Gratis-Download

Urlaub ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Allerdings nur für den, der selbst Urlaub hat. Für Sie als Personalverantwortlichen ist Urlaub...

Jetzt downloaden

Resturlaub: Die neueste Rechtsprechung auf einen Blick

0 Beurteilungen
Arbeitsrecht Urlaubsanspruch Resturlaub

Von Günter Stein,

Häufen sich in diesen Tagen auch auf Ihrem Schreibtisch wieder die Urlaubsanträge, weil Ihre Mitarbeiter noch schnell den restlichen Urlaub haben wollen? Gerade zum Jahresende scheint vielen Arbeitnehmern einzufallen, dass Sie noch nicht den ganzen Urlaub für das laufende Jahr verbraucht haben. Gleichzeitig macht sich die Angst breit, der wohlverdiente Urlaub könne zum Jahreswechsel verfallen. Und dem Arbeitgeber etwas schenken, fällt vielen Deutschen auch in Zeiten dramatisch hoher Arbeitslosenzahlen nicht ein.

Häufen sich in diesen Tagen auch auf Ihrem Schreibtisch wieder die Urlaubsanträge, weil Ihre Mitarbeiter noch schnell den restlichen Urlaub haben wollen? Gerade zum Jahresende scheint vielen Arbeitnehmern einzufallen, dass Sie noch nicht den ganzen Urlaub für das laufende Jahr verbraucht haben.

Gleichzeitig macht sich die Angst breit, der wohlverdiente Urlaub könne zum Jahreswechsel verfallen. Und dem Arbeitgeber etwas schenken, fällt vielen Deutschen auch in Zeiten dramatisch hoher Arbeitslosenzahlen nicht ein.

Doch als Arbeitgeber können Sie Ihre Mitarbeiter - wenn Sie nicht gerade einen betrieblichen Grund haben, um die Urlaubsanträge abzulehnen - dennoch beruhigen. Nur selten verfällt der Urlaub aus dem laufenden Jahr am Silvestertag. Meist geht der noch nicht genommene Urlaub aus dem alten in das neue Jahr über, wo er bis zum 31. März angetreten werden kann.

Rechtsprechung zum Thema Resturlaub Vorjahr:

Die neueste Rechtsprechung zum Thema Urlaub haben wir für Sie als Arbeitgeber noch einmal zusammengestellt:

Mit dem Ablauf des Kalenderjahres verfällt der Urlaub aus diesem Jahr nicht. Knapp und deutlich hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Mainz festgestellt, dass der Verfall des Urlaubsanspruchs zum Jahreswechsel die Ausnahme und die Übertragung in das folgende Jahr die Regel sei (LAG Mainz - Aktenzeichen: 4 Sa 547/99). Dies gilt sogar dann, so entschieden die hessischen Richter, wenn es keine Vereinbarung im Arbeitsvertrag gebe, die bestimme, dass der restliche Urlaub mit in das neue Jahr genommen werden könne. Selbst wenn Ihr Mitarbeiter vor Ablauf des Jahres gar keinen Urlaubsantrag gestellt und nicht einmal einen Urlaubswunsch geäußert hat, nimmt er seinen nicht verbrauchten Urlaub problemlos mit ins neue Jahr. Dort verfällt der Urlaub erst nach Ablauf von 3 Monaten. Als Arbeitgeber können Sie deswegen am 1. April 2004 die Korken knallen lassen, wenn einer Ihrer Mitarbeiter bis zu diesem Datum seinen Urlaub aus dem Jahr 2003 noch nicht genommen hat, steht er ihm auch nicht mehr zu. Der übertragene Urlaub verfällt nämlich am 31. März des folgenden Jahres. Es sei denn, Sie haben mit Ihren Mitarbeitern eine andere Vereinbarung getroffen oder der anwendbaren Tarifvertrag enthält eine andere Frist.

Lassen Sie sich als Arbeitgeber übrigens nicht überraschen, wenn Anfang 2004 ein Mitarbeiter an Ihre Bürotür klopft, der 2003 komplett erkrankt war, und um seinen Urlaub für das vergangene Jahr bittet. So bitter es auch ist: Der Arbeitnehmer kann selbst dann bis zum 31. März 2004 seinen gesamten Urlaub aus 2003 beantragen, wenn er in diesem Jahr überhaupt nicht gearbeitet hat, sondern ausschließlich krank war. Die Krankheit des Arbeitnehmers ändert an der Übertragung seines Urlaubs ins Folgejahr nichts. Es kann also gut sein, dass ein Mitarbeiter vom 01. Januar 2003 bis zum 31. Dezember 2003 arbeitsunfähig war, aber am 02. Januar 2004 vor Ihrer Tür steht und kerngesund erst einmal seinen Urlaub aus dem Vorjahr nimmt.

Resturlaub Vorjahr: Diese Ausnahmen gibt es

Ausnahme: Der Mitarbeiter war nicht nur das ganze Jahr 2003 krank, sondern auch im Übertragungszeitraum bis zum 31. März noch arbeitsunfähig. Kehrt ein solcher Mitarbeiter erst ab dem 01. April in den Betrieb zurück und verlangt dann noch seinen Urlaub aus dem Vorjahr, können Sie den Kopf schütteln und den Antrag ablehnen (Bundesarbeitsgericht - Aktenzeichen: 9 AZR 190/02).

Haben Sie einem Mitarbeiter nur mündlich zugesagt, er können den Urlaub aus 2003 auch noch nach dem 31. März nehmen, muss Ihr Mitarbeiter Ihnen dies im Streitfall beweisen. Kann er dies nicht, hat er seinen Resturlaub verloren (LAG Baden-Württemberg - Aktenzeichen 13 Sa 65/00).

Schließlich: Einem gekündigten Mitarbeiter müssen Sie - sofern Sie ihm den Urlaub nicht mehr als Freizeit gewähren konnten - den Urlaub aus dem laufenden Jahr nur dann ausbezahlen, wenn er dies noch bis Jahresende verlangt. Sonst hat er seinen Anspruch eingebüßt (LAG Rheinland-Pfalz - Aktenzeichen: 10 Sa 195/03).

Personal und Arbeitsrecht aktuell

Egal ob es um brandneue Urteile der Arbeitsgerichte geht, die für Sie als Arbeitgeber, als Führungskraft oder als Personalverantwortlicher von Bedeutung sind oder zum rechtssicheren Umgang mit Abmahnungen, Zeugnissen, Kündigungen. Jetzt bekommen Sie die aktuellsten und wichtigsten Tipps frei Haus.

Datenschutz

Anzeige

Gratis Downloads
28 Beurteilungen
7 Beurteilungen
61 Beurteilungen
13 Beurteilungen
8 Beurteilungen
Produktempfehlungen

Umfassend über die neuesten Entwicklungen im Personalbereich informiert

Die neuesten Urteile der Arbeits-, Finanz- und Sozialgerichte

Auf alle Personalfragen rechtssichere und sofort umsetzbare Antworten

Neueste Rechtsentscheidungen mit Empfehlungen für Ihre Personalarbeit

Ihr Excel-Lernsystem: Verständlich, kompakt, effektiv

Die neuesten Arbeitsrecht-Urteile und was diese für Ihre Arbeit bedeuten