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So finden Sie im Vorstellungsgespräch genau den richtigen Mitarbeiter für Ihren Betrieb

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Vorstellungsgespräch, Bewerbung

Von Günter Stein,

Die Wirtschaft boomt. Flugzeuge, Autos und Elektronik: Alles findet reißenden Absatz. Was jetzt vor allem in den Unternehmen gebraucht wird, sind qualifizierte Mitarbeiter. Diese zu finden ist aber alles andere als einfach.Empfehlung:Empfehlung:Übrigens:Doch Achtung:

Dabei können Sie im persönlichen Vorstellungsgespräch schnell herausfinden, ob Ihr Gegenüber genau der Mitarbeiter ist, den Sie für Ihren Betrieb gerade suchen.

Auf die richtigen Fragen kommt es an

Ob Sie als Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch erfolgreich sind und aus mehreren Bewerbungen den richtigen Kandidaten herausfiltern, hängt davon ab, was Sie den Bewerber fragen.

Empfehlung:

Verzichten Sie darauf, Ihr Unternehmen anzupreisen. Das ist ein Fehler, den viele Arbeitgeber und Personalverantwortliche leider immer noch machen. Denn: Während Sie reden, erfahren Sie nichts über den Bewerber. In Zeiten des Internets hat sich sowieso schon jeder Bewerber frühzeitig über Ihr Unternehmen informiert.

Diese Fragen sind erlaubt

Fragen will aber gelernt sein. Gerade im Vorstellungsgespräch können die falschen Fragen schnell böse Konsequenzen haben. Stellen Sie daher nur die richtigen Fragen. Erlaubt sind Fragen nach

  • dem Familienstand,
  • dem vorherigen Arbeitgeber,
  • dem vorangegangenen Arbeitsplatz und den dort ausgeübten Tätigkeiten,
  • der Qualifikation (also etwa nach der Schul- und Berufsausbildung),
  • eventuellen Fortbildungen,
  • der Motivation für die Bewerbung,
  • einer Schwerbehinderung, wenn deren Grad wenigstens 50 % beträgt, und
  • nach beruflichen Fähigkeiten (wie z. B. EDV-Kenntnissen, Gabelstapler-Führerschein etc.).

… diese dagegen nicht

In einem Vorstellungsgespräch gibt es aber auch absolute Tabu-Fragen wie diese:

  • einer geplanten Elternzeit
  • einer Schwangerschaft
  • der Religionszugehörigkeit
  • einer Parteizugehörigkeit
  • der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft
  • einer bevorstehenden Eheschließung
  • den Vermögensverhältnissen
  • privaten Lebensgewohnheiten
  • Vorstrafen, die nicht im Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen
  • der sexuellen Orientierung

Stellen Sie als Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch eine der oben genannten Fragen, darf der Bewerber lügen. Weil das auch die Bewerber wissen, nützt Ihnen eine solche unzulässige Frage also nichts.

Fragebogen: Nicht ohne den Betriebsrat

Viele Unternehmen setzen in Vorstellungsgesprächen Personalfragebogen ein. In diesen werden die erlaubten Fragen schriftlich gestellt, was nicht nur effizienter, sondern auch praktischer ist. Aber Achtung: Wollen Sie als Arbeitgeber in Zukunft den Bewerbern im Vorstellungsgespräch ebenfalls Personalfragebogen zur Beantwortung vorlegen, geht dies nicht, ohne vorher Ihren Betriebsrat zu fragen.

Nach § 94 Absatz 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) bedürfen Personalfragebogen der Zustimmung Ihres Betriebsrats. Können Sie sich als Arbeitgeber mit Ihrem Betriebsrat nicht auf den Inhalt eines Personalfragebogens für Vorstellungsgespräche einigen, heißt das nicht, dass Sie auf die Vorteile des Fragebogens verzichten müssen. In diesem Fall bleibt nämlich immer noch der Weg über die Einigungsstelle. Diese können Sie als Arbeitgeber nämlich anrufen, wenn Ihr Betriebsrat einem Personalfragebogen inhaltlich nicht zustimmen möchte. Der Spruch der Einigungsstelle ersetzt dann die fehlende Einigung zwischen Ihnen und Ihrem Betriebsrat.

Empfehlung:

Lassen Sie es aber nicht so weit kommen: Das Verfahren vor der Einigungsstelle kostet nicht nur Zeit, sondern auch jede Menge Geld. Als Arbeitgeber haben Sie nämlich deren Kosten zu tragen.

Übrigens:

Was Sie überhaupt nicht gebrauchen können, ist ein Mitglied des Betriebsrats, das beim Vorstellungsgespräch mit am Tisch sitzt. Das muss auch nicht sein. Ihr Betriebsrat hat nämlich – entgegen vielen anderslautenden Beteuerungen in der Praxis – bei Vorstellungsgesprächen nichts zu suchen.

Doch Achtung:

In manchen Betrieben gibt es allerdings einen – meist in einer Betriebsvereinbarung verankerten – Plan zur Förderung der Beschäftigung von Frauen. Besteht in Ihrem Betrieb ein solcher Plan, sollten Sie als Arbeitgeber bei der Durchführung eines Vorstellungsgesprächs mit einer Bewerberin Ihren Betriebsrat auch ungefragt über den Inhalt des Bewerbungsgesprächs informieren. Andernfalls kann Ihr Betriebsrat die erforderliche Zustimmung zur Einstellung eines männlichen Bewerbers nach § 99 BetrVG verweigern (BAG, Beschluss vom 28.06.2005, Az.: 1 ABR 26/04).

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