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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Anzügliche Sprüche eines Auszubildenden? Bitte nicht reflexartig kündigen!

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Kündigung Abmahnung sexuelle Belästigung Rechtslag

Von Günter Stein,

Bei anzüglichen Sprüchen handelt es sich um verbale sexuelle Belästigung. In der Regel gehen diese von männlichen Mitarbeitern aus und richten sich an Kolleginnen. Da gerade auch Auszubildende untereinander frech sein können und dabei manche Grenze überschreiten, ist das folgende Urteil des Arbeitsgerichts Düsseldorf auch für Sie als Ausbildungsverantwortlichen von Bedeutung (Az. 7 Ca 1837/08).

Bei anzüglichen Sprüchen handelt es sich um verbale sexuelle Belästigung. In der Regel gehen diese von männlichen Mitarbeitern aus und richten sich an Kolleginnen. Da gerade auch Auszubildende untereinander frech sein können und dabei manche Grenze überschreiten, ist das folgende Urteil des Arbeitsgerichts Düsseldorf auch für Sie als Ausbildungsverantwortlichen von Bedeutung (Az. 7 Ca 1837/08).

Der konkrete Fall:

Ein Angestellter eines Baumarkts hatte eine Kollegin mehrfach verbal sexuell belästigt. Gekündigt wurde ihm, nachdem er einer Kollegin beim Aufbau des Ostersortiments gesagt habe, er wisse, dass Sie auf „dicke Eier“ stehe. Allerdings wehrte sich der Mitarbeiter gegen die Kündigung – und das mit Erfolg. Die Düsseldorfer Richter machten zwar deutlich, dass sexuelle Belästigung – auch verbaler Art – zu einem gerechtfertigten Rauswurf führen kann. Allerdings müsse die Reaktion des Arbeitgebers verhältnismäßig sein. In diesem Fall sei sie unverhältnismäßig gewesen. Eine Abmahnung wäre hier das richtige Mittel gewesen. Möglicherweise hätte man so zukünftigen Belästigungen den Riegel vorschieben können.

Die Bedeutung des Urteils für Ausbildungsverhältnisse

Als Ausbilder können Sie aus diesem Urteil klare Erkenntnisse ziehen: ? Eine sexuelle Anzüglichkeit verbaler Art durch einen Auszubildenden führt nicht automatisch zu einer erfolgreichen fristlosen Kündigung. ? Sie können sogar davon ausgehen, dass ein Azubi sich noch einen „Tick mehr“, also eine etwas deutlichere Formulierung, hätte erlauben können. Schließlich liegen die Hürden für eine Kündigung von Azubis noch höher als bei langjährigen „normalen“ Mitarbeitern.

Aber: Ein solches Urteil ist kein Freifahrtschein. Bei einer tatsächlich vulgären Ausdrucksweise oder gar bei einem körperlichen Übergriff ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Kündigung sehr hoch.

Ganz anders ist sexuelle Belästigung zu bewerten, wenn eine Auszubildende das Opfer ist und der Täter ein Mitarbeiter, möglicherweise sogar ein Fachausbilder. Ein pädagogisch orientiertes Vertrauensverhältnis auszunutzen wiegt schwer. In einem solchen Fall ist es Ihre Aufgabe als Ausbildungsverantwortlicher, die schützende Hand über die Auszubildende zu halten.

Wichtig:

  1. Trennen Sie sofort Opfer und Täter räumlich, damit die Gefahr eines erneuten Übergriffs gebannt ist.
  2. Informieren Sie die Personalabteilung über das Verhalten des Mitarbeiters, damit diese ggf. disziplinarische Maßnahmen ergreifen kann.
  3. Bieten Sie der Auszubildenden – falls gewünscht bzw. notwendig – professionelle Hilfe beispielsweise eines Psychologen an. Ist das Opfer eine minderjährige Auszubildende, müssen Sie zusätzlich deren Eltern informieren. Natürlich wiegt die Tat der sexuellen Belästigung dann noch schwerer.

 

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