Gratis-Download

In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

Jetzt downloaden

Das gilt, wenn Sie wegen Alkohol kündigen wollen

0 Beurteilungen

Von Arno Schrader,

Die Frage: Wir haben schon wieder Probleme in unserem Betrieb mit einem Mitarbeiter, der offensichtlich an der Flasche hängt. Das Besondere daran: Er arbeitet an einer Stanzmaschine. Wir haben die große Sorge, dass er sich dabei verletzt. Zwar gibt es zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen an der Stanze, ganz auszuschließen sind Arbeitsunfälle natürlich nie und vor allem, wenn Arbeitnehmer betrunken sind. Können wir ihm kündigen?

Die Antwort: Eine Kündigung wegen einer Alkoholerkrankung ist nicht ganz einfach. Letztendlich gelten die Grundsätze für eine personenbedingte, also eine krankheitsbedingte Kündigung. Hierfür müssen drei Voraussetzungen vorliegen: Zunächst muss es eine negative Gesundheitsprognose geben. Insbesondere bei einer Alkoholabhängigkeit wird die Prognose häufig dann erst als negativ bewertet, wenn eine Entziehungskur erfolglos abgebrochen oder der Arbeitnehmer rückfällig wurde.
Auf der zweiten Stufe muss es nicht mehr hinnehmbare wirtschaftliche Belastungen bei Ihnen als Arbeitgeber geben. Das können hohe Entgeltfortzahlungskosten sein oder Produktionsstörungen durch den alkoholkranken Mitarbeiter.
Auf der dritten Stufe haben Sie eine Interessenabwägung vorzunehmen. Hier dürfte in aller Regel auch ein betriebliches Eingliederungsmanagement vor dem Ausspruch einer Kündigung durchzuführen sein.

Aktuell gibt es auch ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg zu einem solchen Fall (05.09.2012, Az.: 15 Sa 911/12). Ein Elektriker war nach Beginn einer Therapie rückfällig geworden. Nach dem Rückfall erhielt er eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der Begründung, dass er an gefährlichen Stromanlagen arbeite. Gegen die Kündigung wehrte er sich und erhielt Recht, denn in diesem Fall lagen nicht alle Voraussetzungen für eine Kündigung vor.
Falls Sie wirklich Sorge haben, dass der Arbeitnehmer sich oder andere Arbeitnehmer verletzt, wird Ihnen als Sofortmaßnahme wohl nur die Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz übrig bleiben. Gehen Sie das Problem aktiv an. Eine Entziehungskur ist auf jeden Fall der richtige Weg!

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
41 Beurteilungen
13 Beurteilungen
58 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten