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Re-Marketing: Was es zu beachten gibt

5 1 Beurteilungen
Re-Marketing
Urheber: teguhjatipras | Fotolia

Von Bettina Steffen, Dr. Marion Steinbach,

Zu aufdringliche Werbung schadet dem Image Ihres Unternehmens und führt zum Verlust von Kunden. Das ist das drastische Fazit einer Studie (W3B Studie, Fittkau & Maaß Consulting), für die über 6.000 deutsche Internetnutzer befragt wurden. Vor allem das sogenannte Re-Marketing oder Re-Targeting stört am meisten.

E in Beispielszenario: Uwe B., 44, hat eine Website besucht, um neue Schuhe passend zum Anzug zu kaufen. Doch das Angebot des Web-Shops überzeugte ihn nicht und er verließ dessen Seiten wieder. Doch kurz danach und noch Tage später sieht er sowohl auf den Ergebnisseiten seiner Google-Suchanfragen als auch beim Besuch anderer Websites immer wieder die Werbung des Online-shops, bei dem ihm nichts gefallen hatte. Das ärgert ihn so, dass er beschließt, einen Werbeblocker zu installieren. Er nimmt sich vor, nie mehr bei dem besagten Online-Shop einzukaufen.

So wie im obigen Szenario reagieren 35 % der Befragten, vor allem einkommensstarke ältere Online-Nutzer über 40 Jahre. Sie sagten: Die wiederholte Werbung von Online-Shops stört mich sehr. Was sie dagegen tun, sehen Sie hier:

  • Ich installiere einen Werbeblocker. 41,3 %
  • Ich ignoriere die Werbung. 40,1 %
  • Ich vermeide einen Besuch des Online-Shops. 28,9 %
  • Ich werde in dem Web-Shop kurzfristig eher nichts einkaufen. 26,1 %

  • Ich würde in dem Web-Shop zukünftig überhaupt nichts mehr einkaufen. 25,5 %

Re-Marketing: Mit Re-Marketing werden Internetnutzer, die eine Website besucht und sich dort ein bestimmtes Angebot angesehen haben, ohne eine Konversion auszulösen, auf anderen Websites mit Werbebannern oder Textanzeigen erneut angesprochen. Re-Marketing ermöglicht es aber auch, dass Kunden, die etwas gekauft haben, keine Textanzeigen oder Werbebanner mehr sehen. 

Wie Sie Belästigung durch Re-Marketing vermeiden

Re-Marketing führt nicht zwangsläufig zu Belästigungen, wenn Sie diese vier wichtigen Voraussetzungen beim Einsatz dieser Werbestrategie beachten.

1. Wer sieht welche Inhalte?

Entscheidend für die Frage, ob Re-Marketing belästigt, ist, welche Inhalte Sie welchem Nutzer offerieren:

  • Hat ein Kunde in Ihrem Shop einen Kaffeevollautomaten gekauft, dann macht es keinen Sinn, ihn unmittelbar danach mit erneuter Werbung für Kaffeemaschinen zu verfolgen. Besser ist es, ihm ergänzende Produkte wie Kaffeebohnen oder Entkalkungsreiniger zu präsentieren.

  • Hat ein Kunde Produkte in den Warenkorb gelegt, dann aber doch nicht gekauft? Dann ist es sinnvoll, ihm Anzeigen mit Rabatt- oder Bonusversprechen (z. B. "Heute versandkostenfrei ab 40 Euro!") zu zeigen, um ein eventuelles Preishindernis zu überwinden.

2. Wann beginnt und endet die Werbung?

In einigen Fällen (z. B. bei abgebrochenem Einkauf) ist es sinnvoll, sofort nach Verlassen des Online-Shops Anzeigen zu schalten, um den potenziellen Kunden erneut zu erreichen.

Hat er aber beispielsweise eine Videokonsole gekauft, können Sie mehrere Wochen warten, bevor Sie ihn erneut ansprechen - diesmal mit Werbung für ergänzende Produkte oder neue Spiele. Zur Belästigung wird Ihre Werbung aber schnell, wenn sie den Kunden tagelang verfolgt. Nach drei Tagen sollten Sie daher zumindest die Schaltung der gleichen Werbung beenden.

3. Wie häufig ist die Werbung zu sehen?

Oft entsteht das Belästigungsgefühl auch aus dem zu häufigen Erscheinen Ihrer Werbung. Der angesprochene Nutzer fühlt sich von Ihrer Werbung regelrecht verfolgt. Überschreiten Sie daher eine Häufigkeit von drei bis maximal fünf Schaltungen pro Tag besser nicht.

4. Welche flankierenden Werbemaßnahmen laufen sonst noch?


Wer Re-Marketing einsetzt, muss dies mit anderen parallel eingesetzten Werbemaßnahmen koordinieren. Beim Herrenmode-Versender Walbusch erreichten mich unmittelbar nach dem Kauf:

  • tägliche per Online-Anzeigen (überflüssigerweise für die bereits gekauften Produkte),  
  • ein wöchentlicher E-Mail-Newsletter,  monatliche, per Post zugestellte Direktwerbesendungen.

Tipp: Besonders wenn Sie häufig (d. h. mindestens wöchentlich) E-Mail-Newsletter versenden, sollten Sie sicherstellen, dass die Empfänger dieser Newsletter nicht mit zusätzlichen Re-Marketing-Maßnahmen beworben werden.

 

Re-Marketing mit Google AdWords

Die zielgenaue Einrichtung Ihrer Re-Marketing-Maßnahmen wird bei Google durch Re-Marketing-Listen erreicht. Mit Listen können Sie die Auswahl der Empfänger, die Inhalte und die Zeitdauer Ihrer Kampagne steuern.

Durch "Frequency Capping" legen Sie fest, wie oft eine Anzeige täglich maximal für einen Nutzer geschaltet werden soll. Anleitungen zur Einrichtung dieser Liste finden Sie in der Google-AdWords-Hilfe.

Fazit

Re-Marketing ist ein toller Weg zur Umsatzsteigerung. Es gilt indes, behutsam vorzugehen
und den Kunden nicht zu verschrecken. Fühlt dieser sich von aufdringlicher Werbung genervt, kann das dazu führen, dass er Ihr Unternehmen auf seine interne "schwarze Liste" setzt. Es gilt das Prinzip: "In der Dosis liegt das Gift."

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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