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Abmahnungen: Wirkungsdauer einer Abmahnung

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Abmahnungen: Wirkungsdauer

Von Günter Stein,

Um es klar zu sagen: Abmahnungen sind nichts für nachtragende Menschen. Denn gleich 2-mal tickt die Uhr. Einerseits sind Sie als Arbeitgeber gehalten, den Mitarbeiter zeitnah nach dessen Pflichtverletzung abzumahnen. Anschließend tickt die Uhr zugunsten des Mitarbeiters. Dessen Abmahnung verblasst langsam in der Personalakte. Deshalb:Überlegen Sie nicht zu langTipp:

Überlegen Sie nicht zu lang

Vor allem sollten Sie arbeitsvertragliches Fehlverhalten Ihres Mitarbeiters nicht über längere Zeit hinnehmen. Zwar gibt es keine gesetzliche Ausschlussfrist, allerdings muss die arbeitsrechtliche Sanktion zeitnah erfolgen. Warten Sie nämlich nach Kenntnis der Pflichtverletzung mit dem Ausspruch der Abmahnung zu lange, haben Sie durch Ihr Nichtstun gegenüber Ihrem Mitarbeiter zum Ausdruck gebracht, dass Sie sein Fehlverhalten tolerieren. Er muss dann nicht mehr mit Konsequenzen rechnen.

Eine solche Verwirkung Ihres Rechts zur Abmahnung wird von den Arbeitsgerichten regelmäßig nach 6 Monaten, spätestens aber ein Jahr nach dem Vorfall angenommen.

Meine Empfehlung: Zögern Sie eine Abmahnung nicht unnötig hinaus. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie mit dem Ausspruch und Zugang der Abmahnung nicht länger als 3 Monate warten.

Bleibt noch die Frage: Wie lange wirkt eine Abmahnung eigentlich?

Haben sich nach Ausspruch der Abmahnung längere Zeit keine gleich gelagerten Vorkommnisse ereignet, verliert die Abmahnung an Bedeutung. Sie kann nämlich in einem Dauerschuldverhältnis wie dem Arbeitsverhältnis keinen Dauerdruck erzeugen. Der Arbeitnehmer zeigt ja gerade durch sein vertragsgerechtes Verhalten, dass er sich die Abmahnung zu Herzen genommen hat.

Es gibt allerdings keine bestimmten Fristen für die Wirkungsdauer (sog. Entwertung) von Abmahnungen. Für die Frage, wie lange die Abmahnung noch rechtliche Wirkung entfaltet und bei einer verhaltensbedingten Kündigung berücksichtigt wird, sind alle Umstände des Einzelfalls bei der Beantwortung dieser Frage zu berücksichtigen, insbesondere

  • die Art der Verfehlung Ihres Mitarbeiters sowie
  • sein weiteres Verhalten und
  • Ihre Einstellung als Arbeitgeber hierzu.

Tipp:

Als Anhaltspunkt für die Wirkungsdauer von Abmahnungen sollten Sie – je nach der Schwere des Vorfalls – von 2 bis 3 Jahren ausgehen. Wenn sich während dieser Zeit kein ähnlich gelagerter Fall ereignet hat, muss die Abmahnung aus der Personalakte wieder entfernt werden.

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