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Mutterschutzlohn und Mutterschaftsgeld: Was Sie als Arbeitgeber zahlen müssen

5 2 Beurteilungen

Von Günter Stein,

Gemäß § 11 MuSchG müssen Sie Ihrer Mitarbeiterin den sogenannten Mutterschutzlohn zahlen, wenn ein Beschäftigungsverbot vorliegt. Dies ist der Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen oder der letzten 3 abgerechneten Monate, die vor dem Monat liegen, in dem die Schwangerschaft eingetreten ist.

 

Unter dem Verdienst ist das Arbeitsentgelt im arbeitsrechtlichen Sinne gemeint. Bei der Berechnung des Mutterschutzlohns müssen Sie als Arbeitgeber sämtliche laufenden Bezüge der Arbeitnehmerin berücksichtigen, hierzu gehören insbesondere

  • die Grundvergütung,
  • Zulagen, unabhängig davon, ob es sich um Leistungs-, Sozial- oder Erschwerniszulagen handelt,
  • Vergütung für Mehr-, Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, wenn solche Arbeiten in den entscheidenden 3 Monaten geleistet wurden,
  • Provisionen, die im Bezugszeitraum fällig geworden sind,
  • Urlaubsentgelt und
  • sonstige Vergütungen.

Tipp: Nicht zu berücksichtigen brauchen Sie dagegen echten Aufwendungsersatz, wie beispielsweise Fahrgeld.

Beispiel: Eintritt der Schwangerschaft im Juni

Ihre Mitarbeiterin Martina M. wird am 28.06. schwanger. Am 30.08. teilt sie Ihnen die Schwangerschaft mit.
Folge: Für die Berechnung des Durchschnittsverdienstes sind die Monate März, April und Mai heranzuziehen, sofern in diesen Monaten Arbeitsentgelt erzielt wurde.

 

Wichtiger Hinweis!

Bei der Berechnung des Durchschnittsverdiensts bleiben Weihnachtsgeld und andere Gratifikationen als Einmalzahlungen außer Betracht. Wird das Arbeitsverhältnis erst nach dem Eintritt der Schwangerschaft begonnen, so ist der Durchschnittsverdienst des kürzeren Zeitraums der Berechnung zu Grunde zu legen.
Von dem Mutterschutzlohn zu unterscheiden ist das sogenannte Mutterschaftsgeld, § 13 MuSchG und der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, § 14 MuSchG. Dieses wird von der gesetzlichen Krankenversicherung während der Schutzfrist vor und nach der Entbindung sowie am Entbindungstag für Mitarbeiterinnen gezahlt, die vor Bezug des Mutterschaftsgelds mindestens 12 Wochen gesetzlich krankenversichert waren.
Mitarbeiterinnen, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, erhalten das Mutterschaftsgeld auf ihren Antrag hin vom Bundesversicherungsamt. Es beträgt höchstens 210 €, § 13 Absatz 2, 3 MuSchG.
Die Höhe des Arbeitgeber-Zuschusses zum Mutterschaftsgeld ermitteln Sie aus dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen Arbeitsentgelt der letzten 3 abgerechneten Kalendermonate vor Beginn der Schutzfrist vor der Entbindung. Ergibt Ihre Berechnung, dass der durchschnittliche Nettoverdienst pro Tag mehr als 13 € beträgt, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz – neben der Krankenkassenleistung Mutterschaftsgeld – als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen.
Tipp: Steht Ihre Mitarbeiterin bei mehreren Arbeitgebern in einem Arbeitsverhältnis, sind die Arbeitgeberzuschüsse von allen Arbeitgebern in dem Verhältnis zu zahlen, in dem die Nettobezüge zueinander stehen.

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