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Befristete Arbeitsverträge - wer die Vorteile nicht nutzt muss später dafür zahlen

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Von Arno Schrader,

Die Frage: Herr Schrader, wir streiten im Personalbüro mit unserem Geschäftsführer gelegentlich, welche Vorteile Befristungen wirklich bringen. Können Sie mir für unsere Diskussion die Vorteile einmal „auf den Punkt bringen“?

 

Die Antwort: Befristete Arbeitsverträge haben ein Reihe von Vorteilen. Sie sollten deshalb stets vor jeder Einstellung einer neuen Arbeitskraft prüfen, ob Sie den Arbeitsvertrag befristet abschließen können.
Der befristete Arbeitsvertrag endet

  • mit Ablauf der vereinbarten Zeit oder
  • mit Erreichen des vereinbarten Zwecks.

Wichtig: Sie müssen in diesen Fällen keine Kündigung aussprechen.
Beispiel: Sie haben mit einer Arbeitnehmerin einen befristeten Arbeitsvertrag für 1 Jahr mit 6-monatiger Probezeit abgeschlossen. Nun wird sie nach 4 Monaten schwanger. Sie können das Arbeitsverhältnis einer Schwangeren auch während der Probezeit nur mit Zustimmung des Amts für Arbeitsschutz kündigen. Da Sie aber eine Befristungsabrede vereinbart haben, endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der Befristung automatisch.

Sie sehen, dass in diesem Fall eine Befristung für Sie sehr viel günstiger ist als die bloße Vereinbarung einer Probezeit.

Umgehung des Kündigungsschutzes

Sie können durch Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrags ganz legal den allgemeinen und den besonderen Kündigungsschutz umgehen.
Allgemeiner Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz bedeutet, dass Sie für eine Kündigung einen Grund benötigen. Diesen Grund können viele Arbeitgeber in einem Kündigungsschutzrechtsstreit nur sehr schwer nachweisen.
Den allgemeinen Kündigungsschutz beachten Sie, wenn Sie

  • mehr als 10 Arbeitnehmer beschäftigen und
  • der zu entlassende Arbeitnehmer länger als 6 Monate bei Ihnen beschäftigt ist.

 

 

Noch schwerwiegender kann für Sie der besondere Kündigungsschutz sein. Auch dann ist eine Kündigung für Sie nicht ohne Weiteres möglich. Sie benötigen die Zustimmung einer Behörde oder des Betriebsrats.

Dieses ist dann beispielsweise dann der Fall, wenn Ihr Arbeitnehmer

  • schwerbehindert ist (Kündigungsschutz nach 6 Monaten),
  • schwanger ist,
  • Elternzeit verlangt,
  • im Betriebsrat ist oder
  • als Wahlbewerber für den Betriebsrat oder die Jugendvertretung aufgestellt wird.

Da Sie bei einer Befristung aber keine Kündigung aussprechen müssen, umgehen Sie damit auch den besonderen Kündigungsschutz.
Weitere Fehlerquellen: Sie können mit einem befristeten Arbeitsvertrag auch mögliche andere Fallstricke ausschließen. Das gilt zum Beispiel für

  • Probleme beim Nachweis des Zugangs der Kündigungserklärung,
  • das Einhalten der Kündigungsfrist oder
  • die Anhörung des Betriebsrats.

Also: Befristete Arbeitsverträge gehören in ein modernes Personalmanagement.

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