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In 7 Schritten zur rechtssicheren Kündigung! Das Kündigungsschutzgesetz besagt, dass Sie einem Mitarbeiter nur dann kündigen dürfen, wenn dies aus...

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Wie oft müssen Sie denn nun wirklich vor einer Kündigung abmahnen?

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Von Günter Stein,

Diese Frage ist ein wahrer Dauerbrenner unter Arbeitgebern wie unter Arbeitnehmern gleichermaßen. Denn die weit verbreitete Auffassung, dass zunächst dreimal wegen desselben Verhaltens abgemahnt werden müsse, bevor man eine verhaltensbedingte Kündigung aussprechen darf, gehört in das Reich der populären Rechtsirrtümer.

 

Grundsätzlich gilt die folgende Formel:
1 Abmahnung
+ Wiederholung des Pflichtenverstoßes
= Kündigung!
Ausnahme: Hat ein Mitarbeiter nur eine geringfügige Pflichtverletzung begangen (z. B. weil Sie einen Beschäftigten abgemahnt, der gerade 2 Minuten zu spät zur Arbeit erschien) kann schon eine Abmahnung unverhältnismäßig sein. Das gilt beispielsweise auch bei einem ganz minimalen Missbrauch der Arbeitszeit durch Anfertigung von Einladungsschreiben (ArbG Kiel, 16. 9. 2010, 5 Ca 1030). Und selbst wenn man die Abmahnungsberechtigung bejaht, kann in manchen Fällen für den Ausspruch einer Kündigung eine einzige vorherige Abmahnung als „Warnschuss“ unter Umständen nicht ausreichen. In diesem Ausnahmefall ist es dann notwendig, mehr als einmal abzumahnen (vgl. ArbG Hamburg, 28. 5. 2008, 3 Ca 509/07).
Auf der sicheren Seite sind Sie wie folgt:
Bei geringfügigen Pflichtverletzungen (etwa der Weigerung, sein Mobiltelefon abzuschalten, oder dem geringfügigen Überziehen einer Pause) gilt folgende Formel:
maximal 2 Abmahnungen
+ Wiederholung des Pflichtenverstoßes
= Kündigung!

 

Wichtig:
Mehr einschlägige Abmahnungen sollten es aber auch nicht sein, denn sonst würden Sie die Warnfunktion Ihrer Abmahnungen abschwächen: Sie würden dann nicht mehr ernst genommen, weil die angedrohte Kündigung ja jeweils ausbleibt (vgl. BAG, 16. 9. 2004, 2 AZR 406/03).
Wichtig: Ihre letzte Abmahnung vor der Kündigung fassen Sie am besten so ab, dass Ihr Mitarbeiter klar erkennen kann, dass beim nächsten Mal wirklich ernsthaft die Kündigung im Raum steht.

Tipp: Um deutlich zu machen, dass jetzt „Schluss mit lustig“ ist, überschreiben Sie Ihre letzte Abmahnung auch mit „letztmalige Abmahnung” oder ähnlich.

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