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Arbeitsvertrag mit Befristung – flexibler Personaleinsatz ohne dauerhafte Bindung

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Von Günter Stein,

Die Wirtschaft ist im Aufwärtstrend. Trotzdem scheuen viele Arbeitgeber den dauerhaften Ausbau beziehungsweise die Verstärkung ihres Personals. Denn niemand weiß, wie lange der Aufschwung anhält. Hier hilft Ihnen ein wichtiges Mittel des Personaleinsatzes: befristete Arbeitsverhältnisse. Als Arbeitgeber müssen Sie hier die Befristung mit und ohne Sachgrund unterscheiden.

Ihre Vorteile als Arbeitgeber

Der Einsatz befristeter Arbeitsverhältnisse ist für Sie flexibel und kostengünstig. Die Befristung von Arbeitsverhältnissen bietet Ihnen vor allem folgende Vorteile:

  • Sie vermeiden dauerhafte Personalkosten und verfügen über höchstmögliche Flexibilität.
  • Sie brauchen den allgemeinen Kündigungsschutz nicht zu beachten und vermeiden dadurch kostspielige Kündigungsschutzprozesse.
  • Auch im Fall von Mitarbeitern mit besonderem Kündigungsschutz, beispielsweise nach dem Mutterschutzgesetz, endet das befristete Arbeitsverhältnis zum vorgesehenen Termin, ohne dass es einer Kündigung bedarf.
  • Zusätzlich können Sie potenzielle neue Mitarbeiter bis zu 2 Jahre testen, und zwar im Wege der sachgrundlosen Befristung.

Immer zulässig: Befristung mit Sachgrund

Ein Arbeitsvertrag mit Befristung ist immer dann zulässig, wenn dafür ein rechfertigender Grund vorliegt. Anerkannte Befristungsgründe sind beispielsweise:

  • ein nur vorübergehender betrieblicher Bedarf an der Arbeitsleistung
  • die Vertretung eines anderen Mitarbeiters, zum Beispiel wegen Krankheit, Elternzeit oder Wehrdienst
  • die Befristung zur Erprobung für höchstens 6 Monate

Bei der Vertretung ist auch eine andere Beschäftigung möglich. Sie können also auch die vom ausgefallenen Mitarbeiter verrichteten Tätigkeiten auf einen anderen Stamm-Mitarbeiter übertragen und dann dessen Arbeit von dem befristet beschäftigten Vertreter verrichten lassen.

Darüber hinaus muss sich die Vertretungsdauer nicht mit der Befristung decken. Der Vertretene kann auch für eine kürzere Zeit befristet eingestellt werden. Hat sich beispielsweise ein Mitarbeiter für 3 Jahre in die Elternzeit begeben, so müssen Sie den Vertreter nicht zwangsläufig auch für 3 Jahre einstellen.

Befristung ohne Sachgrund: 2-Jahres-Einsatz mit 3facher Verlängerung

Haben Sie keinen sachlichen Grund für die Befristung, können Sie eine Befristung auch ohne Sachgrund abschließen.

Wichtige Voraussetzung ist aber, dass es sich um eine Neueinstellung handelt. War der betreffende Mitarbeiter schon einmal bei Ihnen beschäftigt, liegt keine Neueinstellung vor. Das gilt auch für die Fälle, in denen die Beschäftigung schon viele Jahre zurückliegt. Hier ist eine befristete Beschäftigung ohne Sachgrund unzulässig, § 14 Absatz 2 Satz 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG).

Kein früheres Arbeitsverhältnis liegt vor, wenn beispielsweise

  • zwischen Ihnen und Ihrem Mitarbeiter zuvor ein Berufsausbildungsverhältnis bestanden hat,
  • der Mitarbeiter vorher als freier Mitarbeiter für Sie tätig war,
  • der Mitarbeiter zuvor als Leiharbeitnehmer bei Ihnen eingesetzt war oder
  • zwischen Ihnen und dem Mitarbeiter früher ein Werkvertragsverhältnis bestanden hat.

3 Verlängerungen in 2 Jahren sind zulässig

Ohne Sachgrund können Sie eine Befristung also maximal für 2 Jahre abschließen. Haben Sie das Arbeitsverhältnis zunächst für kürzere Zeit vereinbart, können Sie es bis zu 3-mal verlängern, § 14 Absatz 2 Satz 1 TzBfG.

Wichtiger Hinweis! Bei der Verlängerung von befristeten Arbeitsverhältnissen ist Vorsicht geboten.

Folgende Grundregeln müssen Sie hierbei beachten:

  • Wollen Sie einen befristeten Arbeitsvertrag verlängern, müssen Sie die Verlängerung immer vor Ablauf der Befristung vornehmen. Andernfalls droht Ihnen ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.
  • Verlängern Sie den Arbeitsvertrag immer schriftlich, denn die Schriftform ist gesetzlich vorgeschrieben, § 14 Absatz 4 TzBfG.
  • Ändern Sie bei einer Verlängerung nicht die Vertragsbedingungen, beispielsweise die Vergütung. Sonst kann es sich um einen neuen befristeten Arbeitsvertrag handeln, für den Sie einen Sachgrund benötigen.

Befristete Arbeitsverhältnisse haben in den letzten Monaten immer wieder die Arbeitsgerichte beschäftigt. Dabei hat das Bundesarbeitsgericht einige wichtige neue Regeln aufgestellt, die Sie als Arbeitgeber unbedingt kennen müssen, bevor Sie neue befristete Arbeitsverhältnisse eingehen oder einen bestehenden befristeten Arbeitsvertrag verlängern.

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Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

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