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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Grobe Beleidigung: Rechtfertigt dies eine Kündigung?

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Von Günter Stein,

Die Frage: Bei uns herrscht ein rauer Ton. Das ist in Ordnung. Doch gestern hat mich ein Mitarbeiter (ich bin der Teamleiter auf der Baustelle) als „faules, fettes Arschloch“ bezeichnet. Muss ich jetzt erst eine Abmahnung abschreiben – oder kann ich direkt kündigen?

Kündigung: Umgangston in der Branche ist entscheidend

Die Antwort: Ihr Hinweis darauf, dass in Ihrer Branche ein rauer Ton herrscht, ist richtig. Denn die Arbeitsgerichte schauen sich bei der Frage, ob eine Kündigung wegen Beleidigung rechtens ist, genau an, welcher Ton im Unternehmen „üblich“ ist. So könnte ein Zuruf „Hey Dickwanst, werf mir mal den Schraubenzieher rüber“ oder ähnliches durchaus tolerabel sein. In Ihrem Fall liegt allerdings eine besonders grobe Beleidigung vor. Hier reagieren die Gerichte meist anders.

Grobe Beleidigungen können eine Kündigung rechtfertigen

Grundsätzlich gilt: Grobe Beleidigungen oder Tätlichkeiten gegen Sie als Arbeitgeber können – unter Umständen auch ohne Abmahnung – eine verhaltensbedingte außerordentliche fristlose Kündigung rechtfertigen (BAG, Urteil vom 24.06.2004, Aktenzeichen: 2 AZR 63/03). Eine grobe Beleidigung liegt bei besonders schweren und kränkenden Beleidigungen vor, das heißt bei bewussten und gewollten Ehrkränkungen aus gehässigen Motiven (LAG Köln, Urteil vom 18.04.1997, Aktenzeichen: 11 Sa 995/96; LAG Mainz, Urteil vom 08.11.2005, Aktenzeichen: 5 Sa 301/05). Auch minderschwere Beleidigungen rechtfertigen eine verhaltensbedingte Kündigung, allerdings nur nach vorheriger Abmahnung. In Ihrem Fall kommt eine Kündigung also in Betracht.

Wann eine Kündigung wegen Beleidung ausscheidet

Wichtiger Hinweis: Eine Kündigung scheidet übrigens aus, wenn ein Mitarbeiter eine Äußerung im Kollegenkreis macht und dabei in der sicheren Erwartung ist, dass diese Bemerkung nicht über den Kreis der Gesprächsteilnehmer hinausgeht (LAG Köln, Urteil vom 18.04.1997, Aktenzeichen: 11 Sa 995/96).

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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