Gratis-Download

In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

Jetzt downloaden

So bringen Sie Kündigungsgespräche fair über die Bühne

0 Beurteilungen
Arbeitsrecht Kuendigung 02 Xl

Von Günter Stein,

Die Kündigung eines Mitarbeiters ist eine der schwersten Aufgaben für eine Führungskraft. Ihre Aufgabe als Führungskraft ist dabei, die Trennung für den scheidenden Mitarbeiter sowie auch die verbliebenen Kollegen so verträglich wie möglich zu gestalten.

Dazu gehört eine große Portion Fingerspitzengefühl. Von entscheidender Bedeutung für eine faire Kündigung ist das Kündigungsgespräch selbst – das vor dem obligatorischen Kündigungsschreiben stehen sollte.

Folgende Regeln sollten Sie in einem Kündigungsgespräch beachten:

  • Sprechen Sie die Kündigung bestimmt aus: „Ich kündige das bestehende Anstellungsverhältnis mit Ihnen zum …. Die Gründe für diesen Schritt sind ….“ Lassen Sie dabei Ihre eigenen Gefühle außen vor. Und kommen Sie im Gespräch selbst schnell zur Sache. Halten Sie sich nicht lang mit Smalltalk auf.
  • Lassen Sie den Mitarbeiter zu Wort kommen, auch wenn er mit Wut oder Trauer reagiert. Er muss sein Unverständnis und auch seinen Unmut äußern dürfen. Nachdem der Mitarbeiter sich geäußert hat, können Sie – wenn Ihnen das ein Bedürfnis ist – Ihr Bedauern aussprechen und ihm ausführlich erklären, warum dieser Schritt trotzdem unvermeidbar ist. Erklären Sie ihm die Gründe für die Kündigung.
  • Schieben Sie nichts auf die Unternehmensführung. Machen Sie nicht den Fehler zu sagen, Sie seien gegen die Kündigung gewesen. Bestimmte Gründe machen manchmal eine betriebliche Kündigung notwendig. Dazu müssen Sie als Führungskraft stehen.
  • Kündigen Sie nie vor Feiertagen oder an einem Freitagnachmittag und vor einem Urlaub nur dann, wenn dies unumgänglich ist.
  • Sprechen Sie eine Kündigung niemals vor den Kollegen des Betroffenen aus. Das macht die Demütigung noch viel schlimmer.
  • Kündigen Sie immer mit dem gebotenen Ernst. Lassen Sie nie lockere Bemerkungen einfließen. Bieten Sie Ihre Unterstützung an, etwa durch Referenzen oder Infos zur Bewerbung.
  • Finden Sie einen positiven Abschluss für das Gespräch. Versuchen Sie, den Mitarbeiter nach der Kündigung wieder aufzubauen.
  • Vor allem aber: Bedanken Sie sich für die Zusammenarbeit. Ausnahme: Sie trennen sich im Unfrieden. Dann nicht.

 

Vielleicht haben Sie Angst vor dem Kündigungsgespräch. Bereiten Sie sich innerlich auf den Verlauf vor.

Beispielsweise auf folgende mögliche Reaktionen Ihres Mitarbeiters:

Der Selbstbeherrschte nimmt die Kündigung ohne jegliche emotionale Regung entgegen.

Tipp: Stellen Sie sicher, dass Ihre Aussage richtig angekommen ist, und bieten Sie an, für weitere Fragen jederzeit zur Verfügung zu stehen.

Der Aufbrausende bringt seine Überraschung und Wut sofort zum Ausdruck und reagiert mit verbalen Attacken und Vorwürfen.

Tipp: Lassen Sie sich nicht provozieren, bleiben Sie ruhig. Geben Sie dem Mitarbeiter Zeit, Dampf abzulassen, und führen Sie das Gespräch sachlich weiter, sobald Sie spüren, dass die schlimmste Wut verraucht ist.

Der Entsetzte wird blass, sprachlos oder fängt an zu weinen.

Tipp: Lassen Sie den Gefühlen des Mitarbeiters Raum. Sagen Sie einige mitfühlende Worte, aber bleiben Sie klar sachlich. Eine vorausschauende Führungskraft hat bei Kündigungsgesprächen immer ein Päckchen Taschentücher in Griffweite. Warten Sie, bis der Mitarbeiter wieder einigermaßen aufnahmefähig ist, und führen Sie dann Ihre Ausführungen fort.

