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Wissen Sie, dass Sie auch mündlich abmahnen können?

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Arbeitsrecht Abmahnung

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir haben einen manchmal recht cholerischen Personalleiter. Wenn ihm etwas nicht passt, mahnt er die Mitarbeiter in den letzten Tagen stets mündlich ab. Darüber sollen wir dann ein Protokoll anfertigen.Letzter Tipp:

Das hat auch unser Geschäftsführer mitbekommen und fragt nun, ob mündliche Abmahnungen überhaupt okay sind. Können Sie kurz schildern, was es mit mündlichen Abmahnungen auf sich hat?

Mündliche Abmahnungen sind vom Gesetz her grundsätzlich erlaubt

Die Antwort: Mündliche Abmahnungen sind natürlich schneller ausgesprochen als schriftliche. Nirgendwo im Gesetz steht, dass Abmahnungen schriftlich erteilt werden müssen, so dass sie auch tatsächlich mündlich völlig okay sind. Etwas anderes gilt natürlich für die auf eine Abmahnung folgende Kündigung. Eine Kündigung oder auch ein Auflösungsvertrag bedürfen zu ihrer Wirksamkeit nach § 623 BGB der Schriftform.

Mündliche Abmahnungen später vor Gericht nur schwer zu beweisen

Bei mündlichen Abmahnungen gilt inhaltlich das Gleiche wie bei einer schriftlichen Abmahnung. Die Abmahnung muss sich von der Ermahnung abgrenzen, die Pflichtwidrigkeit beanstanden und das gewünschte vertragsgerechte Verhalten des Arbeitnehmers schildern. Und genau das ist mündlich ausgesprochen schwer und vor allen Dingen in einem späteren Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht so gut wie gar nicht zu beweisen. Es kommt meistens auf jedes einzelne Wort in einer Abmahnung an. Wenn sich Ihr Personalleiter allerdings wirklich Mühe gibt und den genauen Wortlaut später auch protokollieren lässt, mag dieses funktionieren. Dann muss im Zweifelsfall Ihr Personalleiter bezeugen, dass er eine ordnungsgemäße Abmahnung ausgesprochen hat. So wird eine Abmahnung aufgebaut:

  • Sie beschreiben das Fehlverhalten Ihres Arbeitnehmers genau.
  • Sie teilen Ihrem Arbeitnehmer mit, welches Verhalten vertragsgerecht ist und was Sie künftig von ihm erwarten.
  • Sie drohen ihm für den Fall weiterer Pflichtverletzungen eine Kündigung an.

Formulieren Sie am besten stets schriftliche Abmahnungen

Letzter Tipp: Ihr Geschäftsführer sollte besser keine mündlichen Abmahnungen erteilen. Da er in einem gerichtlichen Rechtsstreit als Geschäftsführer Partei des Verfahrens wird, scheidet er als Zeuge aus! Spricht er also eine mündliche Abmahnung aus und ist niemand Drittes als Zeuge zugegen, wird er die Abmahnung im Zweifelsfall nicht beweisen können. Ihm fehlt schlicht und ergreifend ein Zeuge! Da hat es Ihr Personalleiter besser. Er kommt als Zeuge in Betracht.

Mein Tipp: Formulieren Sie stets schriftliche Abmahnungen!

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