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Nutzen sie diese Übersicht der sieben Zeugnis-Bausteine, damit Sie wissen, wie Sie Zeugnisse an Ihre Mitarbeiter formal korrekt strukturieren. So...

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Arbeitszeugnis widerrufen? Manchmal müssen Sie das sogar!

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Von Günter Stein,

Grundsätzlich sollten Sie sich als Arbeitgeber davor hüten, einem Mitarbeiter mit einem zu guten Zeugnis einen letzten Gefallen tun zu wollen. Dies kann böse ins Auge gehen:

 

Beispiel:
Ein Arbeitgeber hatte seinem ausscheidenden Buchhalter ins Zeugnis geschrieben: „Wir kennen Herrn S. als einen zuverlässigen und verantwortungsbewussten Mitarbeiter. Er hat seine ihm übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erfüllt.“
Wie sich später herausstellte, hatte der Buchhalter in erheblichem Umfang Geld veruntreut. Der Arbeitgeber widerrief das Zeugnis aber nicht. Auf das Zeugnis hin wurde der Buchhalter bei einem neuen Arbeitgeber eingestellt, bei dem er erneut Unterschlagungen beging.
Folge: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass der frühere Arbeitgeber aufgrund des falschen Zeugnisses gegenüber dem neuen Arbeitgeber haftet. Bei einem Buchhalter durfte eine Unterschlagung zu Lasten des alten Arbeitgebers nicht verschwiegen werden. Der alte Arbeitgeber wurde zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von rund 50.000 Euro verurteilt (Az. VI ZR 230/76).

 

Deshalb mein dringender Rat:
Stellen Sie nach der Zeugniserteilung fest, dass das Zeugnis grob unrichtig ist, so sollten Sie das Zeugnis widerrufen. Eine grobe Unrichtigkeit liegt z. B. vor, wenn Sie nach Erteilung des Zeugnisses feststellen, dass Ihr ehemaliger Mitarbeiter im Betrieb gestohlen hat.
Den Widerruf erklären Sie gegenüber Ihrem alten Mitarbeiter und fordern die Rückgabe des Zeugnisses. Sie müssen Ihrem alten Mitarbeiter dann ein neues Zeugnis erteilen, bei welchem Sie dann der Wahrheitspflicht nach Ihrem jetzigen Kenntnisstand nachkommen müssen. Widerrufen Sie das Zeugnis nicht, so können Ihnen daraus erhebliche Nachteile entstehen.
Tipp:
Die Rechtsprechung sieht den Widerruf bei erkannter Unrichtigkeit als Ihre Pflicht an. Kommen Sie dieser nicht nach, können Sie sich wiederum gegenüber einem neuen Arbeitgeber schadensersatzpflichtig machen.

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