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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Low Perfomer - dann können Sie kündigen

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Arbeitsrecht Kuendigung

Von Günter Stein,

Die Frage: Ich arbeite im Personalbüro eines Fertigungsbetriebs im Maschinenbau. Wir haben immer wieder Arbeitnehmer, die sehr gut sind, aber auch andere, die sehr schlecht sind. Jetzt haben wir wieder aktuell einen Kandidaten, der durch unglaublich schlampige und langsame Arbeit auffällt.

Die Frage: Ich arbeite im Personalbüro eines Fertigungsbetriebs im Maschinenbau. Wir haben immer wieder Arbeitnehmer, die sehr gut sind, aber auch andere, die sehr schlecht sind. Jetzt haben wir wieder aktuell einen Kandidaten, der durch unglaublich schlampige und langsame Arbeit auffällt. Hin und wieder passieren ihm auch einmal Fehler. Was können wir mit einem solchen Kandidaten machen?

Kündigung von Low Performern nicht einfach durchzusetzen

Die Antwort: Eine Kündigung von Mitarbeitern, die ihre vertragsgemäße Leistung nicht erbringen, ist nicht einfach durchzusetzen. Zu diesen so genannten Low Performern hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) am 17.01.2008 eine interessante Entscheidung gefällt. Es hat Ihre grundsätzliche Möglichkeit der Kündigung eindeutig bestätigt (Az.: 2 AZR 536/06).

Wann Sie einem Low Performer kündigen dürfen

Der Fall: Eine Arbeitnehmerin war seit 1995 in einem Versandkaufhaus als Lager- und Versandarbeiterin beschäftigt. Nach den Erkenntnissen der Arbeitgeberin wiesen die von der Arbeitnehmerin gepackten Sendungen Fehler auf. Über einen längeren Zeitraum hinweg lagen zumindest ca. dreimal so viele Packfehler gegenüber der durchschnittlichen Fehlerquote an vergleichbaren Arbeitsplätzen vor. Die Arbeitgeberin erteilte daraufhin zwei Abmahnungen. Auch weitere Maßnahmen griffen nicht, sodass sie sich entschied, der Arbeitnehmerin fristgerecht wegen qualitativer Minderleistung zu kündigen. Gegen diese Kündigung wehrte sich die Arbeitnehmerin mit einer Kündigungsschutzklage. Während das Arbeitsgericht und das Landesarbeitsgericht die Kündigung als sozialwidrig ansahen, können Arbeitgeber nach der Entscheidung des BAG Hoffnung schöpfen: Eine verhaltensbedingte Kündigung kann gerechtfertigt sein, wenn ein Arbeitnehmer seine arbeitsvertraglichen Pflichten vorwerfbar verletze. Ein Arbeitnehmer genüge aber – mangels anderer Vereinbarungen – seiner Vertragspflicht, wenn er unter angemessener Ausschöpfung seiner persönlichen Leistungsfähigkeit arbeite. Er verstoße gegen seine Arbeitspflicht nicht allein dadurch, dass er die durchschnittliche Fehlerhäufigkeit aller Arbeitnehmer überschreite.

Ab welcher Fehlerquote die Kündigung von Low Performern erlaubt ist

ABER: Die längerfristige, deutliche Überschreitung der durchschnittlichen Fehlerquote je nach tatsächlicher Fehlerzahl, Art, Schwere und Folgen der fehlerhaften Arbeitsleistung kann ein Anhaltspunkt dafür sein, dass der Arbeitnehmer vorwerfbar seine vertraglichen Pflichten verletze. Die Kündigung könne daher aus verhaltensbedingten Gründen gerechtfertigt sein, da die Arbeitnehmerin über einen längeren Zeitraum eine qualitativ erheblich unterdurchschnittliche Leistung erbracht habe.

Ihre Pflicht: Sie haben als Arbeitgeber also zunächst die unterdurchschnittlichen Leistungen darzulegen. Nun ist es an ihrem Arbeitnehmer zu erklären, warum er trotz erheblich unterdurchschnittlicher Leistungen seine Leistungsfähigkeit angeblich ausschöpft.

Der entschiedene Fall des BAG wurde an das zuständige Landesarbeitsgericht zurückverwiesen, da entsprechende Tatsachen noch festgestellt werden mussten.

Fazit: Die längerfristige und deutliche Überschreitung der durchschnittlichen Fehlerhäufigkeit durch einen Arbeitnehmer können Sie als Anhaltspunkt dafür nehmen, dass eine Vertragsverletzung vorliegt. Damit ist eine Kündigung für Sie grundsätzlich möglich. Stellen Sie die entsprechenden Tatsachen beweissicher fest!

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