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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Verhaltensbedingte Kündigung: Mit dieser Ausrede kommt der Mitarbeiter nicht durch

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verhaltensbedingte Kündigung

Von Günter Stein,

Stellen Sie sich folgenden Fall einmal vor: Einer Ihrer Mitarbeiter durchlebt eine schwierige Trennung. Dummerweise hat das Auswirkungen auf sein Sozialverhalten. Frauen im Betrieb müssen sich fortan „dumme Bemerkungen“ anhören. Sie mahnen ab. Doch es kommt noch schlimmer.

Er behauptet, die Geschäftsführerin habe mit Geschäftspartner xy geschlafen. Der habe Aids. Und vor versammelter Mannschaft fragt er die Geschäftsführerin: „Und was machen Sie nun?“

Sagen Sie jetzt nicht, so einen Fall gibt es nicht …

Genau um so einen Fall dreht sich nämlich das top-aktuelle Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 9.6.2011, Az. 5 Sa 509/10. Der Fall landete deshalb vor dem Arbeits- und dann vor dem Landesarbeitsgericht, weil der fristlos gekündigte Arbeitnehmer geltend gemacht hatte: „Ich kann doch gar nichts für meine Ausfälle, ich bin psychisch angeschlagen.“

Indes: Diese Argumentation rettete ihn nicht. Denn die Düsseldorfer Richter entschieden: Auch „schuldlose“ Pflichtverletzungen des Arbeitnehmers können ausnahmsweise einen wichtigen Grund zur fristlosen Kündigung darstellen. Dass der Arbeitnehmer sich mittlerweile in Behandlung begeben und seine Ärzte eine „manisch-depressive“ Erkrankung festgestellt hatten, ließen die Richter außen vor.

Denn aufgrund der konkreten Umstände und der „süffisanten Diktion der klägerischen Unterstellungen“ habe er seine Vorgesetzte grob beleidigt. Er habe nicht nur eine Tatsachenbehauptung aufgestellt. Vielmehr habe er die Vorgesetzte gezielt bloßstellen wollen, indem er vermeintliche Intimitäten in deren Anwesenheit den Kollegen gegenüber preisgegeben habe. Hinzu kam, dass der Arbeitnehmer zuvor „einschlägig“ abgemahnt worden war.

Die Konsequenzen aus dem Urteil:

Das Urteil ist ausgesprochen positiv, zeigt es doch, dass Sie sich als Arbeitgeberin oder als Arbeitgeber auch von vermeintlich psychisch kranken Arbeitnehmern nicht alles gefallen lassen müssen. Wer in derart bösartig verleumderischer Art auftritt und Ihren Ruf und Ihre Reputation damit derart nachhaltig zu schädigen versucht, hat im Unternehmen nichts mehr verloren. Daran lassen die Richter keinen Zweifel.

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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