Der Diskussionsfreudige steigt sofort in die Kündigungsverhandlungen ein und stellt Forderungen.

Tipp: Hören Sie Ihrem Mitarbeiter zu und äußern Sie sich nur zu den Sachverhalten, zu denen Sie eindeutige Aussagen machen können. Vermeiden Sie unüberlegte Versprechungen und blocken Sie konsequent Verhandlungsthemen, die Sie spontan nicht entscheiden können und wollen.

Bereiten Sie sich auch sachlich auf das Kündigungsgespräch gut vor

Und dann sollten Sie natürlich auch inhaltlich vorbereitet sein. Nach dem ersten Schock wird der Mitarbeiter wahrscheinlich Fragen stellen, beispielsweise, wie viel Urlaub er noch hat oder wie verbleibende Überstunden abgegolten werden. Bereiten Sie sich vor dem Kündigungsgespräch sorgfältig auch auf diese sachlichen Fragen vor. Stellen Sie vorher alle wichtigen Unterlagen zusammen, um dem Mitarbeiter zufriedenstellende Auskünfte geben zu können. Dazu gehören – je nach Kündigungssituation – folgende Unterlagen und Daten. Natürlich sollten Sie diese vorher gründlich durcharbeiten und mit der Personalabteilung besprechen:

1. Alle für die Kündigung rechtlich wichtigen Daten, insbesondere
Tarif-/Einzelvertrag 
Kündigungsfristen
Juristische Zulässigkeitsprüfung der Kündigung
Unterlagen bei gesondertem Kündigungsschutz (wegen Behinderung, Zugehörigkeit zum Betriebsrat …)
2. Unternehmensspezifische Mitarbeiterdaten wie
Funktionen und Ämter im Unternehmen
Dauer der Betriebszugehörigkeit
Gehalt (Monatsgehalt, Prämien- und Sonderzahlungen, durchschnittliches Jahresgehalt)
(Verbleibender) Urlaubsanspruch
Aktueller Stand des Arbeitszeitkontos
Beurteilungen, (Miss-)Erfolge
Zugang zu sensiblen Unternehmensdaten
3. Persönliche Mitarbeiterdaten wie
Alter, Familienstand
Anzahl der Kinder
Finanzielle Situation
4. Bei Personen- oder verhaltensbedingter Kündigung
Entstehungsgeschichte
Beweismittel: Verwarnungen, Abmahnungen usw.
Alle Informationen zum aktuellen, die Kündigung auslösenden Vorfall
5. Bei betriebsbedingter Kündigung
Sozialplan
Auswahlfaktoren
Abfindungs-"Paket"
6. Bei Vertragsauflösung
Abgeltung von Restlaufzeiten
Abfindungsangebot
Aufhebungsvertrag (Entwurf )
Austrittstermin
Verhandlungsmasse, zum Beispiel: (Rück-)Zahlung von Weihnachts-/Urlaubsgeld, Verlängerung der Kündigungsfrist, (bezahlte) Freistellung von der Arbeit, Erstattung von Fortbildungskosten, individuelle Karriereberatung

Ihr Mitarbeiter hat nach dem Kündigungsgespräch ein Recht auf bestimmte Unterlagen.

Diese Papiere bekommt Ihr Mitarbeiter:

  • Auf Wunsch bekommt Ihr Mitarbeiter von Ihnen ein einfaches oder qualifiziertes Zeugnis (§ 630 Bürgerliches Gesetzbuch, § 109 Gewerbeordnung).
  • Sie müssen ihm eine Urlaubsbescheinigung geben, aus der ersichtlich ist, welchen Urlaub Sie ihm im laufenden Jahr gewährt oder abgegolten haben (§ 6 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetz).
  • Der Gekündigte erhält einen amtlichen Vordruck als Arbeitsbescheinigung, auf dem von Ihnen alle Angaben gemacht sind, die für einen Anspruch des Mitarbeiters auf Arbeitslosengeld maßgeblich sind (§ 312 Sozialgesetzbuch Drittes Buch).
  • Sie geben ihm seine Lohnsteuerkarte und seine Lohnsteuerbescheinigung.
  • Er bekommt alle weiteren Unterlagen wie etwa seinen Sozialversicherungsausweis oder gegebenenfalls eine Bescheinigung zur Arbeitserlaubnis.

 

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
41 Beurteilungen
13 Beurteilungen
59 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten