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Arbeitsvertrag: Wie funktioniert das arbeitsrechtlich mit den Schnuppertagen?

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Arbeitsrecht Arbeitsvertrag

Von Günter Stein,

Die Frage: Wir möchten zukünftig Bewerbern die Möglichkeit geben, bei uns vorab reinzuschnuppern. Bezahlung ist hierfür nicht vorgesehen. Worauf müssen wir achten?

Die Frage: Wir möchten zukünftig Bewerbern die Möglichkeit geben, bei uns vorab reinzuschnuppern. Bezahlung ist hierfür nicht vorgesehen. Worauf müssen wir achten?

Worauf Sie bei Schnuppertagen achten müssen

Die Antwort: Wenn ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird, besteht immer das Risiko, dass sich die Entscheidung für sie oder ihn als ungünstig oder gar falsch erweist: Erfüllt die / der Neue tatsächlich die an sie/ihn gestellten Anforderungen? Passt sie/er wirklich ins Team oder Unternehmen? Schnuppertage können da helfen. Allerdings gibt es auch noch zwei weitere Möglichkeiten der Erprobung:

Ihre drei Möglichkeiten zur Vorab-Erprobung

Schnupperarbeitsverhältnis (auch Einfühlungsverhältnis genannt)Kurzfristige BeschäftigungBefristetes Arbeitsverhältnis
Gekennzeichnet durch:

- Keine Vergütungspflicht
- Aber auch keine Arbeitspflicht!
- Kein Weisungsrecht
Gekennzeichnet durch:

- Schriftliche Vereinbarung erforderlich
- Tätigkeit wird vergütet
- Arbeitspflicht
- Weisungsrecht
- In der Regel sozialversicherungsfrei
Gekennzeichnet durch:

- Schriftliche Vereinbarung erforderlich
-Tätigkeit wird vergütet
-Arbeitspflicht
-Weisungsrecht
-In der Regel nicht sozialversicherungsfrei

Reicht es für Sie aus, dass der Bewerber nur für wenige Tage in Ihrem Betrieb arbeitet, bietet sich das von Ihnen angedachte „Schnupperarbeitsverhältnis“ an. Vorteilhaft am Schnupperarbeitsverhältnis ist, dass für das Unternehmen so gut wie keine Kosten entstehen, denn die Tätigkeit des Bewerbers wird nicht vergütet. Beachten Sie aber, dass im Gegenzug keine Arbeitspflicht besteht. Zudem haben Sie kein Weisungsrecht. Wegen dieser relativen Unverbindlichkeit bedarf es in diesem Fall keiner vertraglichen Regelung mit dem Bewerber. Um auf Nummer Sicher zu gehen, sollten Sie jedoch den Umstand des Schnuppertags in einer Vereinbarung festhalten.

So könnte Ihre Vereinbarung aussehen

Der am 1. 12. 2010 anstehende Schnuppertag dient dazu, dass Herr Karsten Schmidt den Arbeitsplatz Fräs- und Bohrtechnik (Halle 3) kennenlernt. Gegenseitige Verpflichtungen entstehen hieraus nicht. Insbesondere besteht keine Arbeitspflicht. Seitens des Unternehmens besteht keine Vergütungspflicht.

Sinnvoll ist ein Schnuppertag oder ein mehrtägiges Schnupperverhältnis insbesondere für einen (jugendlichen) Berufseinsteiger, damit er sehen kann, was ihn erwartet. Der Bewerber sollte daher mit einer Vielzahl von betriebstypischen Aufgaben konfrontiert werden. Weisen Sie die Vorgesetzten im jeweiligen Bereich in einem Vorgespräch darauf hin. Denn schließlich ist dieser Schnuppertag auch für Sie von Vorteil: Sie erleben den Bewerber in Aktion und bekommen so eine zusätzliche Entscheidungshilfe für eine eventuelle weitere Zusammenarbeit an die Hand.

Tipp: Beobachten Sie den Bewerber (oder bitten Sie die Vorgesetzten im entsprechenden Bereich, dies zu tun),

  • wie lange er braucht, um eine neue Situation zu erfassen, und
  • ob er mit Eifer dabei ist oder eher gelangweilt wirkt.

Natürlich müssen Sie bei Ihrer Bewertung die Schwierigkeiten berücksichtigen, die der Job erfordert. Achtung: Prüfen Sie immer, ob nicht eventuell durch Gesetz, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung eine Erprobung ausgeschlossen oder eingeschränkt ist.

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