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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Kündigung: Was tun mit einem Vorgesetzten, der brüllt, beleidigt und schimpft?

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Von Günter Stein,

Die Frage: Kann man auch dem Vorgesetzten kündigen, wenn er seine Mitarbeiter grob, unverschämt beleidigt und beschimpft ? Was kann so ein Opfer gegen diese Person tun, wie kann sich dieses Opfer wehren?

Kündigung: Auch Arbeitnehmer können Abmahnung erteilen

Die Antwort: Ob Sie es glauben oder nicht – auch Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, einem Arbeitgeber oder Vorgesetzten eine Abmahnung zu erteilen.

Doch wenn sich ein Vorgesetzter so verhält, wie hier geschildert, handelt es sich um „Mobbing“, schlichtweg. Ich empfehle, einige konkrete Vorfälle aufzuschreiben (Tag, Datum, Art der Äußerung etc.) und die Geschäftsleitung zu informieren. Ein solches Vorgehen hat den Vorteil, dass Sie anhand eines solchen Mobbingtagebuches später auch Schadenersatzansprüche und Schmerzensgeld geltend machen können, wenn die Geschäftsleitung a) nichts unternimmt und b) das Verhalten des Vorgesetzten zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung führt. Der Arbeitgeber muss auf jeden Fall ihren Mobbingvorwürfen nachgehen!

Kündigung: Das Mobbingtagebuch muss konkret sein

Doch Achtung: Das Mobbingtagebuch muss konkret sein. Also nicht: „Herr Müller wurde am Dienstag wieder laut“, sondern „2.12.2009, 9.30 Uhr, Herr Müller stürmt in das Büro und brüllt: Sie sind ein unfähiger Haufen“ und verschwindet mit lautem Türkrachen. Ich fühle mich bedrückt und eingeschüchtert“.

Der Grund, warum Sie (und auch Ihre mit betroffenen Kollegen) das so genau dokumentieren sollten liegt in der hohen rechtlichen Hürde, die mit so einem Mobbingtagebuch verbunden sind, wie ein neues Urteil beweist. Wenn Arbeitnehmer vor Gericht beweisen wollen, dass sie systematisch gemobbt wurden, geht es nicht ohne ein „Mobbing-Tagebuch“, sprich Aufzeichnungen, aus denen sich ergibt, wann und wie sie gemobbt worden sind, wer sie gemobbt hat und ob es Zeugen hierfür gibt, wenn ja welche.

Kündigung: So sieht ein genaues Mobbingtagebuch aus

Datum

Zeit

Schilderung des Vorfalls

Gefühl

Folge

10.11.2009

9.00 Uhr

Schichtleiter Herr Ackermann grüßt mich nicht

Unsicherheit

Beklemmung

 

9.52 Uhr

Als ich die Toilette aufsuchen will, äußert Kollegin Müller den Kommentar: „Kaum angefangen und gleich wieder abseilen …“

Verstörung, Wut

Konzentrationsstörung bei Rückkehr

Usw.

       

Warum die Aufzeichnungen so wichtig sind: Macht ein Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber wegen „Mobbings“ Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend, werden die Richter stets prüfen, ob der Arbeitgeber oder einer seiner leitende Angestellten in den von diesem Arbeitnehmer genannten Fällen arbeitsrechtliche Pflichten oder ein absolutes Recht des Arbeitnehmers verletzt haben oder ob dieser sittenwidrig geschädigt wurde. Schließlich stellt nicht jede einzelne Handlung möglicherweise für sich eine „Rechtsverletzung“ dar, möglicherweise aber die Summer aller Handlungen zusammen. Nach Auffassung des Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz ist das vor allem dann der Fall, wenn unerwünschte Verhaltensweisen bezwecken oder bewirken, dass die Würde des Arbeitnehmers verletzt „und ein durch Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen“ wird.

Aber: Der Arbeitnehmer muss im „Mobbing-Tagebuch“ konkret festhalten, was vorgefallen ist. Allgemeine Schilderungen reichen nicht. So ging es im Urteilsfalls aus Aufzeichnungen und Schilderungen von Gesprächen nicht hervor, ob sie „den Rahmen eines normalen Gesprächs“ überschritten hätten. Außerdem fehlten Angaben, welche betriebliche Funktion die im Tagebuch angesprochenen Personen hatten. Das sei aber wichtig, weil Sie als Arbeitgeber schließlich „nicht für jegliches Fehlverhalten“ Ihrer Mitarbeiter haften können (Az: 9 Sa 199 / 09).

Im Klartext: Geht aus dem Mobbing-Tagebuch nicht eindeutig hervor, welche Handlungen der Arbeitnehmer als Mobbing ansieht und wer als mobbende Person angesehen wird, kann er aus so allgemeinen Aufzeichnungen auch keine Schadenersatzansprüche ableiten.

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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