachung, gehören gute Produktfotos zu den Grundanforderungen. Shops mit guten Produktfotos verkaufen nachweislich besser.

Sie können solche Fotos gelegentlich von Ihren Zulieferern beziehen. Doch ist das nicht die Regel. Professionelle Produkt-Fotografen sind rar und teuer. Die guten sind sogar auf Monate hinaus ausgebucht.

Greifen Sie doch selbst zur Kamera!

Doch das Selbermachen sollte auch gelernt sein. Hier einige wichtige Tipps zum nötigen Equipment und wie Sie damit gute Produktfotos machen.

Je nach Größe der zu fotografierenden Gegenstände brauchen Sie ein passendes Ministudio. So genannte „Lichtwürfel“ können Sie im Fotofachhandel, aber auch – oft deutlich kostengünstiger – bei Versendern wie „Pearl“ kaufen. Manche bieten komplette Sets mit Tageslichtleuchten in verschiedenen Größen an.

Notfalls geht es auch mit Baustrahlern aus dem Baumarkt. Diese erzeugen jedoch - für die Kamera sichtbar - kein weißes Licht, sondern einen ins Rötliche tendierenden Schleier. Ihre Kamera muss in diesem Fall einen Weißabgleich ermöglichen. Dazu später mehr.

Möglich sind auch Energiesparlampen mit möglichst hoher Wattzahl (nicht unter 9 Watt). Diese gibt es auch als Tageslichtleuchten. Die Mehrkosten dafür sind dies aber auch wert.

Es muss keine Profikamera sein!

Eine Digitalkamera ist die beste Wahl, denn damit ist einfacher zu arbeiten, als mit einer alten Analogkamera mit Film. Es muss aber keine Profikamera sein. Doch auch das unterste Preissegment sollten Sie nicht in Betracht ziehen. Trotz vieler Megapixel sind die Bilder aus diesen Geräten oft flau und nicht sehr scharf, denn die winzigen Linsen lassen keine wirklich guten Bilder zu.

Im Segment ab ca. 200 EUR finden sich dann aber schon für ihre Zwecke taugliche Geräte. Achten Sie darauf, dass die Linsen der Kamera größer sind als ein Daumennagel und die Megapixel nicht über etwa 10 liegen. Die winzigen Fotochips der Minikameras leisten bei hohen Pixelzahlen nicht mehr so gute Arbeit. Ideale Werte sind dafür 5 bis 8 Megapixel (MP).

Gut für Ihre Zwecke sind natürlich auch Bridge-Kameras (kompakt mit fest eingebauten Zoomobjektiv) oder eine digitale Spiegelreflex (DSLR). Hier kann man im Preisbereich zwischen 400 und 700 EUR schon sehr gute Geräte inkl. Objektiv bekommen und auch auf höhere Pixelzahlen gehen.

Nun benötigen Sie noch einen PC und eine ordentliche Bildbearbeitungssoftware, um die Fotos für Ihren Shop aufzubereiten. Jeder halbwegs zeitgemäße PC sollte dafür geeignet sein. Bei der Software müssen Sie darauf achten, dass diese in der Lage ist, die Fotos nötigenfalls zu korrigieren und auf die richtige Größe für den Shop zu rechnen.

Korrekturfunktionen für Farbe, Kontrast, Tonwert, Schärfe und Weißabgleich sind unbedingt erforderlich.  Hier finden Sie eine Übersicht solcher Programme:

www.foto-freeware.de/bildbearbeitung-downloads.php

Wie müssen die Bilder bearbeitet werden?

Ja nachdem, mit welcher Shopsoftware Sie arbeiten, müssen Sie eines oder mehrere Bilder vorbereiten. Stellt Ihre Shopsoftware nur ein Bild dar, rechnen Sie die Bilder auf die Größe (Höhe und Breite in Pixel) herunter, die ideal für die Darstellung auf der Artikelseite ist. Angaben dazu sollte Ihnen die Software oder deren Hersteller liefern.

Sind mehrere Bilder möglich, bereiten Sie ein kleines für die Übersichtsseite und ein größeres für die Detailseite vor. Sofern noch ein Großbild möglich ist, sollte dieses aber nicht größer sein, als ca. 800 x 600 Pixel, damit es auch auf älteren Monitoren mit kleinerer Auflösung noch vernünftig dargestellt wird.

