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Kind erkrankt: Wie lange ein Elternteil der Arbeit fernbleiben darf

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Arbeitsrecht

Von Günter Stein,

Frage: Wir haben in letzter Zeit häufiger das Problem, dass Mitarbeiter überraschend wegen Erkrankung des Kindes der Arbeit fern bleiben. Gibt es eine Begrenzung der Fehltage, wenn sich Mütter aufgrund einer Erkrankung des Kindes arbeitsunfähig melden?

Frage: Wir haben in letzter Zeit häufiger das Problem, dass Mitarbeiter überraschend wegen Erkrankung des Kindes der Arbeit fern bleiben. Gibt es eine Begrenzung der Fehltage, wenn sich Mütter aufgrund einer Erkrankung des Kindes arbeitsunfähig melden? Und gilt auch hier dass die Krankmeldung am 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit vorliegen muss, oder müssen in einem solchen Fall ganz andere Punkte berücksichtigt werden?

So sieht der Anspruch auf Arbeitsbefreiung aus

Antwort: Der Anspruch auf Arbeitsbefreiung einer Mutter oder eines Vaters, deren oder dessen Kind erkrankt ist, besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens 10 Arbeitstage je Elternteil, bei mehreren Kindern maximal 25 Tage. Bei Alleinerziehenden besteht ein Anspruch auf 20 Tage pro Kind, bei mehreren Kindern maximal 50 Tage. Immer gerechnet auf ein Kalenderjahr. Als Arbeitgeber müssen Sie den betreffenden Mitarbeiter für diese Zeit unbezahlt freistellen. Ihr Mitarbeiter erhält in dieser Zeit Krankengeld von der Krankenkasse. Diese Regelung gilt nach § 45 SGB V. Voraussetzungen:

  • Der Mitarbeiter legt unverzüglich ein ärztliches Zeugnis vor.
  • Die Erkrankung des Kindes erfordert eine Betreuung.
  • Eine andere Vertrauensperson zur Betreuung des Kindes steht nicht zur Verfügung.
  • Das Kind ist unter 12 Jahre alt.

Achtung: Der Freistellungsanspruch kann nicht durch Arbeitsvertrag beschränkt oder ausgeschlossen werden.

So muss Ihr Mitarbeiter bei Erkrankung des Kindes handeln

Er hat die Pflicht, Ihnen – wie bei einer eigenen Erkrankung auch – sofort telefonisch mitzuteilen, dass er wegen der Erkrankung des Kindes von der Arbeit fernbleibt, und er muss das ärztliche Attest unverzüglich nachreichen. Eine gesetzliche Regelung, bis zu welchem Tag er das Attest bei Ihnen vorlegen muss, gibt es nicht.

Beachten Sie: Ihr Mitarbeiter kann auch einen Anspruch aus § 616 BGB herleiten. Danach müssen Sie ihn bei einer Erkrankung des Kindes für eine verhältnismäßig kurze Zeit (2-3 Tage) von der Arbeit freistellen, wenn es keine andere Betreuungsmöglichkeit des Kindes gibt. Das Problem bei § 616 BGB: Hier müssen Sie den Mitarbeiter bezahlt von der Arbeit freistellen. Sie zahlen also den Lohn weiter, obwohl Ihr Mitarbeiter nicht zur Arbeit erscheint.

Geltung des § 616 BGB im Arbeitsvertrag ausschließen

Tipp: Die Geltung des § 616 BGB können Sie weitestgehend arbeitsvertraglich ausschließen. Ein völliger Ausschluss ist seit der Anwendung des AGB-Rechts auf das Arbeitsrecht nicht mehr möglich. Im Übrigen ist Ihr Mitarbeiter ja über die Regelung des § 45 SGB V geschützt. Verwenden Sie einfach folgende Klausel:

„Zur Pflege des eigenen Kindes bei Erkrankung wird der Mitarbeiter maximal 3 Tage bezahlt von der Arbeit freigestellt. Bei der Geburt eines eigenen Kindes maximal 2 Tage. ... Im Übrigen wird die Anwendung von § 616 BGB ausgeschlossen“.

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