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Arbeitsvertrag: Vermeiden Sie diese Stolpersteine bei Verträgen mit Mitarbeitern in der Gleitzone

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Von Günter Stein,

Teilzeitkräfte, die regelmäßig ab 400,01 €, aber nicht mehr als 800 € bei Ihnen verdienen, befinden sich in der so genannten Gleitzone. Arbeitnehmer, die in diesen so genannten Midi-Jobs beschäftigt sind, werden zwar ganz regulär nach Lohnsteuerkarte besteuert, müssen aber nur einen Bruchteil ihrer regulären Sozialversicherungsbeiträge bezahlen.

Je weniger sie verdienen, desto geringer sind ihre Abgaben. Sie als Arbeitgeber müssen allerdings die Beiträge zur Sozialversicherung (Arbeitgeberanteile) in vollem Umfang entrichten.

Achtung: „Gleitzonen-Verträge“ können Sie nicht mit Auszubildenden, Praktikanten und Arbeitnehmern in Altersteilzeit, deren reduziertes Entgelt nicht über 800 € liegt, abschließen.

Achtung: Vergütungs-Besonderheiten

Bei einem Mitarbeiter in der Gleitzone müssen Sie darauf achten, dass die im Vertrag festgelegte Vergütung 800 € nicht überschreitet. Bei der Feststellung, ob das monatliche Entgelt innerhalb des geforderten Rahmens liegt, müssen Sie auch Einmalzahlungen berücksichtigen.

Achtung: Wegen des Diskriminierungsverbots dürfen Sie Midi-Jobber ebenso wenig wie Mini-Jobber von Einmalzahlungen ausnehmen, die Ihre Vollzeitkräfte erhalten, nur um keine Entgeltgrenzen zu überschreiten. Legen Sie vielmehr das Grundgehalt des Mitarbeiters von vornherein so im Vertrag fest, dass die in Ihrem Unternehmen festen Sonderzahlungen nicht zur Überschreitung der 800 € monatlich führen können.

Wann weitere Beschäftigungen schaden

Beim Abschluss des Vertrags mit einer Teilzeitkraft in der Gleitzone ist es außerdem wichtig, weitere Arbeitsverhältnisse des Mitarbeiters abzufragen. Die Gehälter von mehreren Gleitzonen- Arbeitsverhältnissen oder von einer Hauptbeschäftigung und einem Midi- Job müssen Sie addieren. Übersteigt die Summe 800 €, fällt der Mitarbeiter mit keinem Arbeitsverhältnis mehr in die Gleitzonenregelung. Schaffen Sie hier nicht bereits bei Vertragsschluss Klarheit, drohen Ihnen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen.

Achtung: Einen Gleitzonen-Job darf der Arbeitnehmer mit einem Mini-Job, also einem Arbeitsverhältnis auf 400-€- Basis oder einer kurzfristigen Beschäftigung, ohne Konsequenzen kombinieren – die Einkommen der beiden Arbeitsverhältnisse werden nicht zusammengerechnet.

Darauf müssen Sie bei der Rentenversicherung achten

Ihre Midi-Jobber können erklären, dass ihre Beiträge zur Rentenversicherung nicht nach dem Gleitzonenentgelt (s. Kasten), sondern nach dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt berechnet werden, § 163 Abs. 10 Satz 6 und 7 SGB VI. Durch diesen Verzicht hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, Rentennachteile zu vermeiden. Für die übrigen Zweige der Sozialversicherung existiert diese Möglichkeit nicht. Die Erklärung des Mitarbeiters muss schriftlich erfolgen und entfaltet Wirkung nur für die Zukunft. Sie ist für die gesamte Dauer der Beschäftigung bindend und kann nicht mehr zurückgenommen werden. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Mitarbeiter im Arbeitsvertrag durch eine entsprechende Klausel auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen. Sie können für ihn aber auch ein Formular vorbereiten, anhand dessen er entsprechend informiert wird und auf dem er seine Erklärung abgeben kann.

Für Midi-Jobber gelten die üblichen arbeitsrechtlichen Regeln

Wie für Ihre Mini-Jobber gelten auch für Ihre Mitarbeiter in der Gleitzone beim Abschluss des Vertrags, bei Kündigung etc. die üblichen arbeitsrechtlichen Vorschriften. Mit diesen Beschäftigten können Sie keinen Gleitzonen-Vertrag abschließen. Die Gleitzonenregelung gilt überall dort nicht, wo für versicherungspflichtige Beschäftigte ein fiktives Arbeitsentgelt bzw. eine fiktive Beitragsbemessungsgrundlage anzusetzen ist, also bei:

- Beschäftigten mit Altersteilzeit,

- Beschäftigten, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr ableisten,

- behinderten Beschäftigten in Einrichtungen für Behinderte.

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