Gratis-Download

In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

Jetzt downloaden

Fristlose Kündigung wegen schwerer Beleidigung ist erlaubt

0 Beurteilungen
Kündigung
Urheber: Brian Jackson | Fotolia

Von Michael T. Sobik ,

Auch wenn am Arbeitsplatz ein lockerer Umgangston gepflegt wird, gibt es Grenzen. Und bei schweren Beleidigungen der Arbeitskollegen ist die Grenze überschritten. Die können die außerordentliche und fristlose Kündigung zur Folge haben, wie ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz vom 18.5.2016 zeigt.

Der Fall: In diesem Fall hatte eine Krankenschwester die außerordentliche fristlose und hilfsweise die ordentliche Kündigung erhalten. Sie hatte eine Kollegin in einer SMS mehrfach schwer beleidigt. Dabei hatte sie die Kollegin mit „Hallo Arschloch“ angeredet und weitere Beleidigungen wie „faule Sau“ per SMS folgen lassen. Es war nicht zum ersten Mal, dass die Krankenschwester auffällig wurde, u. a. war sie auch schon wegen Beleidigungen dreimal abgemahnt worden.

Das Urteil: Die Arbeitsrichter des LAG erklärten, dass sie fristlose Kündigung aus wichtigem Grund wirksam ist. Grobe Beleidigungen von Arbeitskollegen können einen erheblichen Verstoß gegen die Pflichten des Arbeitnehmers darstellen und an sich eine außerordentliche fristlose Kündigung rechtfertigen. Im Hinblick auf die Schwere der Pflichtverletzung war in dem konkreten Fall auch keine vorherige Abmahnung nötig.

 

Anzeige

 

Abgesehen davon war die Krankenschwester bereits einschlägig abgemahnt worden. Auch die vorzunehmende Interessenabwägung steht der außerordentlichen Kündigung nicht entgegen.

Für die Krankenschwester spricht einerseits zwar ihre Betriebszugehörigkeit von fast 20 Jahren. Andererseits kann ein Arbeitgeber schwerwiegende Beleidigungen von Arbeitskollegen keinesfalls dulden. Außerdem ist das Verhalten der Krankenschwester geeignet gewesen, den Betriebsfrieden irreparabel zu zerstören.

Das heißt für Sie: Die Wirksamkeit einer außerordentlichen Kündigung bleibt jedoch immer eine Einzelfallentscheidung. Entscheidend ist die Interessensabwägung. Ist das Interesse des Arbeitgebers an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses als schwerwiegender zu beurteilen, kann die außerordentliche Kündigung auch wirksam sein. Daher sollte eine Kündigung immer gut vorbereitet werden. Im Arbeitsrecht erfahrene Rechtsanwälte beraten Arbeitgeber in Fragen rund um die Kündigung und andere rechtliche Themen.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
Sie können den kostenlosen E-Mail-Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
56 Beurteilungen
29 Beurteilungen
114 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten

In weniger als 10 Minuten zum rechtssicheren Arbeitszeugnis

Jobs