Gratis-Download

Nutzen sie diese Übersicht der sieben Zeugnis-Bausteine, damit Sie wissen, wie Sie Zeugnisse an Ihre Mitarbeiter formal korrekt strukturieren. So...

Jetzt downloaden

Berichtigungen des Arbeitszeugnis muss Arbeitnehmer schnell verlangen

0 Beurteilungen
Arbeitsrecht Arbeitszeugnis

Von Günter Stein,

Die Frage: Einer unserer Arbeitnehmer hat im Sommer letzten Jahres aus dem Lager mehrere Dinge gestohlen. Insbesondere handelt es sich hierbei um noch zu verarbeitende Materialien und Werkzeuge. Er hat daraufhin die fristlose Kündigung erhalten, die er auch vor dem Arbeitsgericht gar nicht angegriffen hatte.

Unser Geschäftsführer hat ihm dann am 31.08.2010 ein Zeugnis ausgestellt, welches nicht gerade seinem beruflichen Fortkommen dienen dürfte. Insbesondere hat er auch den Diebstahl in das Zeugnis mit aufgenommen. Als Leistungsbeurteilung hat er ein „mangelhaft“ gegeben. Nun kommt der Arbeitnehmer in der letzten Woche nach mehr als 6 Monaten und verlangt die Berichtigung des Zeugnisses. Er hat uns geschrieben, dass er ein gutes Zeugnis verlangt. Hat er darauf jetzt noch einen Anspruch?

Arbeitszeugnis muss nach halbem Jahr nichtmehr korrigiert werden

Die Antwort: Nach meiner Auffassung muss Ihr Geschäftsführer das Zeugnis nicht mehr berichtigen. Die Rechtsprechung hierzu ist allerdings nicht einheitlich. Ansprüche auf Erteilung eines Zeugnisses und dessen Berichtigung verjähren innerhalb von drei Kalenderjahren. Das hilft Ihnen also nicht weiter. Es gibt aber auch noch die Verwirkung von Ansprüchen. Die Rechtsprechung ist hier der Auffassung, dass Ihnen nach einer langen Zeit nicht mehr zugemutet werden kann, noch ein Zeugnis zu erstellen. Schließlich müssen Sie sich an das Verhalten, die Führung und die Leistung sowie die verrichteten Tätigkeiten des Arbeitnehmers auch noch erinnern können. Deshalb gehen viele Gerichte davon aus, dass nach spätestens 10 Monaten der Zeugniserteilungsanspruch verwirkt ist. Für mich ist es aber mehr als logisch, dass der Zeugnisberichtigungsanspruch einer kürzeren Verwirkungsfrist als der Zeugniserteilungsanspruch unterliegen muss. Nach dem LAG Hamm bewirkt zunächst der bloße Zeitablauf von mehr als 2 Monaten noch nicht die Verwirkung des Berichtigungsanspruchs (Urteil vom 16.03.1989, Az.: 12 (13) Sa 1149/88).

Wann der Berichtigungsanspruch beim Arbeitszeugnis verwirkt ist

Auch das LAG Mainz hat mit Urteil vom 14.03.2002, Az.: 1 Sa 1433/01 entschieden, dass ein Berichtigungsanspruch spätestens 5 bis 10 Monate nach Zeugnisausgabe anzumelden ist. Jeder Fall ist jedoch anders zu beurteilen und Ihrem Fall hat der Arbeitnehmer sofort ein Zeugnis erhalten. Ich bin der Auffassung, dass nunmehr nach mehr als 6 Monaten der Berichtigungsanspruch verwirkt ist. Da hätte sich der Arbeitnehmer schon einmal früher melden können und müssen. Dazu kommt noch, dass ein Kündigungsrechtsstreit nicht geführt wurde und damit das Arbeitsverhältnis tatsächlich mit dem 31.08. geendet hatte. Wie ein Gericht letztendlich bei diesem Zeitablauf entscheiden wird, lässt sich schwer vorhersagen. Gehen Sie jedoch davon aus, dass nach 10 Monaten ein Anspruch auf Berichtigung auf jeden Fall verwirkt wäre. Verweigern Sie die Berichtigung und klagt Ihr Arbeitnehmer, teilen Sie mir bitte bei Gelegenheit das Ergebnis mit. Gerne nehme ich dieses dann im FAQ Personal auf.

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
7 Beurteilungen
58 Beurteilungen
41 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten