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Kündigung: Notwendige Detektivkosten muss Arbeitnehmer erstatten

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Arbeitsrecht Kuendigung

Von Günter Stein,

Ein als Zeitungsverteiler beschäftigter Arbeitnehmer meldete sich auf unbestimmte Zeit arbeitsunfähig. Für diese Zeit stellte der Arbeitgeber die Frau des Arbeitnehmers als Aushilfskraft ein.

Wenige Tage später wurde der „erkrankte“ Arbeitnehmer dabei beobachtet, wie er seine Frau beim Austragen der Zeitungen unterstützte.

Kündigung: Arbeitgeber beauftragte Detektivbüro

Daraufhin beauftragte der Arbeitgeber ein Detektivbüro mit der Observierung des betreffenden Arbeitnehmers. Der Detektiv stellte fest, dass der Arbeitnehmer seiner Frau regelmäßig half, Zeitungen auszutragen. Daraufhin kündigte der Arbeitgeber dem Mitarbeiter und verlangte gleichzeitig Ersatz für die Detektivkosten. Zu Recht, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz. Auf Grund des begründeten Verdachts einer vorgetäuschten Krankheit sei es für den Arbeitgeber notwendig gewesen, ein Detektivbüro zu beauftragen. Die hierdurch entstandenen Kosten müsse der Arbeitnehmer ersetzen. LAG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 20.08.2008, Az.: 7 Sa 197/08

Kündigung: Prüfen Sie die Notwendigkeit des Detektivs

Konnte ein von Ihnen beauftragter Detektiv Ihren Mitarbeiter einer vertragswidrigen Handlung überführen, können Sie die Detektivkosten unter Umständen vom Arbeitnehmer zurückverlangen. Ob ein solcher Ersatzanspruch besteht, hängt allerdings von den Umständen des Einzelfalls ab. Besonders streng sind die Arbeitsgerichte bei der Frage, ob der Detektiveinsatz überhaupt notwendig war. Bevor Sie auf die Hilfe eines Detektivbüros zurückgreifen, müssen Sie also zunächst versuchen, den Verdacht auf andere Weise zu überprüfen. Denkbar sind insoweit vor allem:

  • Befragung von Arbeitskollegen
  • intensive betriebsinterne Überwachung des Arbeitnehmers (z. B. Durch Videokameras) oder
  • ein klärendes Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter

Kündigung: Wann Sie die Kostenerstattung verlangen dürfen

Nur wenn Sie keine andere zumutbare Alternative zur Tatsachenaufklärung hatten, können Sie Kostenerstattung verlangen. Ersatzfähigkeit von Detektivkosten Damit Sie die Kosten für einen Detektiveinsatz zurückverlangen können, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  1. Ihr Arbeitnehmer hat nachweislich eine vorsätzliche, vertragswidrige Handlung begangen.
  2. Bereits vor der Beauftragung des Detektivs bestand der konkrete Verdacht, dass sich Ihr Arbeitnehmer vertragswidrig verhält.
  3. Dieser Verdacht beruhte auf objektiven Tatsachen.
  4. Im Vorfeld des Detektiveinsatzes haben Sie alle Ihnen zumutbaren Möglichkeiten ausgeschöpft, den Sachverhalt anderweitig aufzuklären.
  5. Die entstandenen Detektivkosten sind verhältnismäßig (kein übermäßiger Zeit- und Kostenaufwand)

 

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