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Dann haben Arbeitnehmer Anspruch auf ein Zwischenzeugnis

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Arbeitsrecht Arbeitszeugnis

Von Günter Stein,

Die Frage: Einer unserer Arbeitnehmer verlangt ein Zwischenzeugnis. Einen Grund hat er dafür nicht genannt. Da es sich um eine fähige Fachkraft handelt, haben wir natürlich Angst, dass er sich mit dem Zwischenzeugnis bei einem anderen Arbeitgeber oder womöglich einem Konkurrenten bewirbt.

Dem möchte unser Geschäftsführer vorbeugen und kein Zwischenzeugnis ausstellen. Meine Frage: In welchen Fällen besteht ein Anspruch des Arbeitnehmers auf Erteilung eines Zwischenzeugnisses?

Wann ein Anspruch auf ein Zwischenzeugnis besteht

Die Antwort: Sie erlauben mir, dass ich Ihnen meine ehrliche Meinung mitteile. Sie werden einen Arbeitnehmer, der gehen möchte, nicht durch das Verweigern eines Zwischenzeugnisses halten können. Gleichwohl ist es richtig, dass Sie sich Gedanken machen. Letztendlich können sich aus einem sehr vorteilhaften Zwischenzeugnis auch andere Konsequenzen ergeben. Wollen Sie später einmal von einem guten Zwischenzeugnis auf ein befriedigendes Zwischenzeugnis wechseln, kann dies Probleme bereiten. Dann müssen nämlich ausschlaggebende Gründe vorliegen, die im Zweifel auch zu beweisen sind.

In welchen Ausnahmen Sie ein Zwischenzeugnis ausstellen müssen

Nun zu Ihrer eigentlichen Frage: Ein Zwischenzeugnis haben Sie nur in wenigen Ausnahmefällen zu erteilen. Diese Ausnahmen können sich aus betrieblichen Gründen oder aus persönlichen Gründen ergeben.

Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis aus betrieblichen Gründen:

  • Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein Zwischenzeugnis aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung.
  • Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein Zwischenzeugnis aus Betriebsvereinbarung, einem Sozialplan oder Ähnlichem.
  • Der Arbeitgeber hat die Erteilung eines Zwischenzeugnisses zugesagt.
  • Es liegen organisatorische Änderungen innerhalb des Unternehmens vor.
  • Der Betrieb wird durch einen neuen Eigentümer übernommen.
  • Es findet ein Wechsel des Vorgesetzten statt.
  • Der Arbeitnehmer wird versetzt.

Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis aus persönlichen Gründen:

  • Das Zwischenzeugnis ist für eine Bildungsmaßnahme erforderlich.
  • Der Arbeitnehmer möchte sich um eine neue Stelle bewerben.
  • Er wird zum Wehrdienst im Ausland einberufen.
  • Er möchte in Elternzeit gehen.
  • Er nimmt eine Pflegezeit.
  • Es liegt eine sonstige längere Arbeitsunterbrechung vor.

Welche Regeln beim Schreiben eines Zwischenzeugnis gelten

Bei einem Zwischenzeugnis gelten die gleichen Regeln wie bei einem Endzeugnis. Ihr Arbeitnehmer kann ein einfaches oder ein qualifizierten Zeugnis verlangen. Wenn Ihr Arbeitnehmer

  • kein qualifiziertes Zeugnis verlangt oder
  • nur sehr kurz beschäftigt war,

erteilen Sie das einfache Zeugnis. Das einfache Zeugnis ist in 2 Minuten erstellt. In diesem Zeugnis nehmen Sie neben dem Namen nur die Art und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses auf. Geburtsdatum und Anschrift dürfen Sie lediglich mit Einverständnis Ihres Arbeitnehmers angeben. Bei einem qualifizierten Zeugnis beurteilen Sie zusätzlich die

  • Leistung und
  • Führung

Ihres Arbeitnehmers.

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