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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Arbeit trotz Krankschreibung: Fristlose Kündigung erlaubt

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Arbeitsrecht Kuendigung

Von Günter Stein,

Das Bundesarbeitsgericht stellt in einem aktuellen Urteil klar: Geht ein Arbeitnehmer, während er krankgeschrieben ist, einer anderen Arbeit nach, kann dies eine fristlose Kündigung rechtfertigen.

Der Fall

Der Mitarbeiter, der als Kraftfahrer eingesetzt war, hatte sich ab Anfang März 2004 mehrfach für längere Zeiten arbeitsunfähig gemeldet. Daraufhin stellte die Arbeitgeberin Nachforschungen unter anderem durch Detektive an. Der Arbeitgeber behauptete, dank dieser Nachforschungen erfahren zu haben, dass der Arbeitnehmer während einer Zeit der Arbeitsunfähigkeit ein Café betrieb und dort Gäste bediente, den Geschirrspüler leerte und ähnliche Tätigkeiten verrichtete. Er handelte kurz entschlossen und kündigte dem Mitarbeiter fristlos. Dagegen wehrte sich wiederum der Mitarbeiter und zog vor das Arbeitsgericht.

Das Urteil

Das BAG entschied jetzt, dass der Vorwurf, trotz Krankschreibung einer anderen Arbeit nachgegangen zu sein, eine außerordentliche Kündigung grundsätzlich in der Sache rechtfertige. Mitarbeiter dürfen keiner anderweitigen Arbeit nachgehen, wenn sie bei ihrem eigentlichen Arbeitgeber aus Krankheitsgründen fehlen.

Tun sie das doch, lasse sich die Tätigkeit unter Umständen als Hinweis ansehen, dass der Arbeitnehmer die Krankheit nur vorgespiegelt hat. Zudem dürften Krankgeschriebene keine andere Arbeit annehmen, weil es den Heilungsprozess verzögert. Um zu prüfen, ob die Behauptungen des Arbeitgebers allerdings vollständig den Tatsachen entsprechen, wurde der Fall aber an die Vorinstanz zurückverwiesen. BAG, Urteil vom 03.04. 2008, Aktenzeichen: 2 AZR 965/06

Das heißt für Sie

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Mitarbeiter während einer Arbeitsunfähigkeit „fremdgeht“ und bei einem anderen Arbeitgeber arbeitet, dürfen Sie auf Detektive setzen. Stellt sich später heraus, dass Ihr Verdacht begründet war, können Sie Ihrem ertappten Mitarbeiter die Kosten des Detektiveinsatzes in Rechnung stellen. Schließlich hat er diesen Aufwand verursacht!

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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