Manche Software erlaubt es auch, für die Detailansicht mehrere Bilder hochzuladen, die dann entweder als Diashow oder durch Mausklick angezeigt werden. So können Sie auch verschiedene Ansichten und Details des jeweiligen Produktes zeigen.

Vorbereitungen für die Aufnahmen.

Denken Sie schon bei der Aufnahme der Fotos an die unterschiedlichen Präsentationsmöglichkeiten, die Ihr Shop bietet. Bereiten sie die Produkte sorgfältig vor. Entferne Sie Staub und andere Verschmutzungen.  Achten Sie auf Kleinigkeiten wie zerkratzte Oberflächen, beschädigte Aufkleber und Beschriftungen, Fingerabdrücke auf Glas oder anderen spiegelnden Oberflächen.

Benutzen Sie bei empfindlichen Oberflächen Baumwollhandschuhe und säubern die Artikel vor dem Fotografieren mit einem weichen Staubtuch. Wenn sich die Oberfläche dadurch statisch aufladen sollte, nehmen Sie - wenn das Material es erlaubt - feuchte Brillenputztücher oder ein weiches, nicht fuselndes und mit Wasser angefeuchtetes Tuch.

Das Lichtzelt stellen Sie auf einem Tisch auf. Die Lampen positionieren Sie außen neben dem Lichtzelt. Eine seitlich vorne und eine seitlich hinten. So verteil sich das durch die weißen Wände fallende Licht optimal in der Box. Eine dritte Leuchte von oben ist ideal, aber nicht unbedingt nötig.

Schrauben Sie die Kamera unbedingt auf ein Stativ. Das vermeidet Verwackeln und Sie haben auch noch die Hände frei für andere Dinge. Wenn die Kamera einen Fernauslöser (Kabel oder Funk) hat, benutzen Sie ihn.

Wenn Sie keinen Lichtwürfel haben, kaufen Sie sich Fotokarton in Weiß, Grau und Schwarz. Stellen Sie einen Tisch an die Wand oder an einen Schrank oder eine Tür und fixieren einen großen Fotokarton so an diesem Hintergrund, dass er etwa zu Hälfte noch auf den Tisch ragt. Dann fixieren Sie ihn auch auf dem Tisch so, dass ein Hohlkehl entsteht. Als Lampen können sie die bereits oben beschriebenen Alternativen benutzen.

Positionieren Sie den Artikel etwa in der Mitte der Stellfläche. Steht der Artikel nicht von alleine, können Sie ihn mit etwas nicht fettender Knetmasse (z. B. Mastix) fixieren. Diese wird so hinter dem Objekt abgebracht, dass man sie nicht sieht. Üben Sie das einfach einmal vor dem Fotografieren.

Schalten Sie alle anderen Lichter im Raum aus, damit es keine unerwünschten Reflexe, Schatten oder Farbsäume gibt.

Optimales Licht ist das halbe Shooting.

Vor dem ersten Foto führen Sie einen Weißabgleich aus, wenn Ihre Kamera dies erlaubt. Der Weißabgleich sorgt dafür, dass die Farben möglichst richtig dargestellt werden und das Nacharbeiten der Farbwerte am PC weitgehen entfallen kann. Dazu halten oder spannen Sie ein aufgefaltetes weißes Papiertaschentuch über das Objektiv, richten die Kamera direkt in eine der Lampen, stellen die Kamera total unscharf und fotografieren ein Bild. Dieses Bild speichern Sie in der Kamera als Referenzbild für den Weißabgleich (WB) ab. Bietet Ihre Kamera diese Funktion nicht, stellen Sie den Weißabgleich auf Automatik (AWB).

Schalten Sie die Leuchten schon 5 Minuten vor dem Beginn des Fotografierens ein, denn die meisten Lampen erreichen Ihre Arbeitstemperatur und damit auch die richtigen Lichtwerte erst nach einiger Zeit.

Mit diesem Grundaufbau lassen sich schon recht gute Ergebnisse erzielen.

