Gratis-Download

Wie Sie die 11 häufigsten Irrtümer und Arbeitgeberfallen sicher umgehen. Denn die Fehler liegen im Detail. Und das kann teuer für Ihr Unternehmen...

Jetzt downloaden

Mitarbeiterhaftung

0 Beurteilungen

Erstellt:

Wer einem anderen Schaden zufügt, haftet auch dafür. Allerdings gelten für die Haftung von Arbeitnehmern bestimmte Einschränkungen.

  • Bei leichter Fahrlässigkeit haften sie gar nicht. 
  • Bei mittlerer Fahrlässigkeit haften sie anteilig.
  • Bei grober Fahrlässigkeit haften sie voll.

4 Voraussetzungen für Mitarbeiterhaftung

  1. Es liegt eine arbeitsvertragliche oder gesetzliche Pflichtverletzung vor
    Beispiel: Ein Arbeitnehmer verletzt seine Pflicht Ihnen gegenüber, wenn er eine Maschine fehlerhaft bedient und Ausschuss produziert wird (arbeitsvertraglich).
    Beispiel: Er beschädigt die Maschine oder Arbeitsmaterial (gesetzlich).
  2. Der Schaden muss ersatzfähig zu beziffern sein.
    Beispiel: Verletzt Ihr Mitarbeiter einen anderen, ergibt sich die Schadenshöhe aus den Heil- und Pflegekosten.
    Beispiel: Liegt eine Sachbeschädigung vor, entspricht der Schaden den Reparaturkosten sowie der Wertminderung, die Ihr Fahrzeug durch den Unfall erfahren hat. Auch ein entgangener Gewinn z. B. wegen Produktionseinbruch ist ersatzfähig.
  3. Für den Schaden ist die Pflichtverletzung ursächlich
    Beispiel: Ein Auslieferungsfahrer fährt aus Unachtsamkeit schneller als erlaubt. Deshalb verursacht er einen Unfall, bei dem Ihr Firmenfahrzeug schwer beschädigt wird. Bei normalem Tempo wäre der Unfall nicht passiert.
  4. Verschulden muss vorliegen Ihr Mitarbeiter muss verschuldensfähig sein. In jedem Fall ist er dies mit Vollendung des 18. Lebensjahres. Bei einem jüngeren Angestellten, müssen Sie prüfen, ob er die geistige Reife besitzt, das Unrecht seiner Handlung zu verstehen. Beim Verschulden unterscheidet das bürgerliche Recht 2 Arten:

Fahrlässigkeit: „Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt verletzt (§ 276 BGB)
Vorsatz: „Vorsatz ist das Wissen und Wollen des rechtswidrigen Erfolgs.“

 Als fahrlässig gilt bereits, wenn jemand durch mehr Achtsamkeit einen Unfall hätte vermeiden können. Im Arbeitsleben könnte dies zu unzumutbaren Haftungsrisiken führen, weshalb die Frage, ob ein Arbeitnehmer für einen Schaden haftet oder nicht, von der Schwere seines Verschuldens abhängt.

Haftung: Die Rechtsprechung unterscheidet 3 Fahrlässigkeitsstufen:

  1. Grad des Verschuldens: Leichteste Fahrlässigkeit
    Bei leichter Fahrlässigkeit haftet Ihr Arbeitnehmer grundsätzlich nicht.
    Erläuterung: Geringfügig oder leicht entschuldbare Pflichtwidrigkeit ist das typische Missgeschick.
    Beispiel: Ein Arbeitnehmer drückt versehentlich einen falschen Knopf, verzählt oder vertippt sich.
  2. Grad des Verschuldens: Mittlere Fahrlässigkeit
    Bei mittlerer Fahrlässigkeit wird der Schaden zwischen Ihnen und dem Arbeitnehmer aufgeteilt.
    Erläuterung: Mittlere Fahrlässigkeit ist das einfache die einfache Außerachtlassung der Sorgfaltspflicht. Ist die  Pflichtverletzung mehr als geringfügig, prüfen Sie zunächst, ob sie grob fahrlässig geschah. Ist dies nicht der Fall, liegt nur mittlere Fahrlässigkeit vor.
    Beispiel: Ihr Arbeitnehmer hat beim Einparken mit dem Firmenwagen einen anderen touchiert, weil er „nicht so genau“ hingesehen hat.
  3. Grad des Verschuldens: Grobe Fahrlässigkeit/Vorsatz
    Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit muss Ihr Arbeitnehmer den gesamten Schaden allein tragen. Bei grob fahrlässigem Verhalten sind aber Haftungserleichterungen möglich.
    Erläuterung: Grob fahrlässig handelt der Mitarbeiter wenn er sich so sorglos verhält, das jedem hätte einleuchten müssen das ein Schaden entstehen kann. Verursacht Ihr Mitarbeiter vorsätzlich einen Schaden, muss er ihn in vollem Umfang tragen. Ihr Mitarbeiter muss dabei auch den Schaden gewollt haben.
    Beispiel: Ein volljähriger Auszubildender nutzte den Gabelstapler, obwohl er keinen Staplerschein hatte und ein ausdrückliches Vorbot des Vorgesetzten bestand. Prompt rammte er das Tor der Lagerhalle. Nur wenn der Auszubildende das Tor rammen wollte, handelte er grob fahrlässig und müsste voll für den Schaden haften. Kommt es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, müssen Sie die jeweiligen Haftungsvoraussetzungen darlegen und beweisen (§ 619a BGB). Dies gilt insbesondere für den Grad des Verschuldens.
Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten