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Urlaub ist bekanntlich die schönste Zeit des Jahres. Allerdings nur für den, der selbst Urlaub hat. Für Sie als Personalverantwortlichen ist Urlaub...

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Urlaubsanspruch: Verfällt Resturlaub auch bei Krankheit?

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Arbeitsrecht Urlaubsanspruch

Von Günter Stein,

Frage: Einer meiner Mitarbeiter war im letzten Jahr lange Zeit erkrankt. Nun ist er wieder da – aber mit einer Bescheinigung, 100 Prozent behindert zu sein. Was passiert mit seinen Urlaubsansprüchen?Beachten Sie:

Die Frage: Einer meiner Mitarbeiter war im letzten Jahr lange Zeit erkrankt. Nun ist er wieder da – aber mit einer Bescheinigung, 100 Prozent behindert zu sein. Was passiert mit seinen Urlaubsansprüchen?

Wann der Urlaubsanspruch verfällt

Die Antwort: Ich muss ein wenig ausholen: Grundsätzlich muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr beantragt und genommen werden, ansonsten verfällt er (§ 7 Abs. 3 S. 1 BUrlG).

Urlaubsanspruch: Urlaubstage verfallen bei zu später Beantragung

Beispiel: Herr Greif hat noch 24 TageUrlaub für das laufende Jahr. Allerdings beantragt er seinen Urlaub erstmals Mitte Dezember für die Zeit ab 19. 12. Da es zu diesem Zeitpunkt bis zum Jahresende nur noch wenige Arbeitstage gibt, braucht der Urlaub von 24 Tagen nur noch teilweise erfüllt zu werden. Die restlichen Urlaubstage verfallen.

Nicht erfüllte Urlaubsansprüche müssen Sie nur dann in das nächste Kalenderjahr übertragen, wenn dies aus dringenden betrieblichen oder in der Person Ihres Mitarbeiters liegenden Gründen erforderlich ist (§ 7 Abs. 3 S. 2 BUrlG)

Auch hierzu ein Beispiel: Ihre Verkäuferin, Frau Giesel, beantragt Ende November ihren Jahresresturlaub für die Zeit ab Anfang Dezember. Wegen des aufkommenden Weihnachtsgeschäfts und der plötzlichen Erkrankung Ihrer zweiten Verkäuferin können Sie momentan auf Frau Giesel nicht verzichten (= dringender betrieblicher Grund). Sie dürfen den Urlaubswunsch ablehnen. Der Resturlaub von Frau Giesel wird somit ins Folgejahr übertragen. Das gleiche Ergebnis würde es geben, wenn Frau Giesel im Dezember erkranken würde und deswegen ihren Urlaub in dem Jahr nicht mehr nehmen könnte (= in der Person liegender Grund).

Beachten Sie: Liegt einer der beiden gesetzlichen Gründe vor, erfolgt die Übertragung des Urlaubs automatisch (LAG Schleswig-Holstein, 23. 11. 2005, Az. 3 Sa 433/05). Ihr Mitarbeiter braucht die Übertragung also nicht bei Ihnen zu beantragen.

Aber: Die übertragenen Urlaubstage müssen Sie nur bis spätestens 31. 3. des folgenden Kalenderjahres gewähren (§ 7Abs. 3 S. 3 BUrlG). Urlaub, der bis dahin nicht eingebracht ist, verfällt unwiederbringlich. Ausnahme: Es ist arbeits- oder tarifvertraglich eine verlängerte Übertragungsfrist vereinbart.

Das heißt im Klartext: Der Urlaub vom Vorjahr ist futsch!

Und wie sieht das mit dem Urlaubsanspruch aus?

Ihr Mitarbeiter hat noch seinen Urlaubsanspruch. Plus den Anspruch auf Zusatzurlaub für schwerbehinderte Mitarbeiter. Das Gesetz sieht dabei einen zusätzlichen bezahlten Urlaub von 5 Arbeitstagen vor (§ 125 SGB IX). Doch hier gilt ein Zwölftelungsprinzip. Das heißt, immer dann, wenn die Schwerbehinderteneigenschaft nicht während des gesamten Jahres besteht, hat Ihr schwerbehinderter Mitarbeiter nur für jeden vollen Monat der Schwerbehinderteneigenschaft Anspruch auf 1/12 des Zusatzurlaubs, § 125 Absatz 2 SGB IX.

Beispiel: Frau Schapperer wird am 13. 6. 2008 als schwerbehindert anerkannt. Damit stehen ihr für Juli bis Dezember 2008 6/12 von 5 Arbeitstagen (= 2,5 zusätzliche Tage) zu.

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