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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Wann Sie „Low Performern“ kündigen dürfen

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Kündigung

Von Günter Stein,

Eine Arbeitnehmerin war als Lager- und Versandarbeiterin mit Verpacken von Paketen und deren Adressierung beschäftigt.

Anhand eines betrieblichen EDV-Systems konnte der Arbeitgeber nachvollziehen, dass die Fehlerquote der Mitarbeiterin mit 4,01 Promille fast 3-mal höher war als die durchschnittliche Fehlerquote im Betrieb von 1,34 Promille.

Nachdem sich die Arbeitsqualität der Mitarbeiterin auch nach einer Abmahnung nicht wesentlich gebessert hatte, kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis verhaltensbedingt. Dagegen erhob die Arbeitnehmerin Kündigungsschutzklage. Sie war der Ansicht, ihre Arbeitsleistung nicht schuldhaft und erheblich unterschritten zu haben.

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Chemnitz gab der Kündigungsschutzklage statt. Bei einem industriemäßigen Massengeschäft könne eine 100 %ig fehlerfreie Arbeitsleistung nicht erwartet werden. Auch wenn die Qualität der Mitarbeiterin schlechter als die anderer Arbeitnehmer gewesen sei, stelle eine Fehlerquote im Promillebereich noch keine erhebliche Unterschreitung der geschuldeten Arbeitsleistung dar. Das ergebe sich hier auch aus der Betriebsvereinbarung zum Prämienlohn, die erst bei einer Fehlerquote von 5 Promille von einer erheblichen Qualitätsabweichung ausgehe.

LAG Chemnitz, Urteil vom 07.04.2006, Az.: 3 Sa 425/05

Arbeitnehmer muss ordnungsgemäß arbeiten

Ihr Arbeitnehmer ist verpflichtet, seine Tätigkeiten entsprechend seinem Leistungsvermögen zu erbringen. Er muss seine Arbeiten konzentriert und sorgfältig verrichten. Allein der Umstand, dass ein Arbeitnehmer schlechter als der Durchschnitt arbeitet, kann eine verhaltensbedingte Kündigung nicht rechtfertigen. Vielmehr müssen Sie als Arbeitgeber nachweisen können, dass eine nicht mehr zu tolerierende Fehlerquote vorliegt, die darauf beruht, dass der Mitarbeiter seine individuelle Leistungsfähigkeit nicht ausschöpft, also schlechter arbeite, als er bei angemessener Anstrengung seiner körperlichen und geistigen Kräfte dauerhaft ohne Gesundheitsgefährdung erbringen könnte. Nicht mehr tolerierbar ist eine Fehlerquote aber nicht allein deshalb, weil sie über dem Durchschnitt vergleichbarer Mitarbeiter liegt. Maßstab ist vielmehr, welche Leistungen allgemein von einem vergleichbaren Mitarbeiter erwartet werden können. Arbeiten ihre Beschäftigten wegen eines Leistungslohnsystems überdurchschnittlich fehlerfrei, liegt die Fehlerquote immer noch innerhalb der Toleranzgrenze, wenn sie sogar vom Prämiensystem noch erfasst ist oder es zahlreiche weitere Mitarbeiter mit ähnlich hoher Quote gibt. Diese Umstände müssen Sie als Arbeitgeber vor Gericht darlegen und beweisen können.

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