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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Kündigung: Vorsicht - Führen Sie kritische Gespräche nicht am Telefon

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Von Günter Stein,

Das war der Fall: Eine Mitarbeiterin eines Zeitarbeitsunternehmens wurde von ihrem Arbeitgeber innerhalb der 6-monatigen Probezeit gekündigt. Zum Zeitpunkt der Kündigung war sie arbeitsunfähig.

Die Mitarbeiterin behauptete, dass sie unmittelbar vor der Kündigung von der Personaldisponentin des Arbeitsgebers angerufen worden sei. Diese habe ihr eine Kündigung angedroht, wenn sie – trotz der Arbeitsunfähigkeit – nicht zur Arbeit käme. Der Arbeitgeber bestritt dies.

Mitarbeiterin klagte gegen Kündigung während Arbeitsunfähigkeit

Die Mitarbeiterin hielt die Kündigung für sittenwidrig und klagte dagegen. Vor Gericht führte die Klägerin ihre Freundin an, die bei dem Telefonat anwesend war und das Gespräch zufällig und ohne Absicht mitgehört habe. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht haben die Freundin nicht als Zeugin vernommen, da beide Gerichte in dem heimlichen Mithören der Freundin eine Persönlichkeitsrechtsverletzung der Anruferin sahen und damit ein Be- weisverwertungsverbot annahmen.

Kündigung: Wann mitgehörte Telefongespräche Beweiskraft haben

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) vertrat folgende Position: Wenn die Freundin der Klägerin das Gespräch nur zufällig und nicht absichtlich mitgehört hat, kommt ein Beweisverwertungsverbot nicht in Frage. In diesem Fall kann die heimliche Lauscherin als Zeugin vor Gericht angehört werden. Die Kün-digung würde in diesem Fall nach § 612a Bürgerliches Gesetzbuch eine un-zulässige Maßregelung darstellen und wäre rechtsunwirksam. Hätte die Klä-gerin allerdings ihrer Freundin das Belauschen des Gesprächs absichtlich ermöglicht – etwa durch das Anstellen des Telefonlautsprechers oder das Halten des Hörers zur Freundin –, wäre der Tatbestand der Persönlichkeitsrechtsverletzung des Anrufers erfüllt. In diesem Fall dürfte die Freundin nicht als Zeugin zum Gesprächsinhalt des Telefonats vernommen werden (BAG, 23.04.09, 6 AZR 189/08).

Kündigung: Seien Sie bei Telefongesprächen stets auf der Hut

Fazit für Sie: Wenn Sie am Telefon zu laut sprechen, schaffen Sie Ihrem Gegenüber am anderen Ende der Leitung womöglich gerichtsfähige Zeugen.

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