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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Was passiert, wenn ein Arbeitnehmer mit einer Abmahnung nicht einverstanden ist?

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Abmahnung Arbeitnehmer Klage

Von Günter Stein,

Stellen Sie sich vor, Sie haben einem Mitarbeiter eine Abmahnung erteilt – doch der hält diese Abmahnung für nicht gerechtfertigt? Schon steht die Frage im Raum: Welche Handlungsmöglichkeiten hat der Arbeitnehmer? Das werde ich jetzt einmal für Sie beleuchten:Beachten Sie hier:Wichtig also:Tipp:Wichtig:

1. Möglichkeit: Der Mitarbeiter spricht Sie an und fordert Sie auf, die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen.

In diesem Fall empfehle ich Ihnen, in einem kurzen Schreiben noch einmal die Gründe für die Abmahnung aufzuführen – und in ein, zwei Sätzen darauf einzugehen, warum die Abmahnung aufrecht erhalten bleibt.

2. Möglichkeit: Der Arbeitnehmer klagt.

In diesem Fall wird das Gericht folgende 3 Punkte überprüfen:

1. Möglichkeit:

Ist die Abmahnung formal wie inhaltlich korrekt, kann sie in der Personalakte verbleiben.

2. Möglichkeit:

Ist die Abmahnung unverhältnismäßig oder enthält sie unrichtige Tatsachenbehauptungen, kann Ihr Mitarbeiter die Entfernung des Abmahnungsschreibens aus der Personalakte verlangen und gegebenenfalls gerichtlich durchsetzen (vgl. LAG Köln, 15. 6. 2007, 11 Sa 243/07).

Beachten Sie hier:

Schon eine einzige unzutreffende Behauptung in der Abmahnung führt dazu, dass Sie die gesamte Abmahnung aus der Personalakte entfernen müssen! Die strittigen Passagen zu streichen oder zu überkleben reicht also nicht aus (LAG Köln, 4. 7. 1988, 6 Sa 305/88).

Wichtig also:

Recherchieren Sie sorgfältig und schreiben Sie für jedes Fehlverhalten eine eigene Abmahnung!

Tipp:

Kommt es wegen einer Abmahnung zum Rechtsstreit, sollten Sie einemVergleich auf baldige Entfernung des Schreibens aus der Personalakte nur dann zustimmen, wenn Ihr Mitarbeiter sein Fehlverhalten ausdrücklich einräumt. Denn allein die Einigung darüber, dass die Abmahnung noch einige Zeit in der Akte verbleiben darf, reicht als Schuldanerkenntnis nicht aus. Das heißt: Ihr Mitarbeiter könnte in einem späteren Kündigungsschutzprozess immer noch bestreiten, dass die Abmahnung wirksam gewesen ist (LAG Hamm, 5. 2. 1990, 2 Sa 1487/89).

3. Möglichkeit:

Ihr Mitarbeiter bestreitet zwar nicht, was vorgefallen ist, sieht darin aber kein subjektives Verschulden. In einem solchen Fall brauchen Sie die Abmahnung nicht aus der Personalakte zu entfernen (vgl. BAG, 10. 11. 1993, 7 AZR 682/92). Für die Wirksamkeit Ihrer Abmahnung kommt es lediglich darauf an, dass die Pflichtverletzung – sowie Sie sie beschreiben –den Tatsachen entspricht. Welche Motive oder Entschuldigungen Ihr Mitarbeiter beibringen kann, ist unerheblich.

Ihr Mitarbeiter kann aber verlangen, dass Sie eine Gegendarstellung in die Personalakte aufnehmen, um das Bild zurechtzurücken.

Wichtig:

Der Verzicht auf eine sofortige Gegendarstellung bedeutet noch kein Schuldeingeständnis Ihres Mitarbeiters. Er kann also zunächst zum Vorwurf schweigen und erst in einem späteren Kündigungsschutzprozess die Richtigkeit der Abmahnung bestreiten (vgl. BAG, 13. 3. 1987, DB 1987, 1494).

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