Wenn Sie eine professionelle Blitzanlage zur Verfügung haben, benutzen Sie diese so, wie in der Porträtfotografie. Hauptblitz vorne seitlich, Sekundärblitz oder „Stripligt“ (Streiflicht) seitlich leicht vorne oder leicht hinten und ggf. noch einen Spot je nach gewünschtem Effekt.

Je nach Fotomotiv müssen unterschiedliche Hintergründe benutzt werden. Helle Artikel benötigen einen grauen oder schwarzen Hintergrund, dunklere einen hellgrauen oder weißen. Je nach Lichtführung erscheinen helle Hintergründe aber deutlich dunkler. So kann bei wenig Hintergrundlicht aus einem weißen Hintergrund auf dem Foto schnell hell- bis dunkelgrau werden. Üben Sie die Lichtführung und probieren Sie aus, wie sich die Hintergründe bei unterschiedlichem Licht verhalten. Das erspart Ihnen manche Enttäuschung.

Sie sollten Ihre Kamera beherrschen.

Preiswertere und einfache Modelle bieten kaum Möglichkeiten, den Schärfebereich konkret zu beeinflussen. Sie müssen dann mit dem leben, was die Kamera kann.

Bei höherwertigen Kameras können Sie sowohl die Schärfebereich über die Wahl der Blende beeinflussen. Je kleiner die Blende, also je größer die Blendezahl ist, umso größer ist der Schärfebereich, aber auch die Belichtungszeit (zunehmende Verwacklungsgefahr!).

Achten Sie darauf, dass auf den Fotos keine unerwünschten, unscharfen Bereich zu sehen sind. Das Wesentliche des Produktes muss scharf abgebildet sein. Dass zum Bildrand hin leichte Unschärfen auftreten können, ist bei einfachen Kameraobjektiven fast normal. Diese leichten Unschärfen stören aber nicht so sehr. Fataler wäre es, wenn nur ein kleiner Bereich des Motivs scharf abgebildet wäre und der Rest in totaler Unschärfe versinkt. Der Hintergrund sollte immer leicht bis stark unscharf sein.

Wenn Sie noch unsicher sind, machen Sie möglichst mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Blendenwerten.

Nachbearbeitung der Aufnahmen am PC.

Schauen Sie sich die verschiedenen Aufnahmen eines Artikels genau an und wählen das Foto aus, auf dem Licht, Farben und Schärfe am besten sind. Speichern Sie dieses Bild in einem separaten Verzeichnis für diese Artikelgruppe ab und benennen die Datei mit dem Namen des Artikels oder seiner eindeutigen Artikelnummer. Benutzen Sie dabei auf keinen Fall Sonderzeichen und Umlaute, denn diese können später im Internet zu Problemen führen.

Wenn Sie alle Bilder so vorbereitet haben, lassen Sie alle Bilder in diesem Verzeichnis per Stapelverarbeitung (Batchmodus)  auf das größte von Ihnen im Shop benutze Format umrechnen und die Ergebnisse in einem Unterverzeichnis abspeichern. Ebenso verfahren Sie für jede weitere, erforderliche Bildgröße.

Beispiel:

  • C:/Meine Shopbilder/Groß
  • C:/Meine Shopbilder/Mittel
  • C:/Meine Shopbilder/Klein

Natürlich können Sie dafür auch eigene Betitelungen verwenden. Wichtig ist daran nur, dass Sie die Bilder nach ihren Eigenschaften sortieren und die Bilder selbst genau und unverwechselbar betiteln. Das erleichtert Ihnen das Suchen und weitere Bearbeiten ungemein und Sie behalten die Übersicht.

Sichten Sie die Bilder noch einmal und korrigieren evtl. noch vorhandene Fehler bei Farbe, Licht und Kontrast. Doch speichern Sie die Bilder nicht zu oft im JPG-Format ab, denn die Bilder werden jedes Mal weiter komprimiert und irgendwann ist die Bildqualität so schlecht, dass Sie es kaum noch verwenden können.

Die Bilder sollen so gut wie nötig und die Dateien so klein wie möglich sein!

Beim Speichern von JPG-Dateien habe ich einen Wert von ca. 70% als immer ausreichend ermittelt. Je nach Bildgröße und Qualität des Ursprungsbildes können aber auch deutlich niedrigere Werte bis ca. 40% noch ordentlich aussehen, was die Datenmenge natürlich positiv beeinflusst.

