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Wie Sie Arbeitszeiten flexibler gestalten und bares Geld sparen

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Arbeitszeit Teilzeitarbeit Team-Teilzeit Arbeit au

Von Günter Stein,

Stimmen die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute, stehen Deutschlands Betrieben im Jahr 2012 wieder einmal schwere Zeiten bevor. Der Haken an der Sache: Gehen die Umsätze zurück, können die Kosten oft nicht schnell genug mit angepasst werden. Vor allem die Personalkosten wiegen schwer auf der Ausgabenseite. Da Arbeitszeit und Vergütung meist fest vereinbart sind, bleiben sie auch bei einer geringen Auslastung Ihres Unternehmens nahezu konstant.Beispiel:

Kurzfristig kann das Kurzarbeitergeld Entlastung schaffen. Damit übernimmt die Agentur für Arbeit einen Teil der Personalkosten. Aber dieses Instrument ist nicht flexibel einsetzbar. Auf Dauer können Sie das Arbeitsvolumen Ihrer Mitarbeiter anpassen, indem Sie statt der klassischen Vollzeitbeschäftigung andere Beschäftigungsformen vereinbaren.

Folgende 4 Möglichkeiten können dabei für Ihr Unternehmen in Betracht kommen:

1. Teilzeitarbeit

Beschäftigen Sie Mitarbeiter mit einer reduzierten Stundenzahl, können Sie sie deutlich besser nach Bedarf einsetzen. Insbesondere bei der Verteilung der Arbeitszeit haben Sie größere Freiheiten. Und natürlich verringern sich die Personalkosten, wenn ein Mitarbeiter nur noch im geringeren Umfang beschäftigt wird, weil er mit einer Vollzeitstelle nicht ausgelastet wäre. Verwaltungs- und Organisationsaufwand bleiben allerdings meist ähnlich hoch wie bei einer gewöhnlichen Vollzeitstelle.

Praxis-Tipp: Sie müssen damit rechnen, dass sich Mitarbeiter gegen eine Arbeitszeitverringerung sträuben. Geht die Änderung aber auf ein neues Arbeitszeitkonzept zurück, das die Umwandlung einer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle erforderlich macht, sind Sie berechtigt, die Kürzung notfalls per Änderungskündigung durchzusetzen (LAG Nürnberg, 23.2.2006, Az: 5 Sa 224/05).

2. Team-Teilzeit

Ein Maximum an Flexibilität bietet die Team-Teilzeit (§ 13 TzBfG). Für ein ganzes Team legen Sie Arbeitszeiten fest und bestimmen außerdem, wann wie viele Mitarbeiter anwesend sein müssen. So können Sie Einsätze ganz kurzfristig planen.

Beispiel:

Ihre Vorgaben für ein 5-köpfiges Hotline-Team (jeder Mitarbeiter hat eine wöchentliche Arbeitszeit von 26 Stunden) lauten: Die Servicezeit beginnt täglich um 8 Uhr und endet um 18 Uhr. Die Team-Mitglieder teilen die Arbeitszeiten für folgende Zeiträume unter sich auf:

  • 8 bis 10 Uhr: 2 Mitarbeiter,
  • 10 bis 16 Uhr: 3 Mitarbeiter,
  • 16 bis 18 Uhr: 2 Mitarbeiter.

Achtung: Fällt bei der Team-Teilzeit ein Arbeitnehmer z.B. wegen Krankheit aus, dürfen Sie die übrigen Arbeitnehmer aus seinem Team nur dann zur Vertretung heranziehen, wenn

  • diese damit einverstanden sind
  • oder dringende betriebliche Gründe hierfür vorliegen und
  • die Vertretung für den Mitarbeiter zumutbar ist.

§ 13 Abs. 2 TzBfG verbietet es Ihnen außerdem, einem an der Team-Teilzeit beteiligten Arbeitnehmer nur deshalb zu kündigen, weil ein anderer Arbeitnehmer aus dem Team, beispielsweise wegen Kündigung, ausgeschieden ist. In Betracht käme hier aber evtl. eine Änderungskündigung.

