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Nutzen sie diese Übersicht der sieben Zeugnis-Bausteine, damit Sie wissen, wie Sie Zeugnisse an Ihre Mitarbeiter formal korrekt strukturieren. So...

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Was muss eigentlich alles ins Arbeitszeugnis rein?

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Von Günter Stein,

Die typische Juristen-Antwort auf diese Frage lautet: „Es kommt darauf an“ – und zwar darauf, ob Ihr Mitarbeiter nur ein einfaches Zeugnis oder ein qualifiziertes Zeugnis verlangt.

Arbeitszeugnis: Das gehört ins einfache Zeugnis

Ein einfaches Zeugnis enthält mindestens Angaben zu Art und Dauer der Tätigkeit (vgl. § 109 Abs. 1 S. 2 GewO). Soll das Zeugnis darüber hinaus Aussagen zur Leistung und zum Verhalten Ihres Mitarbeiters machen, handelt es sich um ein qualifiziertes Zeugnis (vgl. § 109 Abs. 1 S. 3 GewO).

Wichtig hier: Ihr Mitarbeiter muss sich nicht mit einem einfachen Zeugnis „abspeisen“ lassen. Wenn er also darauf Wert legt, kann er ein qualifiziertes Zeugnis von Ihnen fordern (dies ist in der Praxis auch der Normalfall).

Arbeitszeugnis: Das gehört ins qualifizierte Zeugnis

Was in ein solches Zeugnis genau hineingehört, hat z. B. das ArbG Hagen präzisiert: Das ordnungsgemäße qualifizierte Arbeitszeugnis (hier eines technischen Angestellten) muss über

  • die Dauer des Arbeitsverhältnisses,
  • die Art des Beschäftigungsverhältnisses,
  • die Leistungen des Arbeitnehmers und
  • die Führung des Arbeitnehmers

Angaben machen. Außerdem sind die Zeugnissprache und die gebräuchliche Gliederung eines qualifizierten Zeugnisses zu beachten (ArbG Hagen, 5. 7. 2006, 2 Ca 2440/05, Hessisches LAG, 22. 10. 2008, 12 Ta 325/08).

Was alles in ein Arbeitszeugnis gehört

  • Was die Dauer des Arbeitsverhältnisses betrifft, sind das vereinbarte Start- und das Beendigungsdatum zu notieren.
  • Bei der Art des Beschäftigungsverhältnisses führen Sie aus, welche Aufgaben Ihr Mitarbeiter in welcher Funktion wahrgenommen hat.
  • Die Leistungsbeurteilung betrifft die Frage, wie gut Ihr Arbeitnehmer seine Aufgaben erledigt hat. Wichtig ist hier, dass Sie eventuelle berufs- oder branchenspezifische Besonderheiten erwähnen – soweit dies üblich ist (etwa die Belastbarkeit in Stresssituationen bei einem Zeitungsredakteur, BAG, 12. 8. 2008, 9 AZR 632/07).
  • Die Bescheinigung von Fleiß, Sorgfalt, Zuverlässigkeit sowie einer überdurchschnittlichen Auffassungsgabe sind hingegen nicht rechtlich notwendiger Bestandteil eines Zeugnisses (ArbG Aachen, 16. 5. 2007, 6 Ca 2800/06).
  • Unter dem Begriff Führung Ihres Mitarbeiters werden sein Sozialverhalten, seine Kooperations- und Kompromissbereitschaft, sein Führungsverhalten und -stil verstanden.
  • Es geht also um die Beurteilung des gesamten dienstlichen Verhaltens Ihres Arbeitnehmers – gegenüber Vorgesetzten, Arbeitskollegen und ggf. Kunden und Geschäftspartnern (ArbG Köln, 15. 5. 2006, 9 Ca 5675/05).

 

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