Je kleiner die Dateien sind, umso schneller werden sie geladen. Das macht sich insbesondere bei langsamen Internetverbindungen sehr positiv bemerkbar. Also speichern Sie Fotos immer mit der noch gerade akzeptablen Komprimierung, also so, dass das Bild nicht pickelig aussieht.

Die Größe der Bilder sollte möglichst gleich sein.

Damit Ihr Shop insbesondere in den Übersichten ordentlich aussieht, sollten die Bilder für diese Bereiche eine einheitliche Größe aufweisen. Natürlich können Sie das so in allen Bereichen und für alle Bilder so handhaben.

So können Vorschaubilder auf Übersichtsseiten z. B. alle 150 x 200 Pixel groß sein, in der Detailansicht 300 x 400 Pixel und die Großbilder für die Diashow 800 x 640 Pixel. Welche Größen Sie tatsächlich verwenden sollen, ist abhängig von der verwendeten Shopsoftware und deren Layout/Design.

Kleine Tricks beim Bildbearbeiten.

Um Bilder unterschiedlicher Formate auf eine gemeinsame Größe zu bringen, kann es ausreichen, sie wie weiter oben beschrieben umzurechnen. Manchmal sind jedoch Elemente auf einer Fotografie, die im Shop nicht dargestellt werden sollen, dann muss der darzustellende Bereich ausgeschnitten und manuell auf das richtige Format angepasst werden.

In vielen Fällen entspricht das Seitenverhältnis des Ausschnitts nicht dem des endgültigen Bildes. Dann darf man es nicht einfach auf die passende Größe umrechnen, denn dadurch wird das Bild verzerrt.

Ich behelfe mir dann damit, dass ich ein leeres Bild in der endgültigen Größe erzeuge und das Foto auf die Pixelzahl der längsten Seite des Bildes herunter rechne. Dann kopiere ich das Foto in die leere Vorlage und passe es so ein, dass es richtig im Rahmen sitzt. Danach speichere ich das Ergebnis als mein „Shopbild“ ab.

Dieser Exkurs in die Geheimnisse der Fotografie ist sicher nicht umfassend und auf Expertenniveau. Aber damit sollten Sie in der Lage sein, die Bilder für Ihren Shop auf einem ordentlichen Niveau selbst herzustellen.

Natürlich steht es Ihnen frei, einen professionellen Fotografen damit zu beauftragen. Oder jemanden, die Sie kennen und von dem Sie wissen, dass er/sie fotografieren kann. Aber seien Sie auf der Hut. Seitdem es digitale Kameras gibt, ist die Zahl der selbsternannten Fotografen ins Unermessliche gestiegen. Doch gerade die Produktfotografie ist ein Spezialgebiet, in dem schnell elementare Fehler gemacht sind und selbst „schön“ erscheinende Fotos in Wirklichkeit kaum die erforderliche Wirkung bei Ihren Besuchern erzielen.

Bewerten Sie Fotos immer auch danach, was Sie selbst als Kunde erwarten würden. Fotos sind mit die wichtigsten Informationsträger in einem Onlineshop.

 

Herzliche Grüße,

 

Arthur W. Borens

E-Business Competence

borens.de

 

 

Verkauf- & Vertrieb inside

Erweitern Sie Ihr Vertriebs-Wissen mit dem besten Praxis-Know-how, erfolgserprobten Arbeitshilfen, Verhandlungsstrategien und Best-Practice-Beispielen für Verkaufs- und Vertriebsprofis.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Steigern Sie Ihre Erfolgsquote: Vergaberecht & Angebotsstrategien für Bieter

Praxiswerkzeuge und Know-how für Vertriebsprofis

Ihr starker Berater für ein rechtssicheres Online-Marketing

Immer einen Tick voraus: Erfolgsbeispiele, Insider-Tipps, Ideen und Online-Trends für erfolgreiches Marketing

Eigene Ideen schützen – Rechte sichern – Im Wettbewerb bestehen

Von der Vorbereitung bis zum Fest: Souverän und entspannt durch die Weihnachtszeit