Musterformulierung: Die vereinbarte Arbeitszeit beträgt … Wochenstunden. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, in Abstimmung mit den anderen an der Arbeitsplatzteilung beteiligten Mitarbeitern, den Arbeitsplatz ständig zu besetzen. Die beteiligten Arbeitnehmer stimmen sich bei der Aufteilung der Arbeitszeit untereinander ab. Eine Besetzung des Arbeitsplatzes durch mehrere Mitarbeiter gleichzeitig ist nicht gestattet.

3. Arbeit auf Abruf

Bei der Arbeit auf Abruf (§ 12 TzBfG) vereinbaren Sie eine bestimmte wöchentliche Arbeitszeit mit Ihrem Mitarbeiter. Wann Sie diese Arbeitszeit abrufen, bleibt Ihnen überlassen. So können Sie die Zeiten des Mitarbeiters flexibel dem kurzfristigen Arbeitsanfall in Ihrem Unternehmen anpassen und ihn in einer Woche mehr, in einer anderen dafür dann weniger Stunden beschäftigen.

Beispiel: Sie haben mit einem Arbeitnehmer Arbeit auf Abruf bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 15 Stunden vereinbart. An einem Mittwoch teilen Sie ihm mit, dass er Montag, Dienstag und Mittwoch der darauf folgenden Woche je 5 Stunden arbeiten muss.

Haben Sie keine Arbeitszeit vereinbart, gilt automatisch die gesetzliche Arbeitszeit von wöchentlich 10 Stunden und pro Abruf eine Arbeitszeit von mindestens 3 aufeinander folgenden Stunden. Die vereinbarte oder gesetzlich festgelegte Arbeitszeit müssen Sie dem Mitarbeiter auch dann bezahlen, wenn Sie ihn nicht abrufen. Ihr Abruf muss außerdem immer mindestens 4 Tage, bevor der Mitarbeiter zur Arbeit erscheinen soll, erfolgen. Benachrichtigen Sie Ihren Mitarbeiter zu spät, muss er die Arbeit nicht antreten.

Achtung: Die einseitig vom Arbeitgeber abrufbare Arbeitsleistung darf nicht mehr als 25% der wöchentlichen Mindestarbeitszeit betragen (BVerfG, 23.11.2006, Az: 1 BvR 1906/06).

Musterformulierung: Der Arbeitnehmer arbeitet auf Abruf als … Ort der Arbeitsleistung ist … Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt … Stunden. Der Abruf der Arbeitsleistung erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen vor dem Hintergrund der betrieblichen Erfordernisse nach billigem Ermessen durch den Arbeitgeber.

4. Arbeitszeitkonten

Verzeichnet Ihr Unternehmen erhebliche Schwankungen im Auftrags- oder Umsatzvolumen und müssen Ihre Beschäftigten dadurch saisonbedingt oder aufgrund unterschiedlicher konjunktureller Bedingungen mal mehr, mal weniger Arbeit bewältigen? Dann können Arbeitszeitkonten helfen, diese Abweichungen aufzufangen. Die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter wird flexibilisiert, ohne dass es zu einer Verkürzung oder Verlängerung der vereinbarten Wochenarbeitszeit kommt.

Mit einem Arbeitszeitkonto werden die tatsächlichen Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter erfasst. Es werden also Plus- und Minusstunden festgehalten. Auf dem Konto werden Plusstunden angesammelt zu Zeiten, in denen viel zu tun ist. Zu weniger arbeitsintensiven Zeiten werden sie durch Freizeit ausgeglichen.

In einer Vereinbarung über Arbeitszeitkonten sollten Sie unbedingt folgende Punkte regeln:

  • die regelmäßige wöchentliche und tägliche Arbeitszeit,
  • die wöchentliche und tägliche Höchstarbeitszeit,
  • die Bandbreite des Zeitkontos (z.B. plus/minus 70 Stunden),
  • dass das Zeitkonto innerhalb eines bestimmten Ausgleichsspielraums einmal auf null zu fahren ist.

 

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